Tschüss, 2010

VG Wort abgeschickt, letzte Rechnungen überwiesen, selbst der Brief an die Krankenkasse ist gepackt – Dinge, die man ruhig noch zum Ende des Jahres erledigen kann. Eingekauft ist auch schon, nichts ist schließlich schlimmer als sich am 31. Dezember noch einmal in den Wahnsinn zu wagen. Ich hatte das erste Mal seit Jahren richtig frei zwischen den Feiertagen, habe deshalb ein paar Dinge erledigt, mich auskuriert (obwohl der Husten noch immer nicht weg ist) und die To-Do-Liste (Der Nestbautrieb lässt grüßen!) erweitert – noch zwei Monate. Immer wieder denke ich darüber nach, was sich an meinem Leben in den nächsten Monaten verändern wird, ob ich plötzlich ganz andere Dinge mag, ob sich die Prioritäten wirklich verschieben wie man von vielen hört.

Was wird wohl anders hier mit diesem Internet? Werde ich es immer noch gerne haben? Soll ich weiter über all die privaten Erlebnisse schreiben? Oder sollte ich lieber unprivater werden, vielleicht sogar fachlicher, um mir einen kleinen Gegenpol zu schaffen? Auch darüber werde ich mir wohl noch klar werden, aber dafür ist vielleicht auch noch Zeit (Irgendwie muss man die sechs Wochen Mutterschaftsurlaub ja rumkriegen).

Auf jeden Fall geht nun ein sehr aufregendes Jahr zu Ende und ich kann schon jetzt sagen, dass das kommende wohl noch ein bisschen aufregender wird. Seltsames Gefühl, das alles bereits zu wissen, aber das Früchtchen erinnert mich mit Hilfe von Tritten und zunehmender Körpergröße ohnehin ständig daran.

Ich wünsche all den heimlichen und nicht-heimlichen Lesern dieser Seite einen guten Rutsch in 2011.

Ich weiß, diese diese Rubrik ist in den vergangenen Monaten eingeschlafen, dafür gibt es heute aber die Jahresende-Special-Edition von „Ich woanders“: Ich habe in den vergangenen Wochen wenig geschrieben. Einen Text möchte ich Ihnen aber ans Herz legen: meine Erfahrungen mit dem iPad für den Jahresrückblick bei RP Online.

Franzis Früchtchen (8)

Und dann ist die Zeit so schnell vergangen, dass der letzte offizielle Ultraschall-Termin ansteht. Das letzte Mal in den Bauch gucken, mitfiebern, ob sich das Früchtchen ordentlich durchmessen lässt oder ob es so viel herumstrampelt, dass das nicht möglich ist. Routine ist mittlerweile eingekehrt, was die übrigen Untersuchungen angeht. Urinprobe, Blutdruck messen, auf die Waage, danach zur Blutabnahme. Seit dem letzten Mal geht es vor der richtigen Untersuchung jetzt immer an das CTG zum Herztöneabhören und Herztöne abhören. Das laute Pochen wird nur durch Tritte und Rumgeboxe unterbrochen, kurz darauf geht die Frequenz der Herztöne immer hoch, um sich dann wieder zu normalisieren. Bis zur nächsten Attacke. Ich bin mir immer nicht ganz sicher, ob das Früchtchen diese Geräte bemerkt, immerhin ist da ja ein klitzekleiner Widerstand, aber eigentlich geht das ja gar nicht.

Wenig später Smalltalk mit dem Arzt, ob alles in Ordnung sei, dann rauf auf den Stuhl, wieder runter, anziehen, hinlegen, Bauch freimachen, das obligatorische „Jetzt wird es kalt“. Ein Ausflug zum Kopf, das Kleinhirn, alles wird ordentlich gemessen und am Ende kommt heraus, dass das Früchtchen auf den Tag genau in Sachen Größe und Gewicht perfekt ist. Ein Blick auf das Gesichtsprofil und ein „Na, Sie wissen ja, was es wird“ mit den dazugehörigen Bildern.

Zum Abschied noch einmal Smalltalk, ob denn noch Fragen wären, doch in diesem Moment fällt mir nie eine Frage ein. Nienienie, weil ich erst einmal glücklich bin, dass alles so gut verläuft und was fragt man denn da am besten? Trotzdem immer dieser Druck, jetzt doch wirklich noch eine kluge Frage stellen zu müssen, kennt man ja aus dem Vorstellungsgespräch, da kommt es auch nicht gut, wenn man am Ende des Gesprächs kein Interesse mehr zeigt. Jetzt sieht man sich ja häufiger, denn nun wird auf den Zweiwochenturnus umgestellt.

