Blackrock-Chef Larry Fink ruft Revolution aus

Zu Beginn des Jahres schaue ich noch einmal nach vorn. Eine spannende Lektüre ist jedes Jahr der Brief von Larry Fink an seine Kunden, meist Chefs der größten Konzerne der Welt. Larry Fink selbst ist Chef des größten Vermögensverwalters der Welt, Blackrock. Der Brief macht in diesem Jahr deutlich, welches Thema die Finanzwelt in 2020 beschäftigen wird: der Klimawandel. Fink beschreibt in wenigen Sätzen, wie sehr das gesamte Wirtschaftssystem auf den Kopf gestellt werden wird:

„Will cities, for example, be able to afford their infrastructure needs as climate risk reshapes the market for municipal bonds? What will happen to the 30-year mortgage – a key building block of finance – if lenders can’t estimate the impact of climate risk over such a long timeline, and if there is no viable market for flood or fire insurance in impacted areas? What happens to inflation, and in turn interest rates, if the cost of food climbs from drought and flooding? How can we model economic growth if emerging markets see their productivity decline due to extreme heat and other climate impacts?“

Fink verkündet eine Reihe von Maßnahmen, die in den kommenden Monaten einen Wandel der Wirtschaftswelt hervorbringen werden. Keine Investitionen, die mit Nachhaltigkeitsrisiken verbunden sind, eine größere Implementierung von Nachhaltigkeit im Investmentprozess, mehr Transparenz über Nachhaltigkeitsfaktoren in allen Produkten. Mehr noch: Auch das Abstimmungsverhalten in den unzähligen Aufsichtsräten, in denen Blackrock vertreten ist, soll sich nun noch viel stärker an diesen Faktoren ausrichten.

Auch wenn man hier natürlich noch einkalkulieren muss, dass Fink es durchaus auch um maximale Aufmerksamkeit geht – es ist schon erstaunlich, dass der Chef von Blackrock den Klimawandel mit all seinen Auswirkungen zum Thema macht und den Versuch unternimmt, sich nun an die Speerspitze des Wandels zu setzen. Die Klimakrise ist in der Wirtschaft angekommen. Und sie wird auch die Digitalisierung beeinflussen: Schon jetzt geht ein erheblicher Anteil des Stromverbrauchs für die Nutzung des Internets drauf und dieser stammt keinesfalls nur aus klimaneutralen Energien.

(Dieser Text erschien zuerst in meinem wöchentlichen Newsletter, den du hier abonnieren kannst.)

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