FILM: In Sachen Kaminski
Mannmannmann, wirklich lange her, dass mich ein Film im Fernsehen (!) so mitgenommen hat wie dieser hier. Martin und Petra Kaminski leben mit ihrer Tochter Lona in einfachen Verhältnissen. Als der Hausarzt den Eltern für die 5-Jährige Frühförderung empfiehlt, um das Kind besser auf das Leben und die Schule vorzubereiten, wird das Jugendamt auf die Familie aufmerksam. Die Verantwortlichen halten die beiden Eltern für zu wenig intelligent, ein Kind groß zu ziehen und entziehen das Sorgerecht. Nun beginnt der Zug durch die Gerichte, der vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte endet. Was diesen Film ausmacht? Neben dem wirklich packenden Stoff brilliert vor allem Matthias Brandt als Vater Martin. Nicht wieder zu erkennen, wenn man ihn als Günter Guillaume oder inoffizieller Mitarbeiter in Erinnerung hat. Aber auch Juliane Köhler habe ich die Rolle der zurückgebliebenen Mutter jede Minute abgekauft. So sehr, dass ich hier saß und hoffte, dass das alles jetzt möglichst schnell vorbei ist. Gruselig. Unbedingt anschauen.
Und falls gleich jemand fragt: Nein, der läuft nicht im Kino. Nur im Fernsehen.


