Was ich manchmal in mein Notizbuch schreibe

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„Was siehst du auf diesem Bild?“, fragte sie uns. Ich sehe eine Frau, die einem Kind den Rücken eincremt. Der Himmel ist blau, im Hintergrund sehe ich das Meer. Während ich mit meinen Gedanken abschweife und an den letzten Holland-Urlaub denke – Muscheln sammeln, Füße eingraben, eine Sandburg bauen, spüren, wie der Wind die Sandkörner an meine Beine schlägt, Salzwasser – erzählt ein anderer von seiner Angst vor den Quallen und warum er in der Kindheit diese Urlaube am Meer immer gehasst hat. Ein anderer wiederum sehnt sich sofort nach einer Woche Ausspannen am Strand, nichts tun, weil die vergangenen Wochen doch sehr anstrengend gewesen sind.

Warum ich diese Anekdote erzähle? Weil mein Notizbuch voll ist und ich die Gelegenheit nutzte, mal zu schauen, was ich in den vergangenen anderthalb Jahren so notiert habe. Ich habe dabei diesen Spruch gefunden und finde ihn immer noch großartig.

We do not see things as they are, we see things as we are.

Er erklärt einfach sehr viele Phänomene. Warum du auf bestimmte Sätze deines Partners gerne mal grundgereizt reagierst. Warum sich viele neuen Prozessen, Tools oder Produkten verweigern. Digitalen wie Nicht-Digitalen. Neuen Mitarbeitern, Vorgesetzten, Chefs. Weshalb die neue Freundin des Sohnes besonders begutachtet wird, Alarmglocken schrillen, wenn die Kinder mal nicht zur verabredeten Zeit nach Hause kommen. Ich könnte jetzt noch unzählige andere Situationen aufschreiben, aber du schweifst vielleicht selbst schon ab und denkst an diesen einen Moment, in dem du dich gefragt hast, was zu der Abwehrhaltung deines Gegenübers geführt hat, als du eine aus deiner Sicht völlig wertfreie Frage stelltest.

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