Danke!

Bitte lass uns nicht zu lange allein. Mit den Kerners, Beckmanns, Geissens, Christiansens, all diesen Betroffenheits-Heinis.
Nie wieder würde ich schlecht über Manuel Andrack reden. Abschalten, wenn wieder einer dieser B-Promis auf deinem Stuhl sitzt. Oder wenn mich das Playmobil-Gespiele zu sehr nervt. Ich würde nie wieder während deiner Sendung telefonieren. Bitte gib mir einfach die Möglichkeit, noch kurz bei dir vorbeizuschauen. Vor dem Schlafen gehen. Komm zurück. Egal wie. Und lass mich nicht so lange warten.

Wetten dass…?

Wetten, dass es niemanden gelingt, diese Show totzuschreiben? Ich weiß nicht, was in den vielen Deutschen vorgeht, die sechsmal im Jahr den Samstagabend mit Thomas Gottschalk verbringen. Früher war es ja gut, damals, als ich vorher mit meinem Bruder in der Badewanne saß, wir mit Indianern auf den Schwämmen, die Flöße waren, spielten, und dann eingewickelt in Bademantel und dicke Decke Chips essen durften und Orangensaft tranken. Und es war auch noch in Ordnung, als wir dann separat badeten und trotzdem den Samstagabend mit den Eltern gemeinsam verbrachten. Mittlerweile sind diese Zeiten Jahre her und nichts hat sich verändert. Nur, dass Thomas Gottschalk ein bisschen älter geworden ist, noch mehr dummes Zeug labert und nicht mehr ganz so schräge Klamotten trägt – man wird ja älter. Er überzieht immer noch. Die Witze stammen aus dieser Zeit und es macht einfach gar keinen Spaß zuzugucken.

Jede Kritik an diesem Format, an diesem Mann prallt einfach nur ab. Egal, wie viele Zeitungen meckern. Die Deutschen lieben ihren Thommie. Obwohl er nicht mal mehr hier wohnt.
Sind es die vielen Super-Stars? Sind es seine blonden Locken? Und noch viel schlimmer: Werde ich auch irgendwann auch mit meinen Kindern vor dem Fernseher sitzen und diese Sendung schauen?

Ich hoffe, dass mir das erspart bleibt.

FILM: Love Actually

Ganz ehrlich: ein wirklich grässlicher Weihnachtsfilm. Mit viel Liebe, Herzschmerz und Weihnachten. Denn zu Weihnachten sagen wir die Wahrheit und gestehen denen die Liebe, die wir am liebsten haben.

Genau das will uns „Love Actually“ sagen. Viele verschiedene Paare finden sich. Von der Büroangestellten, über Porno-Lichtdouble bis hin zu dem Jungen, der seine Schulkameradin vergöttert. Nicht zu vergessen der Premierminister, der sich letztendlich in die vorher gefeuerte Sekretärin verliebt. A propos Premierminister. Dieser wird von Hugh Grant gespielt und ich muss ja zugeben, dass ich mir nach „4 Hochzeiten und ein Todesfall“ keinen Film von ihm angeschaut habe.

Aus Prinzip. Ähnliches tue ich mit Filmen von Leonardo di Caprio (ich bin wahrscheinlich die einzige, die „Titanic“ nicht gesehen habe), Tom Hanks und Julia Roberts. Aber ich komme vom eigentlichen Thema ab.

Auch in diesem Film gefällt mir Hugh Grant gar nicht, überhaupt hätte man diese Geschichte aus dem sowieso mit Handlungssträngen überfüllten Film weglassen können. Ein durchgeknallter Premierminister, der Single ist und sich dann in die Sekretärin verliebt – wie rührend. Natürlich darf auch eine Gaga-Tanzszene vor Augen der strengen Mitarbeiterin nicht fehlen.

Nein. Auch die Tatsache, dass das Regisseur Richard Curtis eine Menge Stars für den Film gewinnen konnte, tröstet nicht darüber hinweg, dass „Love Actually“ nichts für mich war. Schade. Oder auch nicht.

