Mitbringsel

„Ich mag alle Farben – die Jungs- und auch die Mädchenfarben“, gab der große Sohn heute auf dem Nachhauseweg von der Kita zum Besten. „Es gibt keine Jungs- und Mädchenfarben, die Farben sind für alle da“, antwortete ich ihm. Normalerweise antwortet er mir dann meist, dass das der A. gesagt habe, ein kleiner Fünfjähriger. Diesmal allerdings hatte das die M. gesagt. M. ist sechs, kommt also dieses Jahr in die Schule.

Mich ärgert daran nicht, dass Fünf- und Sechsjährige das zum besten geben, na gut, eigentlich auch das, viel mehr ärgert mich aber, dass da bei denen zuhause offenbar keiner ist, der widerspricht. Ich will keine Welt, in der wir Überraschungseier nach Geschlechtern getrennt essen. Oder Müsli. Oder.

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„Ich will sagt man nicht“, sagt der Sohn öfter mal, weil er das in der Kita antrainiert bekommt. Natürlich ist es schöner, wenn das Kind mit „ich möchte“ nach der Salami fragt. Aber je nach Tonfall ist auch ein „Ich will“ völlig in Ordnung, besonders wenn da noch ein „Bitte“ mit dabei ist. Ich habe ihm erklärt, dass das nicht richtig ist, besonders wenn jemand etwas Unangenehmes mit ihm macht. Dann braucht er nicht freundlich „Ich möchte das nicht“ zu säuseln, sondern soll seinen Unmut deutlich rüberbringen.

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„Ich möchte einen Stormtrooper.“

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Diese Kinder bringen schon seltsame Dinge mit nach Hause.

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