Und jetzt: Schnitzel und Torte

Eigentlich gäbe es echt viel zu schreiben. „Inglorious Basterds“ und „Into the Wild“ gesehen, „Eine exklusive Liebe“ und „Monsieur, der Hummer und ich“ gelesen, Internet-Manifest, TV-Duell erlebt, sowieso ab und zu auch gelebt und gar nicht drüber geschrieben. Stattdessen lasse ich mein Blog noch ein bisschen die Phase des „Reisetagebuchs“ durchleben. Vielleicht sammle ich ja auch mal ein bisschen Erfahrung im „Foodbloggen“. Schließlich hab ich mich am Wochenende für die „Tour de Menu“ hier in Düsseldorf mal an einer Essenskritik versucht. Schnitzel und Torte! Ich komme!

Berlin – ein Rückblick

Bernd Begemann

Er war der letzte Anstoß, dann doch an diesem Wochenende nach Berlin zu fahren (und nicht an einem anderen im September): Bernd Begemann, der am Samstagabend im BKA-Theater in Kreuzberg spielte. Es war nicht mein erstes Begemann-Konzert, auch nicht als Solo-Programm, doch muss ich sagen, dass dieser Abend einer meiner liebsten Begemann-Abende war. Grund: Wenn Begemann solo auftritt, redet er viel, so viel, dass sich der Abend ein bisschen zieht, wie Kaugummi. Und man spätestens nach zweieinhalb Stunden ganz dringend mal irgendwie sitzen will. Doch im BKA-Theater darf man sitzen, sogar lümmeln und das durchaus bequem. Perfekt also, um ein bisschen den Worten und Gesängen zu lauschen. Ein bisschen was aus dem Leben, ein paar neue Songs, viele alte. Ein schöner Abend. (Den ich mit einer Currywurst im Curry 36 abschloss. Lecker.)

Kasbah

Den Freitag (Achtung, keine Chronologie!) verbrachte ich mit einem ausgiebigem Spaziergang durch Mitte, ein bisschen Shopping, ein bisschen Gucken, abends essen und trinken. An Orten, die ich teilweise bereits kannte (Mädchenitaliener!, und überraschenderweise auch die Greenwich Bar!) oder eben nicht (diese Bar da gleich bei der Schröderstraße, in der ich zum ersten Mal von einem Fan angesprochen worden wurde (Hallo du!). Offene Frage: Brauche ich auch ein Paar Stiefeletten?

< Cut >

Der Samstag litt ein bisschen unter dem Abendprogramm des Vortages. Aber dann doch Schöneberg mit Besuch im Café Gottlob und einem Rundgang auf dem Winterfeldtplatz. Später Prenzlauer Berg, Spaziergang zur Brotfabrik (24hBerlin) und um die Bauhaus-Bauten herum. Alte Freunde und so. Zur offenen Frage: Vielleicht brauche ich doch solche Stiefeletten.

Herlinde Koelbl

Am Sonntag: Herlinde Koelbl im Martin-Gropius-Bau. Faszinierende Bilder, ein paar auch verstörend, aber vor allem aber große Freude über ihr Gespür für menschliche Beziehungen und Persönlichkeiten. Ein Bild der Kampagne der Wasserbetriebe süß gefunden, andere (das kleine da rechts) doof (Disclaimer: Ich erhalte dafür kein Geld):

Och und sonst? Schön war’s. Gerne wieder.

Sonntagszeitungen im Zug

Herrlich, Zug fahren. An einem Sonntag. Mit zwei der drei großen Sonntagszeitungen: der FAS und der WAMS. Und meiner Lust auf Zeitungslektüre. Hier der große Vergleich. Wobei Sie hier nur meine Sicht der Dinge lesen. Eine andere gibt’s gleich bei Herrn Fiene. Der saß nämlich neben mir.