FILM: Finding Nemo

Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich mir einen Trickfilm im Kino angesehen habe. Ja, ich habe Monster AG nicht gesehen, ebenso wie die Toy-Story-Filme und auch Skretch oder wie er hieß gingen von mir ungesehen in die Kinosäle und wieder hinaus. Alles ein großer Zufall also, dass ich heute Nachmittag mit einer lieben Freundin ins Kino ging und mir diesen Film anschaute. Was soll ich sagen, zwei Worte geben treffend wieder, wie ich ihn fand: So süß! Und ich bin mir ganz sicher, die Kinder vor mir haben lauter gelacht als ich…

Es geht um den Clownfisch Marlin, der seinen Sohn Nemo sucht. Der wurde von einem Fischer gefangen und in dessen Aquarium in Sydney gebracht. Auf dem langen Weg nach Sydney begegnet Marlin Dory, die an eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses leidet. Gemeinsam nehmen es mit drei Haien auf, die keinen Fisch mehr essen wollen, durchqueren ein Rudel von Feuerquallen, treffen die total durchgeknallten Schildkröten (so süß!!!).
Und was ein echter Kinderfilm ist, so hat auch dieser ein Happy End, in dem sich Vater und Sohn wieder haben und gemeinsam mit Dory wieder im Korallenriff leben.

„Finding Nemo“ ist unheimlich liebevoll erzählt, hat wunderbare Dialoge mit viel Wortwitz und die Figuren sind sehr detailgenau gezeichnet.
Vielleicht leihe ich mir jetzt auch mal die Vorgänger aus. Sie scheinen gut zu sein…

DVD: Coldplay

Wer einmal bei einem Konzert von Coldplay war, weiß, dass die Jungs aus England einfach grandios sind. Das haben nun auch die Amerikaner mitbekommen, die Coldplay zunächst auf ihrer Tour durch die Staaten und dann auf den letzten MTV American Music Awards feierten. Jetzt ist endlich die DVD zur legendären Tour erschienen.

Sicher, nicht jeder mag die beiden CDs von der Band um Chris Martin. Vielen erscheinen die Songs zu kuschelig, langsam und für ein gutes Konzert eindeutig ungeeignet. Bei dieser Band, die sich übrigens an einem englischen College zusammenfand, liegt man mit dieser Einschätzung jedoch falsch: Wer dann doch auf einem der Konzerte in Deutschland im letzten Winter war, war schier begeistert. Denn die Band schafft es, mitzureißen. Kuschelsongs werden plötzlich rockig, schnelle Beats wechseln sich mit langsamen perfekt ab. Zusätzlich eine wohl abgestimmte Lichtshow und einen Chris Martin, der auf der Bühne wirklich alles gibt!

Sitzt er am Klavier, wie bei „The Scientist“, hat der 26-Jährige eine solche Präsenz, dass es einem kalt dem Rücken herunter läuft. Tanzt er auf der Bühne bei „Trouble“ wild umher, möchte man einfach nur mit ihm tanzen. Wild. Auf der Bühne alles geben!
Aber auch andere Songs bringen auch auf der DVD die phänomenale Stimmung des Konzertes rüber. Besonders schön „Trouble“ und Everything’s not lost“. Bei „Yellow“ bekommt der Zuschauer neben der Band zusätzlich noch eine perfekte Lichtshow geboten.

Auf der DVD ist außerdem eine 40-minütige Reportage über den Konzert-Verlauf, in dem die Jungs immer wieder auf ihre Aktion „Make trade fair“ hinweisen. Grund: Chris Martin reiste im Februar diesen Jahres für Oxfam herum und unterstützte eine Kampagne zur Änderung der Welthandelsgesetze. Seitdem trägt er auf allen Konzerten auf der rechten Handrücken „Make trade fair“.

Wer selbst das Glück hatte, Coldplay einmal live zu sehen, wird verstehen: Diese DVD ist bestens geeignet, in Erinnerungen zu schwelgen und leise vor sich hin zu träumen.

FILM: Der Stellvertreter

Gestern Abend dann auf DVD dieser Film, und vielleicht liegt es ja an mir, aber ich hatte eben dieses Gefühl bei diesem Film wie bei Luther. Da wurden wiederum viele viele Szenen aneinander gereiht, es konnte keine wirkliche Atmosphäre entstehen. Immer und immer wieder Menschen, die elend lange Treppen besteigen, hinabsteigen, irgendwo ankommen, einige Worte wechseln oder bedeutungsvoll schauen. Oder Züge, die dahintuckern, mit Menschen drin. Immer unterwegs.

