Kommunikation 3.0 (oder so)

Herr Fiene macht da ein Experiment und belästigt deswegen Leute mit seinen Fragen. Ich will nicht, dass er scheitert. Deshalb hier meine Antworten auf die von ihm gestellten Fragen.

1. Wie kommunizieren Menschen in Zukunft?
Da wird sich wenig ändern. Es wird auch in Zukunft nonverbale und verbale Kommunikation geben. Blicke, Berührungen, Gesten, Worte – gesprochene, geschriebene. Ich glaube, dass viele, seit es das Internet gibt, mehr über das geschriebene Wort kommunizieren. Indem sie bloggen, twittern, facebooken, mailen, chatten. Erst haben wir den Computer gebraucht, jetzt immer mehr das Handy. Da wird es sicherlich noch den einen oder anderen heißen Scheiß geben.

2. Wo und wie sollen mir klassische Medien im Netz begegnen?
Wenn ich nach Informationen suche, erwarte ich, dass es verlässliche Partner gibt, die mich informieren. Das können klassische Medien sein. Es gibt in Redaktionen jede Menge Fachwissen und Experten zu den unterschiedlichsten Themen – doch nur wenig davon gelangt bisher ins Netz. Wer als verlässlicher Partner für Informationen und Nachrichten wahrgenommen werden will, sollte jede Chance nutzen (Und damit meine ich nicht nur das Schreiben oder Zuhören, sondern auch das Kommunizieren!), sein Wissen und seine Fachleute unters Volk zu bringen. Gerade im Internet.

3. Wer gewinnt mein Vertrauen?

Derjenige, der in der Informationsflut durch tolle Geschichten, großartige Köpfe, Authenzität, Qualität oder auch Kreativität hervorsticht. Das können Köpfe sein, aber auch Marken oder Instanzen.

4. Welche Chancen hat Qualitätsjournalismus im Netz?
Wer nach Informationen sucht, will verlässliche Informationen. Wer sich für Nachrichten interessiert, will aktuelle, gut recherchierte, gut geschriebene. Das Netz bietet Qualitätsjournalismus die Möglichkeit, eine viel größere Zielgruppe zu erreichen. Wenn es gelingt, diese Zielgruppe zu monetarisieren, dann wird es Qualitätsjournalismus auch weiter geben. Vermutlich werden nur die Instanzen, die dahinter stehen, sich verändern.

5. Wann brauche ich verlässliche Information?
Wenn ich Informationen will, dann natürlich immer verlässliche. Komische Frage, Herr Fiene.

FILM: Sex and the City

Man kann wirklich nicht sagen, dass das ein guter Film war. Der Anfang – zog sich ewig in die Länge und man hoffte sogar schon darauf, dass bei der Hochzeit zwischen Carrie und Mr. Big, der plötzlich nur noch John hieß, irgendwas schief geht. Kam ja auch so, nur viel spannender wurde es nicht. Viel mehr plätscherte die Handlung stetig vor sich hin. Die Frauen tauschten sich über ihre Probleme aus, die sich nicht mehr um ihr Singleleben, sondern eher um ihr Beziehungsleben drehten. Charlotte war glücklich, Miranda nicht so, weil Job und Familie schwer unter einen Hut zu bringen waren, Samantha gab die managende Hausfrau und lechzte einfach nur nach dem scharfen Nachbarn und Carrie war nach der Pleite mit der Hochzeit ziemlich unglücklich. Und trotzdem und ich schiebe es einfach mal darauf, dass ich gestern einen extrem emotionalen Tag gehabt haben muss: Nach der Pleite mit Mr. Big kam ich aus dem Heulen nicht heraus. Die traurige Carrie im Hotelbett in Mexico, das einsame Silvester-Essen, die Geburt von Charlottes Tochter, die Versöhnung von Steve und Miranda, alles Tränen-Content. Aber wie gesagt: Hat nichts mit der Qualität des Filmes zu tun. Ich heul ja manchmal auch bei Pilcher-Schnulzen.

Auto-Tuning

Was diese Jungs aus relativ langweiligen Beiträgen von amerikanischen News-Sendern machen, ist schon bemerkenswert.

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(via)

Rick Astley

Das ist wirklich rührend. Ich weiß nicht, ob ihr das alle mitbekommen habt, deshalb nochmal ausführlich. Die „Time“ bestimmt jedes Jahr die einflussreichsten Menschen der Welt, auch online. Auf der Webseite konnten die User abstimmen. Gewonnen hat „Moot“, ein 21-jähriger junger Mann, der sehr unscheinbar wirkt, aber eines der einflussreichsten Imageboards gegründet hat. Die Plattform heißt 4chan und der eine oder andere kennt sie als US-Vorbild für Krautchan (Die mit den Bernds.). Seit der Re:publica weiß ich ja auch, dass dieser „Moot“ mit seinem Board den einen oder anderen Trend im Netz gesetzt hat. Zum Beispiel das „Rickrolling“ (Bitte klicken Sie jetzt nicht hier!).

Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Moot hat also die Online-Umfrage bei „Time“ gewonnen, weil seine Jungs da wohl ein bisschen rummanipuliert haben, und die „Time“ sagt, dass der Gewinner der Umfrage auf jeden Fall in der Top 100 vorkommen wird. Den Text zu „Moot“ hat kein anderer als Rick Astley geschrieben, als Widmung sozusagen. Und das, was er da schreibt, ist, ach, lest selbst.

Und so geht’s los:

Back in the ’80s, I was known for being reclusive, often shying away from media attention. It’s perhaps ironic that the Internet phenomenon of Rickrolling should bring my video for „Never Gonna Give You Up“ to a new generation. But that’s one of the great things about the Internet. Young people now have easy access to material that they ordinarily wouldn’t have been exposed to.

Tarantino-Mixtape

Ich habe heute morgen das wohl tollste Mash-up-Video gesehen. Vielen Dank an Herrn Nerdcore für diesen fantastischen Start in den Tag.

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Eclectic Method – The Tarantino Mixtape from Eclectic Method on Vimeo.

Die Zukunft des Journalismus

Guardian-Chef Alan Rusbridger im Gespräch mit Carta.

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Alan Rusbridger on the Future of Journalism from Carta on Vimeo.

LinksLinksLinks

Der wirklich beste Text, den ich heute gelesen habe, ist dieser beim „Boston Globe“ (via irgendein Twitterer) über einen Professor, der mit einer begeisterten Twitterin verheiratet ist. Der schönste Absatz:

Being married to a Twitter queen has done wonders for my reputation with the Wired Generation. It’s my digital botox.

Sehr zu empfehlen ist auch dieses taz-Interview mit Sascha Lobo.
(via)

Diese zehn Thesen von Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer sollte man zumindest mal gelesen haben.

Und dann war da noch dieses blondgelockte Schwein. Nein, keine Schweinegrippe. Also hoffentlich…

FILM: Ein fliehendes Pferd

Zwei Schulfreunde treffen sich im Urlaub wieder. Sie führen komplett verschiedene Leben. Der eine: seit 16 Jahren verheiratet, seit zwölf Jahren Urlaub am Bodensee, Lehrer, das Glück in der inneren Ruhe in der Natur suchend (und ein bisschen findend). Der andere: Typ Lebemann, deutlich jüngere Freundin, macht, was ihm Spaß und gerade in den Sinn kommt. Die Paare treffen aufeinander. Die Verheirateten entdecken sich selbst und irgendwann auch wieder einander.
Eine durchaus überzeugende Katja Riemann, ein den Unsympath sehr gut verkörpernder Ulrich Noethen, ein ausladender Ulrich Tukur. Gute Besetzung also für einen eher so najaen Film. Bisschen viel Fantasie eines gealterten Schriftstellers dabei.

Franzi in der Nachttaxe

Ich war gestern im Fernsehen. In der Nachttaxe von Michael Kessler. Zusammen mit dem Popkulturjunkie und Phil. Weil ich ja eines Abends in Berlin aus klitzekleiner Langeweile auf mein Handy geschaut und gesehen hatte, dass der gute Mann vom RBB Fahrgäste für seine Sendung sucht. Ein paar Anrufe und eine halbe Stunde später saßen wir dann im Taxi zu Sascha und erklärten das Phänomen Twitter. Verpasst? Guckst du hier:

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Film: Heimatkunde

Der ehemalige Titanic-Chef und Vorsitzender der PARTEI, Martin Sonneborn, ist 2006 einmal um Berlin gelaufen. Er hat mit Einheimischen in Ost und West gesprochen, mit Familienanschluss gewohnt und an den brandenburgischen Imbissbuden gespeist. Aus diesen Erlebnissen ist dieser Film entstanden. Ein ruhiger Film, mit vielen tollen Einstellungen, zum Teil recht aufwändig gedreht. Ein Film, der sich nicht lustig macht, mit einem Protagonisten, der die Menschen einfach reden lässt. Eigentlich ein untypischer Film für einen ehemaligen Titanic-Macher.
Dooferweise hat die DVD eine Macke gehabt. Sie weigerte sich mehrfach, ins nächste Kapitel zu springen, da musste man immer händisch eingreifen. Und noch dooferweise bin ich am Freitagabend zehn Minuten vor Schluss eingeschlafen. Lobend zu erwähnen: Die kleinen Begegnungen im Bonus-Material sind teilweise noch sehenswerter als die im Film.