Buch: Brief an Deutschland

Man kann über Franz Josef Wagner viel sagen, auch viel Schlimmes, aber eines kann man nicht behaupten: dass er nicht schreiben kann. Er ist ein Boulevard-Mann aus Fleisch und Blut, auch wenn er in seinem Buch schreibt, dass ihm das Witwenschütteln nicht so lag. Ein, ja, man muss diesen floskeligen Begriff benutzen, Möchtegern-Poet. Und noch viel mehr: der Ghostwriter von Boris Becker und Franz Beckenbauer, der von der Super-Illu, der Ex-Bunte-Chefredakteur, später dann der der BZ und irgendwann wurde er Kolumnist der Bild-Zeitung. Fast jeden Tag schreibt er da eine Kolumne, einen manchmal gelungenenen, oft auch misslungenen Brief an etwas, jemanden, das/der die Welt gerade bewegt. Und aus dieser Kolumne ist irgendwie dieser „Brief an Deutschland“ entstanden. Ein Brief in Form eines Buches, in dem FJW sein Deutschland beschreibt, sein Verhältnis, das durch die Flucht seiner Mutter aus dem Sudetenland geprägt war, seine Zeit in Genf, in der er sich als Holländer ausgab. Er erzählt aus seinem Reporterleben. Geschichten, die das Deutschland prägten und die er als Journalist begleitete. Und weil er eben schreiben kann, habe ich das Buch gerne gelesen. So.

Wer will, kann sich auch noch das Interview von Giovanni di Lorenzo mit FJW angucken.

(Wie gut, dass man in Blogeinträgen auch mal Dinge weglassen kann.)

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