Gestern, als ich las, dass Christian Ströbele die deutsche Nationalhymne auf türkisch übersetzen will, habe ich lange darüber nachgedacht. Was bedeutet mir eigentlich diese Hymne? Ich höre sie auf diversen Sportveranstaltungen, ja, aber sonst? Wozu benötigt ein Land eigentlich ein solches Lied? Ist das nicht alles furchtbar antiquiert? Wenn ich an dieses Land denke, dann nicht an die Nationalhymne. Allerdings denke ich auch nicht an Sauerkraut, Bier und Würste.
Selten so gelacht.
(Anmerkung der Redaktion: Die erklärte Flickr-Hasserin ist bekehrt. )
Aber sonst geht’s gut, Jochen?
Meine liebste Überschrift am heutigen Tage in der Offline-Presse (sogar online verfügbar)
(Noch irgendwer morgen im ZAKK?)
Männliche Logik
Sie: Wir haben den Keller noch gar nicht abgeschlossen.
Er: Das können wir ja mal zusammen machen.
Sie: ?
Er: Ich find das da unten gruselig.
Sie: ???? Aber du bist der Mann!
Er: Na, eigentlich weiß ich nur nicht mehr, welcher Keller unserer ist.
FILM: Darf ich bitten?
Oh mein Gott: Wie unrealistisch ist das denn? Ein Mann, der freiwillig auf eine Tanzschule aufmerksam wird und diese dann auch noch betritt und das auch noch in der Midlife Crisis? Ein MANN! Also einen, den man auch noch ernst nehmen soll. Ich lach mich tot. Und dann bringt dieser Tanzkram auch noch wichtige Impulse für den Fortbestand der Ehe. Und neue Freunde. Und ein neues Hobby der beiden. Das ist alles ganz furchtbar kitschig. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich an der einen oder anderen Stelle „Hach“ gedacht und wohl auch artikuliert habe. (Der Mann meines Herzens saß daneben und hat gelacht und gesagt, dass ich das unbedingt in mein Blog schreiben muss, sonst outet er mich.)
Berlin ist quasi um die Ecke
Gestern im „Pretty Vacant“ den Typen gesehen, der zu meiner Berliner Zeit in der Strandbar Bier verkaufte.
FILM: Rosenstrasse
Ich bin verdammt froh, diesen Film nicht im Kino gesehen zu haben. Der Grund: Im Nachhinein habe ich mich über so viele Dinge geärgert. Warum musste Regisseurin Margarethe von Trotta unbedingt einen Film drehen, der in der heutigen Zeit und in der Geschichte spielt? Meiner Meinung nach ist der gesamte Gegenwartsteil völlig misslungen. Da erfahren wir, dass der Ruths Mann gestorben ist. Sie hält sich plötzlich an all die Rituale, die ihr ihre Religion vorschreibt, ist sogar gegen die Beziehung ihrer Tochter zu einem Nicht-Juden. Warum das so ist, erfahren wir. Warum sie aber dann doch zulässt, dass die beiden heiraten, bleibt unklar. Ebenfalls ist die Rolle der Hannah, Ruths Tochter, die von Maria Schrader gespielt wird, unausgegoren. Um zu erfahren, warum ihre Mutter die Vergangenheit ausblendet, fährt sie nach Berlin und trifft dort Lena Fischer, die Frau, die ihre Mutter 1943 aufgenommen hat. Innerlich zerrisssen zweifelt sie kurz an der Beziehung zu ihrem Freund, doch – oh Wunder – wenig später heiratet sie ihn dann doch. Einfach so. Ohne wenigstens noch einmal drüber nachgedacht zu haben. Und auch die Mutter lächelt nur kurz, gibt ihrer Tochter den Ring zurück und alle sind glücklich. Klar, musste man vielleicht nicht so genau ausbauen, aber warum man all diese Konflikte überhaupt erwähnte, ist unklar und nervt.
„Rosenstraße“ ist ein unausgegorener Film über ein außergewöhnliches Ereignis in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges. Schauen muss man ihn aber nicht.


