Der Bullshit von der multimedialen Aufbereitung

Der Journalistensprech bringt immer wieder grausige Wortschöpfungen und seltsame Sätze hervor. Einer, der sich in den vergangenen Jahren durchgesetzt hat, ist der hier: „Ich hab das Thema multimedial aufbereitet“. Ich bin ein großer Verfechter des Internets und predige seit Jahren, dass das Internet uns (endlich) die Möglichkeit gibt, Geschichten so zu erzählen, wie man sie am besten erzählt – als Text, Video, Grafik, Fotostory, Audio – alles möglich, während alle anderen Kanäle hinter dem digitalen zurückstecken müssen. Text geht im TV nun mal nicht so super, genauso wenig wie Video auf Papier.

Die Schlussfolgerung einiger Journalisten: eine Geschichte mit all diesen Möglichkeiten zu erzählen. Kann man machen, keine Frage. Kann sinnvoll sein. Das Problem: Seit einiger Zeit werden nun ständig Multimedia-Storys fürs Internet produziert. Texte, mit Musik hinterlegt, Bilder flackern und lenken vom Text ab, Videos werden auseinandergestückelt, weil ja wahlweise gescrollt oder geklickt werden soll. Stolz spricht man dann davon, ein Thema multimedial aufbereitet zu haben. Und zwar nicht, weil es sinnvoll gewesen ist, sondern: weil es ging.

Das ist natürlich großer Quatsch und das hätte man auch viel kürzer sagen können. Ich habe mal multimedial aufbereitet, was ich von multimedialer Aufbereitung halte:

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(Danke an Julius Tröger .)

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