Kinder im Home-Office – 13 Tipps, um nicht zu verzweifeln

Kinder im Home-Office – das ist für alle Beteiligten eine Herausforderung und Learning by Doing. Anja Hartmann, Autorin des Blogs bucketrides.org sowie Ko-Autorin von nichtmitabsicht.de und Franziska Bluhm tauschen sich seit dem Beginn der Corona-Schließzeit aus – was funktioniert und was eben nicht. Hier die ersten Erkenntnisse. Unsere Beobachtungsbasis: Grundschulkinder, die sich eigentlich ganz gut allein beschäftigen können, und ein Vorschulkind, das sich glücklicherweise bereits auf die Schule freut. Sowie: Eltern, die prinzipiell sowieso häufiger zuhause arbeiten und deshalb technisch, mental und emotional mit den Chancen und Risiken der Arbeit am heimischen Schreibtisch vertraut sind. Aber auch wir können sagen: Einfach ist es nicht. Zu keinem Zeitpunkt. Was helfen kann – 13 Tipps.

1. Den Tag strukturieren: Es ist hilfreich, wenn Kinder wissen, was sie erwartet. Auch feste Termine helfen dabei – neben eigenen Fächern können das auch Radio- oder TV-Sendungen sein, bei denen man im Idealfall sogar was lernt: Mikado um 9 Uhr, Sendung mit der Maus um 11.30 oder am Abend um 19.50 Uhr das gemeinsame Corona-Update mit Logo! Wichtig dabei: einen Unterschied machen, ob jetzt Schul- oder Freizeit ist. Das hilft Kindern und Eltern.

2. Kurze Lerneinheiten planen: Es ist kein Zufall, dass Schulstunden nur 45 Minuten lang sind. Selbst wenn Eure Kinder sich sehr gut konzentrieren können: Irgendwann brauchen Sie einen Szenen- oder Themenwechsel.

3. Abwechslung schaffen: Damit Zeitfenster für die eigene Arbeit entstehen, ist es wichtig, Abwechslung einzubauen zwischen Dingen, die die Kinder allein machen können (z.B. Arbeit mit Apps, Lesen) und Dingen, bei denen sie unter Umständen Hilfe brauchen (z.B. Arbeitsblätter).

4. Alle Fächer integrieren: Sport und Bewegung ist für die Kinder zwischendurch wichtig – dann fällt es auch leichter, sich auch wieder zu konzentrieren. Hüpfen, ein paar einfache Yoga-Übungen funktionieren auch drinnen.

5. Flexibel sein: Wenn das Kind Lust hat, sich länger mit Dingen zu befassen, laufen lassen. Die Langeweile kommt eh ganz von allein.

6. Neue Fächer erfinden: Kochen, Putzen oder „Schöner leben“ – wenn diese Dinge in den Alltag von vornherein integriert sind, fällt es leichter, die Kids auch dafür zu motivieren. Gegebenenfalls auch Fächer, bei denen die Kinder bei der eigenen Arbeit helfen können (z.B. Excel-Tabellen sortieren lernen, kleine Recherchen z.B. ein eigenes Indoor-Sportprogramm finden usw.)

7. Mediennutzung geschickt lenken: In manchen Situationen hilft nur noch eins: der Fernseher, das iPad oder auch das Smartphone, weil es Momente zum Durchatmen, Deep Work oder den wirklich wichtigen und nicht zu verschiebenden Call ermöglicht. Aber vielleicht gelingt es auch manchmal, den Medienkonsum gezielt einzusetzen: Yoga mit dem iPad bringt Entspannung, Sachunterricht mit einem Video aus der Mediathek oder die Englischstunde per Youtube.

8. Planen & Dokumentieren: Täglich planen, welche Fächer und Inhalte (ungefähr) wann dran sind – und spätestens abends dokumentieren, was geschafft wurde (wenn das nicht von der Schule ohnehin abgefragt wird). Wer Lust hat: Jetzt sind auch tolle Zeiten, um Tagebuch zu schreiben!