Bücher 2010

Jedes Jahr der Vorsatz, aufzuschreiben, welche Bücher ich im Laufe des Jahres so lese. Klappt natürlich nicht und so durchstöbere ich immer am Jahresende das Blog, weil ich über ein paar ja was schreibe bzw. wenigstens ein paar Worte verliere. Wie immer sind es viel zu wenige, was auch daran liegt, dass ich einige nicht beendet habe und weil ich so viel anderen Kram lese, dass für die schönen Geschichten auf gedrucktem Papier keine Zeit übrig bleibt. Jedes Jahr das große Bedauern, dass das doch eigentlich eine falsche Prioritätensetzung ist, aber vielleicht ändert sich das ja im nächsten Jahr, mal sehen.

Markus Feldenkirchen – Was zusammengehört
Jonathan Franzen – Freiheit
Sascha Lobo – Strohfeuer
Alexander Osang – Königstorkinder
Birgit Utz – Weggefahren
Kirsten Fuchs – Die Titanic und Herr Berg
Kirsten Fuchs – Heile, heile

Ach ja, da wären auch noch die ganzen Schwangerschaftsbücher, die hier rumliegen. Aber über die schreibe ich nochmal ausführlich. Mit Empfehlungen und so.
Katja Kessler – Das Mamibuch
Caroline Flint – What to expect when you expecting
Christian Busemann – Papa to go: Schnellkurs für werdende Väter

Und ein Kochbuch.
Sophie Dahl – Verführerisch: Kochen mit Sophie Dahl

Jahresendzeitfragebogen 2010

Zugenommen oder abgenommen? Erst gleichgeblieben, dann schwangerschaftsbedingt abgenommen und seit September stetig zu. Mal sehen, wo ich Ende Februar lande. (Und wie ich die Kilos wieder loswerde.)

Haare länger oder kürzer? Länger. Und alle sagen, dass mir das viel besser steht.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Soviel ich weiß: konstant.

Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr. Auch wenn wir die großen Ausgaben aufs kommende Jahr verschoben haben.

Der hirnrissigste Plan? Ernsthaft planen, am 23. mit dem Auto die Weihnachtstour anzutreten. Kein Wunder, dass die auf den nächsten Tag verschoben und das Verkehrsmittel getauscht werden musste.

Die gefährlichste Unternehmung? Ich habe mich bemüht, besonders im zweiten Teil des Jahres wenig Gefährliches zu unternehmen. Kein Squash mehr, kein großes Herumklettern auf Leitern und der Mann meines Herzens passt auch schön auf, dass ich keine schweren Sachen mehr hebe. Also alles schön ungefährlich derzeit.

Die teuerste Anschaffung? Die teuerste in diesem Jahr: die Ringe. Die teuerste für die kommenden Jahre: das Früchtchen, denke ich.

Das leckerste Essen? Da fällt mir nix ein, besonders, weil ich mich derzeit so sehr in Verzicht übe. Kein Sushi, kein Matjes, kein Lachs – da wird einem erst so richtig bewusst, wie gerne ich eigentlich rohen Fisch esse.

Das beeindruckendste Buch? Ich habe nicht viel gelesen. Aber weil ich auf kein anderes Buch so lange gewartet habe, wie auf den neuen Franzen und ich zudem auch nicht enttäuscht war, sondern am liebsten noch weiter gelesen hätte, darf „Freiheit“ sich durchaus als mein beeindruckendstes Buch schimpfen.

Der berührendste Film? Viel zu wenig Filme geschaut. Und viel zu selten drüber geschrieben. Und nein: Wird kein Vorsatz fürs kommende Jahr. Wer weiß, ob ich dazu kommen werde.

Das beste Lied? Blumfeld: Weil es Liebe ist.

Das schönste Konzert? Das war im Frühjahr in Essen, als Jochen Distelmeyer wieder auf die Bühne zurückkehrte.

Die meiste Zeit verbracht mit…? in der Redaktion.

Die schönste Zeit verbracht mit…? dem Mann meines Herzens.

Vorherrschendes Gefühl 2010? Hoffentlich geht das alles gut.

2010 zum ersten Mal getan? Ja gesagt.