Optik: Natürlich muss die Zeitung über dem Bruch überzeugen, also von den Themen her ansprechend sein und von der Optik. Beide setzen auf Afghanistan als Aufmacher. In beiden Kategorien überzeugt die WAMS. Die spannenderen Themen, die tolleren Fotos. Auch im Vergleich der einzelnen Bücher liegt für mich die WAMS vorn. Tollere Fotos, mehr Emotionen. Am traurigsten der Geld-Teil bei der FAS. Die Optik ließ nicht einmal mehr auf das Thema unter dem „Bruch“ schließen. Sowieso: zu viele Symbolfotos. Doch werfen wir einen Blick auf den Inhalt.

Titel

Politik: Beide was Großes zur politischen Gemengelage vor der Bundestagswahl. Beide mit hochrangigen Interviews. Beide so langweilig, wie diese Interviews eben immer so sind. In der FAS war mir die Aufarbeitung der Landtagswahlen zu stereotyp. Trotz ödem Schöneberger-Interview klarer Punkt an die WAMS: Schröder! Thüringen über die Frauen verkauft, Stuckrad-Barre über Cem Özdemir! Drei Treffer plus Optik.

Sport

Sport: Les ich sonst nie. Überzeugten mich auch diesmal beide nicht. In der FAS ein langweiliger Bericht zum gestrigen Spiel, den ich auch nicht spannend fand, obwohl ich nichtmal Fernsehen geguckt habe. Verschenkte Geschichte (weil hölzern erzählt) zu dem wieder an Krebs erkrankten Handballspieler. Und die WAMS? Kann ich mich schon nicht mehr erinnern. Trostpunkt für die FAS.

Wirtschaft

Wirtschaft: True Fruits, Polens Wirtschaft und Nokia in der WAMS, die Wasser-Schwester hält in der FAS dagegen. Warum nur mag ich über all die anderen dort vorkommenden Themen nichts mehr lesen? 3:1.

Finanzen

Finanzen / Geld: Das Spannendste in beiden Geld-Teilen war die Meldung in der FAS, dass die Jung-Seite eingestellt wird. Dafür vergebe ich keinen Punkt.

Kultur

Kultur / Feuilleton: Beide widmen sich dem ARD-Skandal – die WAMS mit Interview, die FAS mit Meinung. Und dann legt die FAS noch mit Peter Richter über Obama („Wenn unsere Politiker unkonventionell sein wollen, kommt Claudia Roth heraus“) und ein paar Standards nach. Keine Chance für die WAMS. 3:2.

Stil

Stil/ Gesellschaft: Von Berlin in die Provinz bei Bremen – in der FAS spannend und gut geschrieben. Minuspunkte dafür für die Flipflop-Geschichte. Hallo? Wie out sind bitteschön Flipflops in diesem Sommer gewesen? Ich hab nur Leute in Römersandalen und Ballerinas rumlaufen sehen. Die WAMS punktet mit einer Kindererziehungsgeschichte und einer Betrachtung zum Flirtverhalten russischer Frauen. Wieder mal nicht nur in Sachen Optik: Punkt für die WAMS.

Immobilien

Immobilien: Les ich sonst nie, geb ich heute aus Ehrlichkeitsgründen auch keine Chance. Kein Punkt.

(Bild wird nachgereicht.)

Motor/ Technik und Motor: Siehe oben. Kein Punkt.

(Bild wird vielleicht nachgereicht.)

Wissenschaft: In der WAMS im Kulturteil versteckt. In der FAS was Größeres über die Wikinger. Dazu konnte ich mich nicht aufraffen. Beide ohne Punkt.

Reise

Reise: In der WAMS les ich vielleicht noch die Roger-Willemsen-Geschichte. Halber Punkt für die WAMS.

Beruf

Beruf: Gute Überschrift.

Endstand: 5,5 gegen 3. Hätte ich nicht gedacht.

Tarantinos Lieblingsfilme

Seit gestern bewundere ich Quentin Tarantino wieder mal nur noch mehr: Ich habe „Inglorious Basterds“ geschaut und bin immer noch ganz fasziniert, wie es ihm gelungen ist. Und wie sehr man auch diesem Film wieder anmerkt, wie sehr Tarantino Filme liebt. So liebevoll sind die Figuren gezeichnet, so gewitzt, so herrlich. Spannend deshalb zu wissen, welche Filme Tarantinos Top 20 der letzten 17 Jahre ist:

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