9. Nachhaltig denken: Da die Schulschließungen uns voraussichtlich noch mehrere Wochen begleiten werden, ist es wichtig, nicht jetzt aus Versehen Beschäftigungen einzuführen, die sich nicht durchhalten lassen. Überlegt deshalb gut, ob Ihr wirklich jeden Tag eine Stunde gemeinsam Papierflieger basteln wollt…

10. Eigene Mail-/Skype-Adresse fürs Kind einrichten: Das geht natürlich erst ab einem bestimmten Alter, aber wenn möglich, ist das eine gute Sache. Kinder lernen den Umgang mit diesen Tools, können selbst mit Großeltern, Freunden kommunizieren.

11.Die eigene Arbeit strukturieren: Natürlich muss auch der eigene Arbeitsalltag muss angepasst werden. Bei Aufgaben, die tendenziell Rückfragen notwendig machen, sollten sich Eltern nicht vornehmen, parallel an einer komplexen Excel-Tabelle zu arbeiten, die eine hohe Konzentration erfordert. Die eigene Arbeit entsprechend einteilen in Konzentrationsthemen und “Dabei kannst Du mich stören”-Themen; idealerweise – wenn vorhanden – während der Konzentrationsthemen die Kinder jemandem anders übergeben
12. Noise-Cancelling-Kopfhörer nutzen: Egal ob für die Kids oder für die Eltern – sehr hilfreich, damit alle zwischendurch mal ihre Ruhe haben können.

13. Humor behalten: Es klappt nicht jeden Tag gleich gut. Manchmal auch richtig schlecht. Lacht gemeinsam darüber, wenn etwas schief geht, habt Nachsicht, dass sich alle in das Familien-Home-Office eingrooven müssen – und habt Verständnis dafür, dass jeder sich gerade Sorgen macht und auch mal schlechte Laune hat.

Vielleicht wäre Punkt 14 bloß nicht alles gleichzeitig zu versuchen. Aber vielleicht hilft der eine oder andere Punkt, ein bisschen besser durch die nächsten Wochen zu kommen.

Was klappt bei dir? Gerne in den Kommentaren ergänzen.

Ergänzungen:
Der Grundschulverband mit Tipps

3 Antworten zu “Kinder im Home-Office – 13 Tipps, um nicht zu verzweifeln”

  1. Ina sagt:

    *Daumenhoch* Wer tiefer tauchen möchte: mal in die Empfehlungen für guten Ganztag gucken (z.B. „Mehr Ganztag wagen“ von der BST ?) – da wird viel vertieft. Und sich angucken, wie gute Schulen rhythmisierten Ganztag machen – z.B. auf dem Deutschen Schulportal und unter http://www.jakobmuthpreis.de . Und aus meiner Sicht muss sich jeder am Anfang erstmal ein paar Fragen stellen und ehrlich beantworten:
    – wie viele Menschen leben im Haushalt?
    – welche Interessen & Bedürfnisse haben sie?
    – was für Räume stehen für Arbeit, Spiel, Bewegung , Entspannung zur Verfügung?
    – was für Typen sind sie? Eher planerische oder spontane? Wer ansonsten eher spontan unterwegs ist, wird nicht von heute auf morgen einen Plan einhalten werden. Dann helfen eher Aufgabentypen oder -Blöcke. – Wie sehr setzen die Familienmitglieder durch Erwartungshaltungen unter Druck – einander oder sich selber?
    – was sind für uns unverhandelbare Fixpunkte (z.B. gemeinsame Mahlzeiten, Musizieren, Bewegung draußen etc)?

    – und sicher noch anderes ?. Insgesamt gilt: gemeinsam gucken, was allen gut tut & mit der Situation vereinbar ist. Das wird für jede Familie anders sein – deshalb: inspirieren lassen, nehmen, was passt und das andere guten Gewissens ignorieren!

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