2010 nach langer Zeit wieder getan? Früher, als ich noch in Berlin gewohnt habe, bin ich regelmäßig mit dem Zug von Hamburg nach Hechthausen gefahren. Weil die Straßen an Weihnachten zu glatt waren, fiel die seit vergangenem Jahr eingeführte Rundtour bei den Eltern per Auto aus und wurde auf die Schienen verlegt. Und das führte dazu, dass ich nach all den Jahren mal wieder mit dem Zug von Harburg nach Hechthausen gefahren bin. Die einzelnen Stationen konnte ich immer noch auswendig aufsagen, allerdings fährt nun nicht mehr ein normaler Regionalexpress auf der Strecke, sondern ein Metronom.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Schaurige Krankheitsgeschichten von Freunden, Portemonnaie-Klau an meinem Geburtstag, die Aufregung um das angelassene Bügeleisen, während ich in Berlin war.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Überzeugen musste ich nicht, das hat sich alles so ergeben.

2010 war mit einem Wort…? Lebensverändernd.

Wer sich nochmal durch die vergangenen Jahre klicken will: 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003.

Das H-Wort

Blumen

Ich wollte eigentlich nie heiraten, war der Meinung, dass das doch auch so ginge, mit dem Zusammensein und sich gerne haben. Und falls es irgendwann dann doch in die Brüche geht, geht das mit der Trennung auch einfacher.

Und nun kam doch alles ganz anders. Heiraten im Dezember, im Schnee. Im kleinen Kreis der Familie. Mit dickem Bauch. In weiß und mit Ringen. Kein langes Rumgeplane, sondern spontan innerhalb weniger Wochen. An die Blumen hatten wir gedacht, sogar bis zum Morgen. Aber dann haben sie es nicht mehr bis zum Standesamt geschafft. Ich bin mir sicher, dass eine Hochzeit nur dann gut ist, wenn auch irgendetwas schief geht. Und so ein vergessener Blumenstrauß ist ja doch eher ein kleineres Übel.

Franzis Früchtchen (7)

Ich hatte mich ja schon so richtig gefreut. Ein Geburtsvorbereitungskurs würde bestimmt lustigen Blogcontent hergeben. Die eigene Mitte finden, viele schöne Atemübungen und eigentlich darf doch auch ein symbolisches „Fallenlassen“ in die Arme des Partners nicht fehlen, so von wegen Grundvertrauen und so. Doch eigentlich erstickte schon die Ankündigung „Das ist kein Hechel- und Wolldeckenkurs“ meine Hoffnung. Denn in dem zweitägigen Kompaktkurs ging es ehrlicherweise wirklich um das, was angekündigt war: Vorbereitung auf die Geburt. Sachlich, amüsant vorgetragen, mit viel Raum für Fragen. Zwar wenigstens bei Tee und Keksen, aber Wasser und Gummibärchen ließen auch dieses Klischee nicht so richtig durchschlagen.

Wann ich am besten in die Klinik fahre. Was ich tun kann, um die Zeit totzuschlagen. Wie ich dem Früchtchen helfe, den engen Weg zu meistern. Was in meine Tasche gehört, für was der Mann meines Herzens zuständig ist. Dass ich der Hebamme im Kreißsaal immer Bescheid sage, bevor ich auf die Toilette gehe. Undundund. Zwischendurch verlor das Vorzeigepuppenbaby mal seinen Kopf, ich glaube, es war, als die Hebamme zeigen wollte, welche Drehung der Kopf noch machen muss, damit der geringste Durchmesser den Weg nach draußen nimmt.

Am Ende stellte ich mir die Frage, ob mir das denn nun wirklich genügt? Fühle ich mich jetzt gut vorbereitet, auf das, was da wohl auf mich zukommt (Hey, mein erster Marathonlauf! (um in dem Bild der Hebamme zu bleiben..))? Aber ich glaube schon. Erstens, weil zu viele Meinungen einen nur verwirren, zweitens, weil Trockenübungen eher albern erscheinen, ich werde schon sehen, wie ich klar komme und drittens isses ja auch noch ein bisschen hin.

Mein Service-Tipp für Google-Sucher: Würd ich nicht schon eine Hebamme haben, ich hätte sie sofort gefragt.

Next step: Klinik suchen.

So war Blogger2010

Nach einer fulminanten Preisverleihung im Elementarteilchen in der Ackerstraße in Düsseldorf-Flingern, muss ich die Gewinner in den verschiedenen Kategorien natürlich auch noch einmal ausgiebig würdigen. Doch erst einmal: Schön war’s. Was auch daran lag, dass wir das erste Mal Publikum hatten. Und zwar nicht nur die hunderte vor den Bildschirmen, insgesamt haben ja wohl mehr als 2000 Leute innerhalb der mehr als zwei Stunden Sendung reingeschaut (Die genauen Zahlen wird Daniel sicherlich nochmal im Laufe des Tages veröffentlichen..), nicht unerwähnt sollte auch bleiben, dass wir es bei Twitter auf Platz eins der „Trending Topics“ geschafft haben, sondern eben auch live im „Sendestudio“, das diesmal ziemlich gut beleuchtet und mit allerlei Kostümen ausgestattet war.

