DLD16 – der zweite Tag

In den vergangenen Jahren hatte sich die DLD meiner Meinung nach immer weiter von dem Thema „Future of Journalism/Content“ wegbewegt. Nicht, dass es nicht immer Thema war. Doch häufig waren die Sessions an den Rand der Veranstaltung gewandert, auf die kleinere Bühne. Nicht in diesem Jahr. Am Montagvormittag stand dieses Thema auf der Hauptbühne komplett im Fokus. Time, Economist, Netflix, Youtube – alle vertreten. Mit durchaus spannenden Thesen.

Zanny Minton-Beddoes vom Economist darf ihre Strategie erklären (Bitte lest aber lieber das Handelsblatt-Interview mit ihr und Miriam Meckel zu dem Thema (Blendle-Link). Ihre etwas konservative Haltung in Bezug auf Native Ads hat zumindest den Buzzfeed-Guy gleich dazu animiert, sie zu mehr Offenheit gegenüber dieser Anzeigenform aufzurufen.

Robert Thompson von Time vertritt die eher anstrengende konservative Zunft. Bediente Argumente zu Google, die vor fünf Jahren mal ganz hip gewesen sind.

Marne Levine von Instagram hält ein flammendes Plädoyer für die Kraft von Fotos, die Botschaft kam schnell an und immerhin: Mittlerweile gibt es in Deutschland neun Millionen User, das ist doch mittlerweile wirklich mal eine Hausnummer.

– Zu recht merkt Jarvis ebenfalls an, dass sich die Magazine in den vergangenen 20 Jahren viel zu wenig um ihre Communitys gekümmert haben. Da können sich auch die Deutschen nicht freisprechen.

Claus Kleber interviewt Reed Hastings von Netflix und outet sich als einer der Nutzer der ersten Stunde. Er war damals ja gerade US-Korrespondent beim ZDF. Dass Hastings natürlich das Ende des linearen Fernsehens beschwört, ist wenig überraschend.

– Und immer noch faszinierend, dass mittlerweile 20 Millionen Kanäle ihre Inhalte auch über Youtube monetarisieren. Und Whatsapp gibt eine Finanzierungsform auf und setzt nun offenbar auf ein anderes Geschäftsmodell.

Mein Highlight des Tages: Scott Galloway in seinem 20-minütigen Speedtalk über die Zukunft von Apple, Google, Amazon und Facebook. Nicht nur, weil ich noch niemanden erlebt habe, der am Stück so schnell seine Story raushaut (ich glaube, er sagte, dass er 100 Folien runterspulen wollte), sondern gleichzeitig so entertaining ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass er für Amazon, Facebook („There winning the war on talents“) sowie Google durchaus optimistisch ist, bei Apple der Fall aber ein wenig anders liege, allein weil Apple an sich kein Techunternehmen sei. Zudem fehle Apple eine „Mission for Storytelling“, Apple habe keine…

Ohne steile Thesen, Provokationen und Spaß kann man eben auch auf der DLD die Herzen der Zuschauer gewinnen.
Hier könnt ihr euch das ganze selbst anschauen.

Am Ende habe ich mich nur gefragt, was gewesen wäre, wenn Galloway auch nur eine Minute hätte länger sprechen müssen. Der war so aus der Puste… Und wie läuft das eigentlich in seinen Univorlesungen?!

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