Die mit dem Kies

Nee, is klar: Wer nach Alicia Keys sucht, gibt bei Google auch gerne diese Worte ein: alischa kies.

‚Ich habe dich ganz durchgelesen.‘ Der Moment, in dem mir die vielen Einträge ins Gedächtnis rücken, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich mich nicht doch ein kleines bisschen für sie schämen sollte.

For your interest

Uups, beinahe hätte ich mein Jubiläum vergessen. Damals, der erste Eintrag, der sogar schon am 1. Juli 2003 bei Blogger entstand. Es war eine schwierige Zeit, mitten in der Diplomarbeit. Ablenkung suchend, unglücklich.

Aus diesem Grund meine gerade erfundenen Tuesday Six:
1. Hier habe ich zuerst gelesen: rageboy
2. Hier habe ich zuletzt gelesen: wortschnittchen
3. Mein erster Eintrag: Jetzt geht’s los
4. Mein peinlichster Eintrag: Das Kondom des Grauens
5. Die Top 3 am Morgen: Anke, Marie, Sonrisa
6. Die Top 3 am Abend: Jens, Emily, Wirres

Na, und den Rest müsst Ihr selbst beurteilen. Ich danke für die bisherige Aufmerksamkeit. See you around.

Und dann noch diese Passage:

Ich erschrecke leicht, wenn jemand, den ich nicht kenne, mich plötzlich anredet und sich als Leser entpuppt. Was macht man? Oft schätzen sie, was ich heute nicht mehr schreiben möchte, und man kommt sich fast wie ein Verräter vor; dann tue ich meistens, als habe ich Eile.
Max Frisch: Montauk

Die Frage nach dem Warum

Nicht nur, dass ich noch immer über diesen Film von gestern nachdenke, auch eine heute morgen eingetroffende Mail beschäftigt mich. Eine Mail, die die Frage aufwarf, warum ich das alles hier schreibe. Nun, zum einen beantworte ich diese Frage in meinem Impressum, wo geschrieben steht, dass ich vor allem über Dinge schreibe, die mich beschäftigen. Weil ich mich gern schreibe.

Und mittlerweile ist das Bloggen auch zu einem Ausgleich geworden. Einem Ausgleich vom Job, in dem ich nur noch Texte schreibe, die von vielen als trocken angesehen werden. Hier kann ich über die Dinge schreiben, die mich darüber hinaus interessieren und hier kann ich mich auch weniger trocken ausdrücken. Und je mehr ich hier schreibe, desto leichter fallen mir andersrum auch die langweiligen Texte. Welch positiver Nebeneffekt.

Und natürlich. Ich freue mich, wenn ich plötzlich bei anderen Personen in der Blogroll auftauche und sie dadurch immer wieder auf meine Seite zurückkommen. Besonders dann, wenn ich diese Personen selbst gerne lese, weil sie gut schreiben, weil sie über interessante Sachen schreiben oder weil mich ihre Texte neugierig auf die Person hinter der Internetseite machen.
Ja. Deshalb ist mir das alles hier wichtig. Ich möchte mein Weblog nicht mehr missen. Und es gibt wichtigere Dinge. Das ist mir klar und das habe ich niemals abgestritten.

Immer wieder wundern. Welche Beiträge zum Kommentieren anregen. Und welche nicht. Und von wem. Usw.

Post an Wagner

… schreibt dieser feine Freund und Beobachter.

Deppen?

Sie lieben das Apostroph an den falschen Stellen – falsch, sie machen ein Apostroph, wann immer sich die Möglichkeit ergibt. Sie telefonieren mit Handies, trinken Expresso, essen gern Gnotschis. Und jetzt machen sie auch noch an den seltsamsten Stellen ein Leerzeichen

Entdeckt

Don wurde also von der Verwandtschaft entdeckt.

Auch ich wurde entdeckt. Damals. Und der Tag, an dem er mich entdeckt, rückt näher. Habe beiläufig erwähnt, dass ich schreibe. Im Internet. Und die neugierigen Fragen verfolgen mich immer wieder. In diesen Momenten ereilt mich das ein unwohles Gefühl. Der Drang, so schnell wie möglich noch einmal alle alten Beiträge zu lesen. Zu sehen, ob irgendwelche banalen Äußerungen zum jetzigen Zeitpunkt womöglich falsch verstanden werden könnten. Denn vieles ist vergangen. Weil die meisten Einträge das widerspiegeln, was ich im Moment des Schreibens gedacht, gefühlt und eben festhalten wollte.
Und ich stehe dazu, dass ich hier schreibe. Es macht mir Spaß. Über das zu schreiben, was ich erlebe. Was mich bewegt. Was mich zum Nachdenken anregt.
Andererseits bemerke ich: Ich werde vorsichtiger. Was mich auch ärgert. Denn so werde ich nicht alles los. Dass was mich auch noch beschäftigt.
Dennoch: Ich freue mich über jeden Kommentar. Über jeden Besucher, seien die Google-Referrer noch so abstrus.
Nur in wenigen Momenten fühle ich mich unwohl. Wenn ich sehe, welche Suchanfragen auf meine Seite führen. Wenn ich höre, wie andere beschimpft werden. Und eben dann, wenn ich nicht weiß, wie es ankommen mag. Das Geschriebene.