Sieben Erkenntnisse aus der ARD-ZDF-Onlinestudie – bei Punkt 7 musste ich weinen. Vor allem in meinem Büro.

(Dieser Text war Teil meines Newsletters. Wenn du wissen willst, was da sonst so drin steht – hier kannst du dich anmelden.)

Alle Jahre wieder erscheint die ARD-ZDF-Onlinestudie und gibt uns Auskunft darüber, wie die Deutschen das Internet nutzen. Was ich am spannendsten finde?

Erstens: Mehr als 90 Prozent der Deutschen sind online. Das ist nochmal eine Million mehr als im vergangenen Jahr. 75 Prozent sind täglich im Internet und Erwachsene über 14 Jahren sind im Schnitt täglich 196 Minuten druff. Fazit: Immer mehr Deutsche sind immer länger online. Medien nutzen sie dabei sehend, dann lesend und danach hörend. Das wiederum ist jetzt nicht allzu überraschend, ordnet aber dann doch den derzeitigen Hype um Podcasts ganz gut ein.

Zweitens: Wie werden Videos genutzt? Die Studie gibt auch hier Aufschluss: Am beliebtesten sind Portale wie Youtube und Co. (31 Prozent nutzen diese), gefolgt von Videostreaming-Diensten wie Netflix und Co (23 Prozent). Was die Fernsehsender freuen wird: Am drittbeliebtesten ist die zeitversetzte Anschauen von Fernsehsendern (22 Prozent). Doch auch hier lohnt ein Blick auf die unterschiedlichen Altersgruppen. Denn die 14- bis 29-Jährigen schauen Videos zunächst bei Videoportalen wie Youtube (83 Prozent), am zweitbeliebtesten sind Videos in Streaming-Diensten (67 Prozent) und am drittbeliebtesten Videos bei Facebook (47 Prozent) – und das, obwohl die doch angeblich gar nicht mehr dort sind?! Auf Platz vier folgen dann Instagram-Videos (42 Prozent). Wenn die Öffentlich-Rechtlichen – und die sind nun mal die Auftraggeber der Studie – also in Zukunft junge Menschen erreichen wollen, sollten sie schleunigst an ihrer Plattformstrategie arbeiten. Erst auf Platz 5 folgt das zweitversetzte Gucken von Fernsehsendungen..

Drittens: Audio wird vor allem über Streamingdienste und über Youtube konsumiert. Besonders krass ist die Nutzung dieser Dienste bei den 14- bis 29-Jährigen. Die Nutzung von Audio-Podcasts ist in allen Altersgruppen ein Nischenphänomen, der höchste Anteil der Nutzer liegt bei den 30- bis 49-Jährigen. Spannend ebenfalls: Auch wenn das Live-Streamen von Radiosendungen das drittbeliebteste Nutzungsszenario ist – wenn ich einen Radio-Sender betreiben würde, würde ich mir Gedanken machen.

Viertens: Ein wenig seltsam ist die Untersuchung der Online-Communities, wurden hier offenbar nur Facebook, Instagram, Snapchat, Twitter und Xing (Warum dann nicht auch Linkedin?) abgefragt. Erkenntnis Nummer 1: Die Facebooknutzung der Deutschen (mindestens einmal wöchentlich) geht von 33 auf 31 Prozent leicht zurück, wobei mich auch hier der Anteil der 14- bis 29-Jährigen sehr überrascht: Erkenntnis Nummer 2: Mit 63 Prozent ist das Netzwerk beliebter als Instagram (50 Prozent). Und Erkenntnis Nummer 3: Snapchat ist keinesfalls tot. Schon gar nicht bei den Jungen.

Fünftens: Zum ersten Mal wurde gefragt, wie viele Menschen schon einmal einen Sprachassistenten genutzt haben: Rund ein Drittel der Bevölkerung bejahte dies. Das meistgenutzte System ist hierbei Siri von Apple, vor Google Now und Alexa von Amazon. Ich bin schon jetzt auf die neue Erhebung in 2019 gespannt.

Sechstens: Der Fernseher ist nicht tot! Grund: Viele verwenden ihn, um Streamingdienste wie Amazon-Prime, Netflix oder andere dort abzurufen. Auf dem Smartphone dominiert die Audionutzung (Spotify, Podcasts, Radio), aber auch Facebook wird vor allem mobil genutzt.

Siebtens: Das Smartphone ist der Treiber für die Internetnutzung. Zum einen wegen der weiter steigenden Individualkommunikation mit Hilfe von Messengerdiensten a la Whatsapp. Wer das Internet auch unterwegs nutzt, kommt auf deutlich höhere Gesamtnutzungswerte, schreiben die Studienbetreiber. Um so wichtiger, dass wir endlich Themen wie Netzabdeckung, 5G und Co. vorantreiben.

Du willst die Studie selber lesen? Hier entlang.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.