21. September 2016 featuring #Elternabend

Elternabend und nach den vergangenen Jahren beim Großen, hatte ich ganz verdrängt, wie das eben auch sein kann. Der Versuch, diesmal oder in dieser Kita einen funktionierenden Mail- oder Whatsapp-Verteiler scheitert daran, dass sich sogleich Menschen als Whatsappverweigerer outen und ohnehin nur die Hälfte aller Eltern anwesend sind. Willkommen, das ist die Welt außerhalb meiner sonst so üblichen Blase, in dem ich mit meiner gerade in Rente gegangenen Mutter grundsätzlich facetime. 

Gleichzeitig bin ich offenbar die einzige, die mit dem Konzept einer Jungen- und Mädchengruppe wenig anfangen kann. Zumindest gibt es auf meine Nachfrage, was man denn da so mache, sogleich einen Aufschrei in der Elternschaft, dass das total super sei und auch der Erzieher erklärt, dass er im vergangenen Kitajahr mit den Jungs auch gebacken habe. Werden die Zeiten zuhause also noch härter im Kampf zu erklären, dass es keine Jungs- und Mädchensachen geschweige denn Farben gibt. 

Willkommen outside the Filterblase sage ich mir ein zweites Mal, als der Wochenplan erklärt wird, Turnen, die Jungs- und Mädelsdings, Singen, jetzt statt dienstags bitte donnerstags und das auch zu einer anderen Uhrzeit und bitte nicht vergessen, die Kinder währenddessen nicht abholen, das störe. Chaos bricht aus bei dem Hinweis, dass diese Angebote nur in den zweiten bis vierten Wochen eines Monats gelten, die erste Woche werde für das Pflegen der Portfolios benötigt. Äh, die Unternehmensberaterin in mir verkneift sich den Hinweis, dass ein durchgängiges Angebot für deutlich verlässlicheres Nicht-Stören von abholenden Eltern führen würde, aber ich beiße lieber in den Schokokeks vor mir. 

Um mein Image noch ein wenig aufzupolieren und dem Sohn doch noch eine unbeschwerte Kindheit in der Kita zu ermöglichen, gebe ich – elternratserprobt – noch gute Tipps an die frisch Gewählten  doch jetzt schon Geld für die Elternratskasse, so viele Eltern auf einmal werde es so schnell nicht mehr geben. Man dankt freundlich und sammelt und ich oute mich auch noch, meine Geldbörse vergessen zu haben. 

Filed under Wie ich mich als digitale Vollzeitmama, Feministin und Orga- und Effizienzfetischistin outete. Mal überlegen, welches Image ich mir imm kommenden Jahr verpasse. 

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Aus Facebook: 

Es lohnt sich so sehr diesen Text zu lesen, auch wenn man sich bisher nicht für den Klatsch und Tratsch rund um Brangelina interessiert oder interessiert hat. 

Der Text wirft ein differenziertes Bild auf die Art und Weise, wie Angelina Jolie in vergangenen Jahren mit den Medien umgegangen ist, wie sie Herrin der Berichterstattung über sich selbst geblieben ist, obwohl das ja wirklich nicht einfach ist. 

Erstaunlich ist übrigens auch, dass dieser Text bei BuzzFeed erschienen ist – in dieser Länge, Tiefe und Differenziertheit. Hier geht es zum Text. 

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