So konnten wir nicht nur Preise verleihen, sondern auch in ein paar Outfits schlüpfen, was insbesondere den Herren großen Spaß gemacht hat.

Knüwi hat sich schick gemacht #blogger2010

@Fiene hat sich auch hübsch gemacht #blogger2010

Frau Knüwi ist auch da #blogger2010

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Bevor ich hier allerdings die Preisträger würdige, möchte ich noch einmal ganz ausführlich dem Elementarteilchen danken und natürlich auch Thomas „Ufomedia“ Koch, der seine Rolle als James Last vortrefflich spielte und gleich zu Beginn eine ganz hervorragende Pizza zur Stärkung holte.

Kommen wir nun aber zu den Preisträgern der diesjährigen Bloggerverleihung:

Kategorie „Bestes Tumblr-Blog“:
Kim Jong Il looking at things

Kategorie „Newcomer des Jahres“:
Klatschkritik

Kategorie „Blogger des Jahres“: uarrr.org

Kategorie „Blogger des Jahres international“: Gizmodo

Kategorie „Bestes Themenblog“: FSCKlog

Kategorie „Bester Twitteraccount“: Haekelschwein

Kategorie „Bester Blog-Text“: W wie Wedepp von Richard Gutjahr

Kategorie „Bester Foursquare-Ort“: Nacktscanner am Hamburger Flughafen

Kategorie „Bestes Videoformat“:
Die Videos von Eva Schulz im Hurra-Blog

Kategorie „Beste Internetpolitikerin des Jahres“:
Sabine Leutheuser-Schnarrenberger

Kategorie „Bester Podcast“: Tim Pritlove

Kategorie „Bester Blogger ohne Blog“: Helmut Schmidt

Kategorie „Beste Blogger-Verleihung“:
Blogger 2011

Spontan-Kategorie „Sonderpreis“:
der Blumenkübel

Kategorie „Lebenswerk“: Majo von Mac-Essentials und IT&W

Zum Abschuss noch ein Foto, das uns die Preisträgerin in der Kategorie „Newcomer des Jahres“ geschnipselt hat. Ich finde es großartig.

Gossip in der Philipshalle

Gossip

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich geschockt sein oder es einfach mal so hinnehmen soll, dass Beth Ditto nicht nur „I will always love you“ von Whitney Houston, sondern auch Tina Turners „What love got to do with it“ gespielt wurde (und eine nicht geringe Zahl an Menschen in der ausverkauften Philipshalle in der Lage waren, lautstark mitzusingen!). Derzeit tendiere ich zum hinnehmen, weil es ja durchaus amüsant war. Besonders auch, weil ich Beth Ditto ja auch schon verziehen habe, dass sie sich zwischen all den Songs ein klitzekleines Bisschen zu sehr ans Publikum rangeschmissen hat. Hab echt noch niemanden anderes erlebt, der häufiger die Künstlerfloskel „Ich liebe Deutschland“ in allen Variationen losgeworden ist. Glücklicherweise hat sie nicht versucht, das ganze zu lokalisieren, denn ein ständiges „Ich liebe Düsseldorf“ hätte ihr wohl keiner abgenommen.

Und auch wenn ich hier so negativ klinge, schön war’s – faszinierend, welche Kraft diese Frau hat, welche Wucht in der Stimme, wie charmant sie eben auch ist und ehrlich („I’m human“). Zusätzlich war es ja auch das erste Konzert vom Früchtchen, um das ich bei dem Gedrängel an der Garderobe schon ein bisschen Angst hatte. Ein Platz am Rand abseits des großen Gerangels ließen mich dann aber in Sicherheit wiegen, auch wenn die Luft mit fortschreitender Länge des Konzerts mieser wurde – Dinge, auf die man früher nie so recht geachtet hat. Während insbesondere zu Beginn noch kräftig getreten wurde, beruhigte sich das Früchtchen mit zunehmender Dauer. Da ich mittlerweile gelernt habe, dass es Geschaukeltwerden ganz großartig findet, bewegte ich einfach ein bisschen die Hüften und wiegte das Früchtchen in den Schlaf. So einfach ist das also.