Mehr Kryptik! (3)
Ach hätte ich doch nur ein bisschen besser aufgepasst.
Ach hätte ich doch nur ein bisschen besser aufgepasst.
Justin Quaile ist Diplomat und das Gegenteil seiner Frau. Mit großer Hingabe pflegt er die Blumen in Büro und Garten und vermeidet offen ausgetragene Konflikte. Getreu dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“ verliebt er sich in Tessa, eine Studentin, die kein Blatt vor den Mund nimmt und ihren jugendlichen Revoluzzergeist noch nicht abgelegt hat. Als Justin den Auftrag erhält, nach Afrika zu gehen, heiraten die beiden und gehen gemeinsam.
Dann werden Tessa und ihr schwarzer Kollege ermordet und der Diplomat legt alles daran, die Umstände des kaltblütigen Mordes aufzuklären. Dabei kommt er den Recherchen seiner Frau auf die Schliche, die herausgefunden hatte, dass ein britischer Pharmakonzern jahrelang in Kenia und anderen afrikanischen Staaten Medikamentenversuche durchgeführt hat, mit verheerenden Nebenwirkungen. Doch den Unternehmern gefällt Quailes neuerlicher Übermut nicht, so dass er schon bald selbst zur Zielscheibe wird.
Fernando Meirelles, der auch schon bei „City of God“ Regie geführt hat, hat einen berührenden Film geschaffen. Über die unterschiedlichen Welten in Europa und Afrika und das Aufeinanderprallen der Gegensätze. Dadurch dass Meirelles immer wieder zwischen den Handlungssträngen umherspringt und Erinnerungen einbaut, saß ich die ganze Zeit wie gefesselt im Kinosessel. Die Mischung aus Thriller und Liebesfilm, die durch die Handkamera hervorgerufene Authentizität, die durchaus beachtliche Leistung Ralph Fiennes (nein, ich habe „Der englische Patient“ nicht geschaut, auch wegen ihm), der die Wandlung des zurückhaltenden Diplomaten zum kämpfenden Rächer gut umgesetzt hat – all das macht „Der ewige Gärtner“ zu einem wirklich guten Film.
Premium-Content im Vinoblog. Mannmannmann.
Scheiße, scheiße, scheiße. Gegen 21 Uhr gestern vorgenommen, endlich mal wieder vor eins ins Bett zu gehen. Dann auf eigene Empfehlung „Fight Club“ geschaut, fest vorgenommen, den Film NICHT bis zum Ende zu schauen. Und was passiert? Natürlich hab ich ihn ganz geschaut. Ziemlich abgedreht. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich den Film jetzt toll oder scheiße fand. David Fincher hat ja auch „Seven“ gemacht, den bisher einzigen Film, den ich mit Brad Pitt geschaut habe und der absolut genial war. Da reicht „Fight Club“ nicht heran.
Sie: Guck mal, da läuft heute die Premiere von „Goldene Zeiten“, kostet nur 5 Euro. Wollen wir lieber da rein?
Er: Du willst den sehen?
Sie: Naja, sind ja die ganzen Schauspieler da.
Er: Ist auch Lisa Plenske da?
Sie: Hab ich nicht gesehen.
Und so kam es, dass wir uns dann doch „Der ewige Gärtner“ anschauten.
Um acht klingelt der Wecker. Schnell eine Zeitung kaufen. Um zehn der erste Termin. Die Wohnung geht über zwei Etagen, was gewöhnungsbedürftig aber auch toll ist. Die Küche ist mit einem der Zimmer mit einer braunen, sehr hässlichen Durchreiche verbunden. Es scheint, als ob hier seit Monaten niemand mehr gewohnt hat. Der Makler lobt und preist „Mit vielen Pflanzen kann man aus dem Flur wirklich viel machen.“ Ja, danke für die Anregung, schnell ist entschieden: So ganz das Wahre ist diese Wohnung nicht. Und schon gar nicht, wenn man eigentlich nicht viel machen will, bis zum Einzug. Zurück in das Headquarter und ran ans Telefon. „Ich habe ihre Anzeige in der Rheinischen Post gesehen“, schon lange nicht mehr so säuselnd ins Telefon gesprochen, erinnert mich stark an meine Zeit bei dem Meinungsforschungsinstitut. Termine, Anrufbeantworter, zwischendrin immer wieder Wohnungen, bei denen die Makler eine Provision verlangen. Ich weiß nicht, wer freiwillig einen vierstelligen Betrag bezahlt, nur um in eine Mietwohnung zu ziehen. Aber anscheinend gibt es sie.
Auch die zweite Wohnung liegt ganz in der Nähe. „Rauchen Sie?“, „Haben Sie Kinder?“, „Was arbeiten Sie?“, „Wollen Sie alleine einziehen?“ Nein, nach meinen Hobbys, Lieblingsspeisen und Lieblingsbands werde ich nicht gefragt. Nachdem ich auf alle Fragen wahrheitsgemäß und anscheinend korrekt geantwortet habe, gewährt der Vormieter Zutritt zu seiner Wohnung. „Sind Sie Berliner?“, biedere ich mich nun an, er lacht, verneint und weist darauf hin, dass er aus Brandenburg bereits vor zehn Jahren zugezogen ist. Im Akzentablegen ist er wohl nicht so gut. Doch auch hier kein Erfolg: Zu kleines Bad, zu kleine Küche.