FILM: Luther

Ein Film, den ich eigentlich nicht sehen wollte, aber dann doch getan habe. Fehler, meiner Meinung nach. Der Film versucht die komplexe geschichtliche Handlung schnell abzuhandeln – wie gesagt, er versucht es. Ich hatte das Gefühl, dass es ein Aneinanderreihen von Szenen war. Einziger Lichtblick in diesem Film war Sir Peter Ustinov, der selbst, wenn er nichts sagte, eine außerordentliche Präsenz auf der Leinwand hatte. Es reichte, wenn er den Mundwinkel verzog.

FILM: Dogville

Der Film war perfekt. Ein anderes Urteil ist nicht drin. Reduziert auf die wesentlichen Dinge. Das Schauspiel. Das nur angedeutete Setting, was völlig ausreicht, um die Handlung zu verdeutlichen.

Grace (Nicole Kidman) flüchtet vor ihrem Vater, der sie zuvor mit Schüssen verfolgen ließ. Sie gelangt nach Dogville, einem kleinen Dorf in den Bergen. Mit Hilfe von Tom, dem Philosophen des Dorfes und Sohn eines Arzts, will sie in dem Ort bleiben. Dieser macht allerlei Pläne und versucht auf seine Art und Weise die Bewohner des Dorfes davon zu überzeugen, dass Grace bleiben kann.

Zunächst sind die Bewohner offen gegenüber dem Neuankömmling. Doch mit dem zunehmenden Besuch der Polizei wird die Stimmung nervöser, Eifelsüchteleien tauchen auf.

Besonders beeindruckt hat mich das Ende des Films. Obwohl ein Wandel von Nicole Kidman zur Tötungsmaschine à la Uma Thurman in Kill Bill grandioser gewesen wäre. Nacheinander hätte sie jeden einzelnen Bewohner umgebracht. Herrlich wär´s gewesen.

FILM: (In)tolerable Cruelty

Schon lange ist es mir nicht so schwer gefallen, etwas über einen Film zu schreiben. Irgendwie haben die meisten irgendwelche Emotionen ausgelöst, dieser ließ mich erstaunlich kalt. Es war ein Dahingeplätscher. Manche Dialoge waren gut durchdacht und auch witzig. Doch um daraus einen guten Film zu machen, hat einiges gefehlt. Es war von Anfang an klar, dass die beiden sich kriegen würden. Catherine Zeta-Jones verkörperte die geldgeile Zicke. Ich hatte teils das Gefühl sie würde eine schlechte Kopie von Lucy Liu in Kill Bill spielen. Wenn auch ohne Gemetzel. Und es hat seine Gründe, warum ich dazu neige, eine Abneigung gegenüber Filmen zu entwickeln, in denen George Clooney mitspielt. Belanglos.

FILM: Kill Bill

Der neue Tarantino – alle haben auf ihn gewartet. Und deshalb druckt die einschlägige Presse nicht nur Rezensionen sondern auch gleich jede Menge Interviews. Hohe Messlatte hinter der sich der Film aber keineswegs verstecken muss.

Die Geschichte ist sehr schnell erzählt. Sie (Uma Thurman) wird auf ihrer Hochzeit mit einer Kugel hingerafft, überlebt und begibt sich nach vier Jahren Krankenhauskoma auf einen Rachefeldzug.

Genial ist wirklich, wie Tarantino seine Welt inszeniert. Die Musik ist perfekt auf die Handlung abgestimmt. Die Vermischung von Schwarz-weiß-Szenen und Comic wirken nicht nervend, sondern geben dem Film eben diese gewisse Stimmung, die ich gar nicht weiter beschreiben kann.
Uma Thurman, die ich eigentlich nicht besonders mag, spielt ihre Rolle super, und wirkt auch nicht – wie sonst – wegen ihrer knabenhaften Figur deplatziert.
Grandios spielt Lucy Liu. Eine Schauspielerin, die man viel öfter sehen möchte.

Und obwohl ich normalerweise Filme hasse, in denen nur wild rumgeschlachtet wird, hat mir dieser Film gefallen. Auf seine ganz bestimmte Art.