Mein ganz persönlicher Kita-Wahnsinn

Vermutlich ist unsere Kita-Geschichte, die seit dem Sommer geschrieben wird, eine ganz normale. Eine, wie es sie seit Jahren in allen größeren Städten gibt. Denn Kita-Plätze sind rar. Seit Jahren, obwohl sich das seit Jahren auch ändern soll. Doch das ist schwierig, weil auch die Zahl der Erzieherinnen rar ist.

Seit dem Sommer haben wir also einen Kita-Platz für unseren Sohn. Einen U3-Platz und hatten dabei auch noch großes Glück. Kurz nach der Geburt des Sohnes hatte ich ihn auf alle Wartelisten der uns umgebenden Kitas gesetzt, bei den begehrtesten auch persönlich vorgesprochen und dann flatterte im vergangenen Frühjahr mehr oder weniger zufällig die Zusage für eine Kita ganz in der Nähe herein. Eine kleine Gruppe mit 22 Kindern, ein ausgeklügeltes System an Angeboten über die Woche, die die Kids in unterschiedlicher Weise fördern sollten, herzliche Erzieherinnen. Ein gutes Gefühl.

Doch schon die Eingewöhnung hätte einfacher sein können, fehlte doch von Beginn an eine Vollzeitkraft in der Kita. Die Vorbesetzung hatte zum Ende des vorherigen Kita-Jahres umzugsbedingt gekündigt. Die Neue sollte erst ein paar Wochen ihre Stelle antreten. Es folgten die besten sechs Wochen, die wir bisher hatten. Tolle liebevolle Erzieherinnen, die mit den Kids viel an der frischen Luft waren, sich Mühe gaben. Doch dann war die Neue schon wieder weg, erst krankheitsbedingt und wenig später dann ganz, weil sie eine Stelle in ihrem Heimatort gefunden hatte und sie so auf die lästigen Anfahrten verzichten konnte. Ein Ersatz konnte schnell gefunden werden, auch wenn ich bis zum heutigen Tag noch der Herzlichkeit von der ersten Neuen hinterhertrauere.

Zwei Wochen später fiel dann die andere Vollzeitkraft aus. Ein Autounfall. Krankgeschrieben bis heute. Rückkehr: bisher nicht absehbar. Die Neue wurde sozusagen ins kalte Wasser geschmissen, gewöhnte sich schnell ein, ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sie so richtig angekommen war. Wie auch. Denn nur zwei Monate später hat sie morgen ihren letzten Tag. Auch sie hat für sich eine passendere Stelle gefunden. Keine Pendelei mehr, bessere Bezahlung. Wie würden Sie sich da wohl entscheiden?

Und da stehen wir nun. Übrig sind zwei Teilzeitkräfte für 22 Kinder. Die Vollzeitstelle ist unbesetzt, weil der Erziehermarkt leer gefegt zu sein scheint. Für die nächsten Wochen sind – so die Leiterin – Vertretungen organisiert. Wenigstens das. Die Hoffnung, dass ich morgens die Erzieherin, die mein Kind in Empfang nimmt, mit Namen kenne, habe ich aufgegeben. Zumindest der Sohn scheint sie immer zu kennen.

Wer jemanden kennt, der jemanden kennt, der gerade eine Stelle in Düsseldorf sucht, bitte melden. Ich stelle gerne einen Kontakt her.

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