Emojis in der professionellen Kommunikation?

Neulich im Workshop. Kunde: „Wir diskutieren ja immer, ob wir Emojis in unseren Posts auf Linkedin verwenden sollten. Was sagst du denn dazu?“ Argumente dagegen sind schnell gefunden. Das passt nicht zu unserer Marke. Emojis sind doof. Und überhaupt nerven sie doch schon in persönlichen Whatsapp-Gruppen.

Aber so einfach ist es aus meiner Sicht nicht. Denn: Wer nur von sich ausgeht und nicht schaut, wie die jeweilige Zielgruppe tickt, sorgt schon einmal dafür, sehr viele Chancen nicht zu nutzen. Und wer nicht darauf achtet, welche Sprache in dem jeweiligen Netzwerk gesprochen wird – tja, der wird eben auch nicht glücklich werden. Zumal: Emoji ist ja nicht gleich Emoji. Denn es müssen ja nicht gleich die Äffchen, Katzen und lachenden Smilies sein – es gibt ja auch diejenigen, die beispielsweise ein Thema optisch verdeutlichen können, ohne albern zu wirken.

Richtig eingesetzt sehe ich folgende Vorteile im Einsatz von Emojis: Sie können durch das Setzen von optischen Ankern die Aufmerksamkeit für einen Post erhöhen, so dass auch das Engagement mit dem Post steigt. Dazu gibt es auch einige Studien, die das belegen. Sie können helfen, dem Post eine Struktur zu geben, zum Beispiel bei Aufzählungen. Sie können eine Marke vermenschlichen und wir alle wissen, dass wir uns gerade auf Social Media eher mit Personen verbinden. Und sie können Emotionen übertragen, die du mit Worten oft gar nicht so gut erzeugen kannst.

Und in diesem Zusammenhang spannend: Wirf doch mal einen Blick auf das Social-Media-Radar vom Tagesspiegel zur Bundestagswahl – dort wird unter anderem auch analysiert, welche Emojis die jeweiligen Spitzenkandidaten am häufigsten verwenden – und welche in der Berichterstattung über die Kandidaten verwendet werden.

Man sieht ganz gut, welche politische Agenda die Spitzenkandidat*innen verfolgen – der eine staatsmännisch, die anderen erfolgsorientiert. Bin gespannt, wie sich das in den kommenden Wochen noch verändern wird.

Spannend in diesem Zusammenhang ebenfalls: die Verwendung von Hashtags. Während Laschet mittlerweile eher inhaltlich auswählt, nutzen beispielsweise Baerbock und ihr Team eher allgemeine Hashtags, die wenig über die eigene Positionierung aussagen.

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