Was wird 2019?


Wenn ich durch meine Social-Media-Timelines scrolle, dann wird 2019 das Jahr, in dem alle so richtig durchstarten – mit dem Sport, dem frühen Aufstehen und schon mal produktiv sein, dem Durchoptimiertsein. Was sich da viele vorgenommen haben – ich hoffe, dass nicht einige davon, nach zwei Monaten komplett zusammenbrechen ob des Drucks, den sie sich gemacht haben. Und ich hoffe, dass du nicht auch zu denen gehörst, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wollen. Das geht ja bekanntlich meistens eher schief.

Im vergangenen Jahr habe ich im ersten Newsletter des neuen Jahres ein paar Dinge beschrieben, die ich von 2018 erwartet hatte. Ein paar davon haben sich bewahrheitet, ein paar sind ausgeblieben, welche, das kannst du gerne selbst nochmal nachlesen. Ins Jahr 2019 würde ich auf jeden Fall folgende Punkte rüberretten: Community-Aufbau rules! Inhalte! Silos aufbrechen! Sprachassistenten! Amazon!

Und nun haben wir 2019, es ist wiederum der erste Newsletter in diesem Jahr und daher ein paar Punkte, die ich von diesem Jahr erwarte.

Linkedin, Pinterest, Instagram | Das sind aus meiner Sicht die Namen der sozialen Netzwerke, die 2019 deutlich an Bedeutung gewinnen werden. Linkedin als professionelles Netzwerk, Pinterest als Reichweitenlieferant und Instagram wird der Kanal für die B2C-Kommunikation werden. Das bedeutet nicht, dass die anderen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden, ich gehe nur davon aus, dass diese drei die Gewinner 2019 sein werden.

Einszueins-Kommunikation rules | Und damit meine ich nicht nur die klassischen Newsletter, sondern auch die Kommunikation mit Kunden, Lesern und anderen Zielgruppen via Messenger. Perfektes Instrument in der Kunden- und Leserbindung und ich wünsche mir hier insbesondere von Medienhäusern intelligente Formate in der Kommunikation. Bisher vielerorts noch ein ungehobener Schatz.

Das Comeback der eigenen Kanäle | Wer sich 2018 gewundert hat, dass so viele wieder über das leicht angestaubte Format des Newsletters gesprochen haben: Weil die Reichweiten über Social Media weggebrochen sind, haben viele gemerkt, dass es vielleicht doch nicht schlecht ist, mal wieder ein bisschen mehr auf die eigenen Kanäle zu schauen. Webseite, Newsletter, Blog – die eigenen Kanäle, mobil optimiert, gewinnen wieder an Bedeutung. (Und wer schlau war, hat diese all die Jahre nicht vernachlässigt.)

Podcasts | In den vergangenen Monaten sind sehr viele spannende Podcasts entstanden, allerdings auch viele, die nur schlechte Kopien von guten Formaten sind. Nur wer sich jetzt durch Qualität und Originalität abheben kann, wird in der Lage sein, eine Hörerschaft aufzubauen. Und ich wünsche mir endlich eine nutzerfreundliche Lösung, um Podcasts von verschiedenen Plattformen zu abonnieren. Wir haben schließlich 2019.

Personenmarken im Journalismus | Ein paar Anfänge gibt es bereits, aber wir werden 2019 sehen, dass auch in Deutschland immer mehr Journalisten ihr eigenes Ding machen und für ihre Projekte eine Finanzierung finden und wachsen. Gabor Steingart hat schon einiges an Reichweite aufgebaut, Pit Gottschalk hat sich vorgenommen, im Themenbereich „Fußball“ durchzustarten und wer weiß, wer da noch folgen wird. Sicherlich nicht nur (mittel)alte weiße Männer.

Ohne Qualität kein Erfolg bei Paid Content | Ja noch eine These zum Thema Journalismus, er liegt mir halt immer noch sehr am Herzen. Immer noch treffe ich auf Manager, die meinen, dass es genügt, ein Preisschild an die online verfügbaren Inhalte zu tackern – fertig ist die Paid-Content-Strategie. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss sich ganz genau überlegen, in welchem Bereich er wirklich einzigartig ist, eine Nische besetzt. Und bei regionalen Medienanbietern kommt noch hinzu: ohne Community, kein Erfolg, sprich digitalen Umsätze.

Relotius und die Folgen | Ich befürchte, dass die vor Weihnachten entfachte Debatte über Recherchemethoden und Dokumentationspraktiken bei Spiegel und Co. schnell wieder abebbt. Zu unbequem, zu entlarvend. In diesem Punkt wünsche ich mir übrigens, dass ich widerlegt werde.

Künstliche Intelligenz | Ja, ich muss auch mal ein Buzzword verwenden, aber ich glaube, dass wir in diesem Jahr spannende Projekte in Kommunikation und Medien sehen werden, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz eine individuelle Ansprache von Kunden und Lesern ermöglichen wird.

Bildung ist das Thema der Zukunft | Klingt auch buzzwordig, ist aber nicht so gemeint. Und natürlich meine ich damit nicht nur die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, sondern auch und vor allem die Erwachsenenbildung. Unternehmen, die in ihre Mitarbeiter investieren, werden langfristig gewinnen. Und glücklicherweise gibt es dafür schon viele gute Beispiele, bei denen man sich was abschauen kann.

Und wie lautet deine These?

(Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters, für den du dich hier anmelden kannst.)

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