Abschied nehmen
Es dauert nicht mehr lange, dann fahre ich wieder. Abschied nehmen. Auf der Nordsee. So richtig habe ich wohl immer noch nicht realisiert, dass ich ihn nie wieder sehen werde. Nie wieder mit ihm reden. Nie wieder die Gelegenheit haben, ihn nach den besten Tricks für die Steuererklärung zu fragen. Nie wieder die Telefonate, die in den vergangenen Monaten häufiger und offener geworden waren. Nie wieder ein Mann, der mich tröstet, wenn wieder einmal eine Liebe in die Brüche gegangen ist.
Nie wieder ein Vater. Nie wieder mein Vater.
„Bei Radio Fritz ruft kurz darauf ein bayerischer Urlauber auf der Rückfahrt von Rügen an: Er entschuldigt sich für Stoiber, ‚das ist mir wirklich peinlich. Aber glauben Sie mir: Es gibt auch intelligente Bayern. Nur unser Ministerpräsident gehört nicht mehr dazu.'“
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Weißt du noch damals, als wir uns am Bahnhof getroffen haben? Als wir am Rhein saßen? Und uns danach eine Pizza teilten? Weißt du noch, als wir uns in der Strandbar trafen? Und unter einem Baum saßen, weil es so heiß war? Weißt du noch, wie wir nach einer viel zu kurzen Nacht zum Bahnhof fuhren? Und beinahe den Flieger verpassten? Und weißt du noch, wie es damals war, als wir gemeinsam von Prag mit dem Zug nach Berlin fuhren? Aneinandergekuschelt auf die Elbe blickten?
‚Such dir so einen wie mich‘ hatte er noch vor einem Jahr zu mir gesagt. Ob du so bist, weiß ich nicht. Nur, dass du gut tust.
Nachtrag zu den Babyleichen
„Zwischen Elbe und Oder besteht die Neigung, spezifisch ostdeutsche Probleme schönzureden oder als das Resultat einer Vernachlässigung durch den Westen darzustellen. Jeder Versuch, ein Phänomen als das Ergebnis der Prägung durch die DDR zu erklären, wird als Angriff auf die eigene Identität empfunden. Der anfängliche Zwang, sich nach der Wiedervereinigung für die östliche Herkunft zu rechtfertigen, hat zu einem regelrechten Komplex und einem Ost-Trotz geführt. Auf diese Weise reproduziert sich eine Mentalität, die den Ostdeutschen faktisch jede Selbstverantwortung abspricht und die kommunistische Bevormundung durch westliche Fürsorge abgelöst sehen will.“
aus der NZZ
(via)
Erinnern nicht vergessen
Ausdrucken, aufhängen, erinnern. Wie konnte ich nur vergessen. Und auch wenn das letzte Ausmisten des Kleiderschranks gerade einmal anderthalb (knapp) Jahre her ist, hat sich schon wieder ein blauer Sack angesammelt. Gut, dass sie nicht da ist. Dann wären es wahrscheinlich sogar zwei geworden.
(nee, ich zieh nicht schon wieder um. Meine Mutter wird nur bald zu Besuch kommen. Schein wahren.)
Nerd-Content
Wenn man sich die xml-Datei des Feedreaders zerschießt und damit alle liebgewonnenen Seiten fort sind, dann wäre es Zeit, sich einmal richtig in den Arsch zu beißen.
„Das wäre doch auch einmal was für deine Kolumne“. Mein Bruder weiß, was er sagen muss, um mir zu schmeicheln.


