Quelle: Internet – oder: Wie medienkompetent bist du?

Wie gut können Menschen selber einschätzen, ob ein Post bei Facebook von einer vertrauenswürdigen Quelle kommt? Wie gut können sie unterscheiden, ob sie es mit einer Nachricht. einem Kommentar oder gar Werbung zu tun haben? Diese und weitere Fragen zur Medien- und Nachrichtenkompetenz hat die „Stiftung Neue Verantwortung“ mit Hilfe eines dafür konzipierten Tests untersucht und ist zu erstaunlichen und durchaus beunruhigenden Ergebnissen gekommen (Den Test kannst du hier übrigens selbst mal machen – schreib mal in die Kommentare, was bei dir herausgekommen ist!):

  • Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden hält ein Advertorial für eine Information und gerade einmal 7 Prozent erkennen den Hinweis „Advertorial“ als Werbekennzeichnung auf einem Nachrichtenportal.
  • Ein Drittel hält einen Kommentar für eine tatsachenorientierte Berichterstattung.
  • Immerhin 35 Prozent erkennen nicht, dass ein Geschäftsführer eines Flugreiseportals bei seiner Berichterstattung über Flugreisen evtl. einen Interessenkonflikt haben könnte.
  • Nur 50 Prozent der Befragten weiß, dass Nachrichten über einen Bundesminister ohne die Genehmigung des Ministeriums veröffentlicht werden dürfen.
  • Nur die Hälfte der Befragten weiß, dass Bundestagsabgeordnete nicht darüber entscheiden, worüber der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichtet.
  • Bei 46 Prozent derjenigen, die den Test gemacht haben, liegt die digitale Nachrichten- und Informationskompetenz im (sehr) geringen Bereich – wobei Jüngere tendenziell kompetenter sind als Ältere, auch die politische Grundhaltung ist hier ein entscheidender Faktor: Die besten Ergebnisse erzielen FDP- und Grünen-Anhänger*innen, die schlechtesten AfD-Sympathisanten.
  • Liest man das alles, bleibt auch für die Studienmacher*innen nur ein Fazit: Es gibt viel zu tun. Drei Punkte werden hier vor allem genannt: eine bessere digitale Schul- und Erwachsenenbildung (oh well), mehr Transparenz im Journalismus (und mehr transparenten Journalismus) sowie bessere Plattformarchitekturen und klarere Kennzeichnungen.

    Doch ein paar Fragen bleiben noch unbeantwortet und auch ich habe da derzeit noch keine befriedigenden Antworten gefunden: Wie erreiche ich die Erwachsenen und vor allem die Älteren (noch)? Und wie vermittle ich, dass Kompetenzen fehlen bzw. Defizite vorliegen und dass es ein Gewinn wäre, diese Lücken zu schließen? Gutes Storytelling ist hier sicherlich hilfreich und ein solcher Test ist wohl keine schlechte Idee. Besser wäre es, direkt im Anschluss Angebote zu erhalten, die eigenen Kompetenzen zu verbessern.

    Also: Wer hat Interesse, seine Medienkompetenz zu verbessern? Ich helfe gern – einfach Mail schreiben! :)

    (Der Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters. Hier kannst du ihn abonnieren.)

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