Ein Chefredakteur macht noch keinen guten Newsletter

Eigentlich ein seltsames Phänomen, welches sich in den vergangenen Jahren durchgesetzt hat: Kaum ein Medium, dass keinen so genannten „Chefredakteursnewsletter“ herausgebracht hat. Wenn ich durch meine Newsletter-Routine gehe, dann fällt mir auf, dass ich viele allein aus Neugier eine gewisse Zeit gelesen habe, es aber kaum einer geschafft hat, langfristig zu überzeugen. Und das aus genau einem Grund: Sie haben mir keinen echten Mehrwert geliefert. Das Argument „Der Chefredakteur schreibt“ reicht mir nicht aus. Denn am Ende des Tages abonniere und lese ich Newsletter, weil sie mir einen Mehrwert liefern: Inspiration, Meinung, Persönlichkeit oder ganz klassisch: Information. Nur wenige Newsletter schaffen das wirklich. Es reicht nicht, eine persönliche Ebene per Foto vorzutäuschen, wenn der Inhalt ohne persönliche Note verfasst ist und nicht einmal eine Meinung durchblitzt. Es reicht nicht, Meinung nur über innerredaktionelle Späße und Spitzen zu transportieren, die vermutlich nur die Kollegen richtig verstehen. Am Ende ist es ganz einfach: Ohne Mehrwert geht es nicht. Oder um es in Anlehnung an Dieter Nuhr so zu formulieren: „Wenn man nix zu sagen hat, einfach mal Fresse halten.“ Egal ob Chefredakteur, Blogger oder Elisabeth Strunkmann. Ich entschuldige die Wortwahl, aber ich glaube, du verstehst, was ich meine.

Was übrigens ein bisschen lustig ist: Dieser Text war Teil meines Newsletters (Hier kannst du dich anmelden!) Mitte November und ich habe auf ihn ziemlich viele Reaktionen bekommen. Und obwohl ich darum gebeten hatte, mir Newsletter von Chefredakteurinnen und Chefredakteuren zu empfehlen, erhielt ich keine einzige.

PS: Mein nächstes Newsletter-Seminar an der Akademie für Publizistik ist erst im September 2020. Wenn du vorher was entwickeln willst, sprich mich gerne an.

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