Ricky oder das Zauberding
„Wow, das ist soooooo lecker“, schreit Ricky mir heute morgen entgegen. Ricky? Wir erinnern uns: Das war dieser kleine Mann mit der quäkenden Stimme, die irgendwann, vor noch gar nicht langer Zeit den Nachmittag mit einer so genannten Talksshow bespaßen durfte (siehe auch Hans Meiser, Bärbel Schäfer oder Arabella Kiesbauer). Dort saßen dann Menschen, die sich meistens einer Liebe, ihrer selbst oder irgendeinem Quatsch nicht sicher waren. Dann wurde geredet, sehr oft geschrien, geweint und gelacht und am Ende der meist einstündigen Sendung war der Zuschauer auch nicht viel schlauer. Machte aber nichts, die Menschen haben es trotzdem geschaut. Aber ich schweife ab, denn sicherlich interessiert ihr euch genauso wie ich heute morgen dafür, was unser lieber Ricky, der der deutschen Sprache mittlerweile auch viel mächtiger ist, da heute morgen so lecker fand. Es handelte sich um ein Gemisch aus Melone, Ananas, Banane, Möhre und Brokkoli, was in einem dieser neuen Küchengeräte hergestellt wurde. Die einen nennen es Magic Bullet, bei den anderen heißt es Magic Butler, nur den Namen, den Rickys angepriesenes Gerät trug, habe ich vergessen. Das Tolle an dem Ding ist, dass es „schneiden, mahlen und reiben“ kann. Alles auf einmal! Das „Reinigen ist ein Kinderspiel“, denn es ist spülmaschinenfest und im Konkurrenzprodukt („Magic Butler“) gibt es sogar noch lustig-bunte Partyringe, die man über die einzelnen Behälter stülpen kann, um sie bei einer ebenso lustig-bunten Grillparty auch auseinander zu halten, denn natürlich können die Gäste die lecker zubereiteten Gemüse-Obst-Shakes gleich aus dem Mixding trinken.
Schon wieder schallt mir ein „Boah, ist das lecker“ von Ricky entgegen, er kann sich mittlerweile gar nicht mehr halten, denn die gute Frau Vorführerin hat unserem lustigen Moderator einen Nusskuchen gebacken, der natürlich auch mit dem Magic-Ding zusammengerührt wurde. Mmh, Nusskuchen. Den haben mir meine Eltern aber nicht zubereitet. Obwohl sie seit Donnerstag auch so ein Zauberding in ihrer Küche stehen haben. Nicht im Shopping-Kanal erworben, glücklicherweise, sondern im ansässigen Drogeriemarkt für einen viel
geringeren Preis. Zum Glück. Denn sie haben es in ihren ersten Gehversuchen geschafft, aus einer Zwiebel 1A-Zwiebelmus zu machen, der nach nur wenigen Sekunden in der Pfanne anbrannte.