Bei der Terminvereinbarung zur dritten Wohnung keine Fragen. Nur: „Sie können gerne bis halb eins oder nach zwei vorbeikommen“ – „Gerne sofort.“ Und dann passiert es: Man verliebt sich ganz schnell in die Altbauwohnung und innerhalb kurzer Zeit ist klar, wo man am 1.3. einziehen wird.
Wegen des großen Erfolges (hahaha) nun also wieder eine Folge der TV-Filmempfehlungen. Allgemein muss man vor zwei Dingen in dieser Woche warnen: Viele Karnevalsendungen insbesondere in den Dritten Programmen. Und viel Mozart.
Samstag, 21.1., 23.20 Uhr: „Secretary“ (HR)
Wahnsinnig toller Film, finden aber vor allem Frauen, wie ich auf der Silvesterparty festgestellt habe. Lohnt sich aber wirklich!
Sonntag, 22.1., 15.50 Uhr: „Drei Schwestern made in Germany“ (Arte)
Nachkriegsding. Soll gut sein, sagt Grimme. Und kam schon am Freitagabend, aber da hab ich es vergessen zu empfehlen.
Sonntag, 22.1., 20.15 Uhr:22.20 Uhr: „Fight Club“ (Kabel1)
Jaja, ich schau ja eigentlich keine Filme mit Brad Pitt, aber der soll wirklich gut sein, sagt man.
Dienstag, 24.1., 23.15 Uhr: „Amores Perros“ (HR)
Überleben in Mexico City. Soll gut sein.
Dienstag, 24.1., 23.45 Uhr: „Der Obrist und die Tänzerin“ (NDR)
Könnte man mal ausprobieren. Regie-Debüt von John Malkovich.
Freitag, 27.1., 23.00 Uhr: „Dunkle Tage“ (Das Erste)
Alkoholikerdrama von Margarethe von Trotta. Ich mag ja so Schicksalsscheiß.
Wohnungssuche in Düsseldorf. Das zweite Mal nun. Beim ersten Mal musste alles sehr schnell gehen. Am Sonntag beschloss ich, mir nach dem abgeschlossenen Studium nun endlich auch eine Wohnung in der Stadt zu suchen, die von Mitte April meine neue Heimat sein sollte. Montag pünktlich um acht setzte ich mich in den Zug. Vier Stunden Fahrt, um mir ein paar Wohnungen anzuschauen. Immer wenn es das Handy zuließ, Telefonate, um mit Vermietern und Maklern Termine zu machen. Ich hatte keine Ahnung, in welchen Stadtteil ich ziehen sollte. „Derendorf ist ganz nett“, hatte mir eine Freundin erzählt, die vor Jahren dort eine Freundin hatte und anscheinend mit der Wohngegend besagter Dame zufrieden war. Also suchte ich in Derendorf. Zumal dieser Stadtteil nicht allzuweit von meiner neuen Arbeitsstätte entfernt war. 15 Minuten mit der Bahn. Für Berliner Verhältnisse ein Klacks.
Fünf Wohnungen hatte ich mir zuvor aus dem Internet gesucht. Eine davon sollte es sein. Die erste war gleich grauenhaft. Sie lag nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt in der Nähe des Kaufhofs. Ausgebautes Dachgeschoss, kein Platz für hohe Schränke, keine Küche. Sowieso, während in Berlin in jeder Wohnung zumindest eine Spüle und ein Herd stand, fehlte in Düsseldorf jegliche Grundausstattung. Die zweite hatte einen widerlich ausschauenden Teppich mit Farbklecksen und die Vermieterin war auch nicht wirklich gewillt, diesen zu entfernen und zu ersetzen. Die dritte lag in einem Haus, dass von außen wie eine silberne Schachtel anmutete, der Hausflur war so eng, dass ich mein tolles Ledersofa schon mit jeder Menge Kratzer überseht sah. An die vierte Wohnung kann ich mich nicht mehr erinnern. Blieb also nur noch ein Kandidat übrig, für den ich mich dann auch entschied. Alles sauber, arg klein, aber bei den Preisen halt die einzig vernünftige Lösung. Am nächsten Morgen unterschrieb ich den Mietvertrag und machte mich dann wieder zurück auf den Weg nach Berlin.
Jetzt, beim zweiten Mal, ist mehr Zeit. Die ersten Termine sind bereits arrangiert. Nur seltsam, dass alle Wohnungen, die in Frage kamen und am vergangenen Samstag bereits in der Zeitung standen, noch immer zu haben sind.
„Der Kindergeburtstag ist vorbei“. Die WELT über die Zukunft von Sarah Kuttner.