DLD19: So war Tag 1

Quelle: Richard Gutjahr/Pia Frey

Nach einem Jahr Pause bin ich in diesem Jahr wieder einmal auf der DLD. Diesmal das erste Mal in der neuen Location in der Theresienhöhe – mit zwei räumlich getrennten Bühnen – die eine in der alten Kongresshalle und die andere im gegenüberliegenden Track des Deutschen Verkehrsmuseums, inmitten alter Autos. Was optisch richtig super ist, akustisch allerdings nicht ganz so einfach zu bewältigen ist. Und DLD19 fühlt sich für mich dann auch wieder an wie ein Klassentreffen. Das ist so schön wie seltsam zugleich. Dennoch habe ich mich bemüht, mich in möglichst viele Sessions zu setzen. Ein paar Dinge habe ich mitgenommen.

Eine Digitalkonferenz ohne das Thema „Blockchain“ ist auch 2019 keine Digitalkonferenz. Das steht ja nun schon mal fest.
Den Anfang machte für mich deshalb Don Tapscott vom „The Blockchain Research Institute“, der über „The New Social Contract“ sprach. Kurzfassung: Es wird eine zweite Ära der Demokratie geben, für die wir aber werden kämpfen müssen. Kennzeichen: „the second wave will be characterized by transparency, a culture of public deliberation built on active citizenship and representatives accountable to citizen. (Talk bei Youtube)

Ich blieb sitzen. Joe Lubin, Erfinder von Ethereum und Consensys-Gründer, sprach über den Stand von Civil, einem Projekt, dass Journalisten mit Hilfe der Blockchain die Arbeit erleichtern soll. Entgegen anderslautender Gerüchte (die zitierte zumindest Mike Butcher, Moderator und Editor-at-Large bei Techcrunch, stehe das Projekt kurz vor der Veröffentlichung

Fun Fact in dieser Runde: Joe Lubin zahlte seine Mitarbeiter anfangs in Bitcoin und Ether, das habe aber zu Problemen geführt. „As we grew bigger, we had to move to pay people in state currency“. Was für eine schöne Umschreibung für den guten alten Dollar. (Talk bei Youtube)

Gemäß dem Motto, in einer Konferenz immer bei einem Thema sitzen bleiben, mit dem du auf den ersten Blick gar nicht viel anfangen kannst, machte mich Steffi Czernys Schwärmerei über Bob Greenberg neugierig und in der Tat bereute ich es nicht, sitzengeblieben zu sein. Ich habe gelernt, warum er es für notwendig hielt, sich alle neun Jahre neu zu erfinden – Spoiler: Es hat etwas damit zu tun, kreativ zu sein/bleiben. Und ich habe gelernt, was Digitalunternehmen von Bauhaus (Ja, das Bauhaus!) lernen können. 1. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. 2. Weniger ist mehr. 3. Zusammenarbeit rules. The next big thing in design? Laut Bob Greenberg: Roboter. Vor allem sei er gespannt, welche Rolle Japan dabei übernehmen werde.
(Talk bei Youtube)

Deutsche-Post-Chef Frank Appel möchte mit FAZ-Mann Carsten Knop nicht allzu lange über die Herausforderungen des vergangenen Jahres sprechen. Gemäß dem Motto der Konferenz „Optimism & Courage“ macht er sich stark für die globalisierte, vernetzte Welt – trotz protektionistischer Tendenzen bei dem einen oder anderen Politiker: „No Country has ever been successful with protectionism“, sagt er.

Der spannendste Aspekt in dem Interview war allerdings, als er von der größten Herausforderung seines Unternehmens sprach: Deutschland mache den Fehler, dass die meisten Menschen nach dem Ende der Schulzeit mit dem Lernen aufhören. Lebenslanges Lernen, wer trägt die Verantwortung von Bildung? Wer kommt für die Kosten von Bildung auf? Eine Debatte, die vermutlich gerade erst beginnt. (Talk bei Youtube)

„Cyber-Security is not a sexy topic, it’s an effort“, sagt Udo Helmbrecht von der European Network and Information Security Agency. Und auch: It’s about cyber hygiene: You wash your hands, you should also take care of your digital assets.
(Talk bei Youtube)

Den Rest des Tages habe ich mit Gesprächen verbracht und dabei ein paar Gedankenfetzen mitgenommen.

1. Egal, was du geschaffen hast: Wenn es auf einem Lizenz-Modell beruht, kannst du nix tun, wenn die Mutter schwächelt.
2. Das mit den E-Autos kommt dann doch so langsam. Memo to me: Wirklich mal tiefer ins Thema einsteigen.
3. Es gibt mehr als 100 Tänze bei Fortnite.
4. Wer ein Unternehmen gründen möchte, sollte das Buch „Machen“ der Mymuesli-Gründer lesen. (Ich habe einen Affiliate-Link verwendet)
5. „Wachse. Schrumpfen kannst du immer noch.“ In diesem Spruch steckt so viel drin.
6. Es gibt so viele, die eine Marie-Kondo-Geschichte haben. (Bei Instagram spreche ich darüber mit Daniel (Story findet ihr in den Highlights.)
7. Schnitzelessen macht müde und glücklich.
8. Kinder machen müde und glücklich.

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