Endlich wird gewählt

Puh, endlich. Die immer gleichen Bilder, ob im Netz oder im Fernsehen, die Angriffe, ob persönlich oder politisch, die Scherze (Thanks for that, Sarah) und all das Gejubel und Berichte – endlich hat’s ein Ende. Heute wählen sie endlich ihren neuen Präsidenten. Und seltsamerweise war ich heute morgen sogar ein bisschen aufgeregt. Hat ja ein paar Konsequenzen und werden auf jeden Fall aufregende Stunden.

Ein bisschen ulkig wird es heute werden. Denn ich habe Spätdienst, fahre also heute abend nach Hause und muss mich dazu zwingen, zu Bett zu gehen, um dann um sechs wieder aufzustehen, vermutlich mit der Nachricht im Ohr, dass die Wahl entschieden und der neue Präsident schon feststeht. Gezwungen, die spannendsten Stunden zu verschlafen.

Bis dahin noch ein bisschen Thomas L. Friedman lesen:

Vote for the candidate you think has the smarts, temperament and inspirational capacity to unify the country and steer our ship through what could be the rockiest shoals our generation has ever known. Your kids will thank you.

Lieblingszeile am Sonntag

McCain bei Saturday Night Live

Mit Tina Fey als Sarah Palin, zumindest im Opening. Was ich nicht verstehe: Glaubt McCain mit solchen Auftritten ein Zeichen in Sachen Volksnähe und Humor zu zeigen oder hat er doch schon aufgegeben?

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(via)

Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, wie verdammt toll ich das finde, dass ich hier NBC-Videos embedden kann?

Martina Gedeck in der „Times“

Ich finde es immer sehr spannend, wenn über deutsche Schauspieler in englischen Medien geschrieben wird. Weil der Baader-Meinhof-Komplex jetzt auch auf der Insel ins Kino kommt, hat die „Times“ sich Martina Gedeck vorgenommen.

Today Gedeck is a multi-award-winning 47-year-old screen actress, Germany’s Meryl Streep if you will, who has recently wowed audiences in The Lives of Others, Atomised and opposite Matt Damon and Robert De Niro in The Good Shepherd. The Baader-Meinhof gang, however, have finally got her, body and soul.

Mir war bis eben auch nicht klar, dass die Gedeck schon 47 Jahre alt ist.

Sarah und Jimmy

Sarah Silverman und Jimmy Kimmel waren ein Paar. Dann trennten sie sich, kamen vor einigen Wochen aber wieder zusammen. Und jetzt ist sie das erste Mal seit der Wiedervereinigung wieder in seiner Show aufgetreten. Um ihre Show auf „Comedy Central“ zu promoten. Lustig war’s.

Ich guck Obama-TV

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Wehe, irgendwer sagt nochmal, dass man im Netz nur kurze Videos schaut. Ich hab mir gerade diese halbe Stunde „Obama-TV“ angeschaut. Vor mir haben das schon 800.000 andere getan. Und es war nicht mal schlimm.

Wenn Udo tänzelt

Eric Pfeil war für die FAZ bei Udo Lindenberg in Köln:

Lindenberg dagegen lebt von seiner Vorhersehbarkeit und schreibt gerne immer wieder denselben Song: den als sprücheklopfenden Schlager verkleideten Blues des einsamen Wolfs, der gerne mal gepflegt die Melancholie-Karre schiebt. Aber so ist das eben oft, wenn man in jungen Jahren die gesamte Prallheit seiner Persönlichkeit in seine Kunst hineingewuchtet hat: Wer sich immer nur treu bleibt, ist mitunter einfach nur stehengeblieben, und manches Original entpuppt sich beim Hinaustreten aus der großen Kneipe des Lebens bei Tageslicht doch nur als Selbstkarikatur.

Via (Papierübergabe)

Heureka

TOMTE – Heureka
Mein derzeitiges Lieblingslied von der neuen Tomte-Platte gibt es jetzt auch als Video. Das Wort „derzeitig“ ist aber extrem wichtig, weil ich die Platte momentan nur im Auto auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause höre. Und weil der Weg nur sehr kurz ist, habe ich die ersten Songs besonders am Anfang recht häufig gehört.

Egal. Gut, dass es eine neue Tomte-Platte gibt. Und gut, dass die Jungs am 6.11. in Köln sind. Da geh ich nämlich hin!

Anderson Cooper

Seit ich Anderson Cooper vom Hurrikan „Ike“ in Houston in Fischerhosen und Kurzarmshirt (leider ohne Bild) moderieren gesehen habe, bin ich irgendwie fasziniert. Und deshalb habe ich das Porträt von ihm in der amerikanischen „Elle“ natürlich sehr gerne gelesen: Mr. Intensity.

FILM: Der Baader-Meinhof-Komplex

Der Baader-Meinhof-Komplex erzählt die Geschichte der RAF, also einen Teil davon. Es geht los bei den Studentenunruhen, das Attentat auf Rudi Dutschke, die Überreaktionen der Polizei beim Schahbesuch in Berlin, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, die Verhaftung von Baader, seine Befreiung, die Inhaftierung von Meinhof, Baader und Enslin (also die großen Namen), die zweite Generation und die Entführung der Landshut und Hanns Martin Schleyers. Mehr als ein Jahrzehnt deutsche Geschichte in gerade einmal zweieinhalb Stunden gepackt. Ob das geklappt hat? Die Antwort: ja, irgendwie schon. Auch wenn ein solches Projekt natürlich eigentlich nur scheitern kann.

Herausgekommen ist – auch wenn ich natürlich die falsche bin, dies zu beurteilen, bei meinem hohen Action-Film-Konsum – ein guter Action-Film. Es wird geballert, zwischendurch immer mal wieder ein paar Dialoge, dann knallt es wieder, Schüsse, Bomben, Blut. Es wird nie langweilig, wirklich nicht, auch wenn man natürlich schon genau weiß, was da passiert.

Ein Problem hatte ich mit dem Aufgebot an Schauspielern. Klar, ein Eichinger muss natürlich die ganzen großen Namen des deutschen Fernsehens bekommen. Da werden sogar Nebenrollen mit Tom Schilling und Hannah Herzsprung (Die durfte auch nur nochmal ihren „Vier-Minuten“-Ausraster zeigen!) besetzt. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob Martina Gedeck wirklich die richtige ist, Ulrike Meinhof zu spielen (Drei Wochen nach Filmgucken lautet die Antwort: ja). Ein bisschen gesättigt war ich auch von Moritz Bleibtreu (Bei ihm lautet die Antwort übrigens: nein). Viel schlimmer war eigentlich nur noch Nadja Uhl als Brigitte Mohnhaupt. Ich sah sie in jeder Szene aus dem Bild wandern und auf dem „Sommer-vorm-Balkon“-Balkon einen Wein mit ihrer Freundin trinken. Ging gar nicht. Diese Kulleraugen. Dem Film hätten ein paar mehr unverbrauchtere Gesichter, wie das von Johanna Wokalek, gut getan. Die war nämlich furios.

Warum ich den Film am Ende doch gut fand: Weil er an keiner Stelle gelangweilt hat, obwohl ich genau wusste, was als nächstes passiert. Weil man nie in die Verlegenheit kam, mit einer der Figuren zu sympathisieren. Weil er ein paar Menschen ein bisschen Geschichte nahebrachte, mit der sich jene vielleicht nie auseinander gesetzt hätten. Das Publikum, das den Film mit mir geschaut hat, war nämlich überraschenderweise überwiegend jung.