Zeitschriften im Test: Stars on TV

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Früher als ich noch „Verbotene Liebe“ und „Marienhof“ geschaut habe und zwischendurch mal eine Folge nicht sehen konnte, habe ich im Videotext nachgelesen, was passiert ist. Als ich wenig später eine „GZSZ“-Phase hatte, habe ich im Videotext nachgelesen, was in der Woche so passieren wird. Manchmal stand das auch in einer der Fernsehzeitschriften, die mir in die Hände gerieten. Und als ich dann eine Weile immer wieder bei „Verliebt in Berlin“ reingeschaut habe, hielt ich mich durch die Vorschau auf der Webseite auf dem Laufenden. Leider gucke ich seit einigen Monaten keine Soaps mehr, nein, ich verfolge nicht einmal mehr das Geschehen per Videotext, Internet oder TV-Zeitschrift. Würde ich das noch tun, ich könnte zu „Stars on TV“ greifen.

Denn: Für 2,50 Euro bekomme ich das monatliche Geschehen von allen Soaps in einem Heft dargereicht. Ob Klassiker wie „Verbotene Liebe“ oder Telenovelas wie „Rote Rosen“ – alles mit dabei. Das ist für Fans geradezu genial und auch für solche, die irgendwie noch dranbleiben wollen, weil sie sich noch nicht ganz mit ihrem soap-freien Leben abfinden wollen, nicht unbedingt unnütz. Ein weiteres Lob muss an die Macher gehen: Denn auch das, was man in Programmzeitschriften immer gerne als Mantel bezeichnet, ist durchaus lesenswert. Zumindest für uns klatsch- und tratschsüchtigen Frauen. Wir sehen ein paar Soap- und Musikstars am Strand, ein paar private Bilder von Heidi Klum und Co., aber auch Geschichten um das TV-Business. Durchaus lesenswert ist sogar die Titelgeschichte über die Quoten-Queens im deutschen Fernsehen. Klar, hätten die Textchen mit ein bisschen mehr kritischer Distanz geschrieben werden können (der Text über Alexandra Neldel wirkt durch die ganze Berichterstattung um Roger Schawinskis „Enthüllungsbuch“ sehr skurril), aber für das Soap-Publikum wäre das vermutlich auch vergebene Liebesmüh.

Noch ein Pluspunkt: Auch die viel gesehenen amerikanischen Serien kommen in dem Heft, das die Verlagsgruppe Klambt herausgibt, vor. Dann noch ein bisschen Kino-, DVD- und Musikkram – fertig ist das Heft.

Mir würd’s gefallen. Wenn ich noch Soaps gucken würde.

Sonntagmorgen

Heute morgen um halb elf klingelte das Telefon. Normalerweise eine typische Zeit, zu der mich meine Mutter anruft und plaudern will. Doch dran war nicht meine Mutter. Auch nicht meine Oma oder sonst ein Verwandter, nein, es war ein Freund aus Berlin. Leider war ich noch so verschlafen, dass ich nicht sofort ganz dabei war. Am meisten habe ich allerdings über den Spießersatz „Wie, du bist noch nicht wach?“ gewundert. Immerhin ist er sogar ein Jahr jünger als ich.

Für Schnutinger!

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(Und beim nächsten Mal senden wir gemeinsam.)

Countdown läuft

Anfang September fahre ich in den Urlaub. Wie im vergangenen Jahr soll es eigentlich eine Urlaubsvertretung geben. Wer hat Lust? Bewerbungen (hihi) bitte per Mail.

Wembley livegebloggt

Ha, Frauen können keinen Fußball gucken? Von wegen. Wer was mit Sachverstand lesen will, geht bitte hier hin, alle anderen können gerne bleiben.

21.11 Uhr: So, auch ich hab endlich richtig eingeschaltet, die Nüsschen bereitgelegt und die Tastatur gespitzt. Vorhin noch einen Blick auf Beckham geworfen, auch den kleinen Herrn Lahm kurz erspäht. Jetzt geht’s los.

21.13 Uhr: In Zeiten von Live-Internet-TV ist livebloggen wirklich oldfashioned. Beim nächsten Mal gibt’s wieder die Liveübertragung vom Sofa. Versprochen.

21.14 Uhr: Wenn ich das richtig sehe, ist noch nicht soooo viel passiert. Auf der Tribüne sitzt Angie (schick in orange), gleich neben Gordon (ich glaube, dunkler Anzug?). Klinsi ist auch in seinem ehrlich gesagt recht hässlichem Herbstmantel da, neben ihm hab ich Rudi gesehen und Michael Ballack. Der ist glaub ich auch noch verletzt.

21.15 Uhr: Der Kommentator wurde gerade nervös, weil Philipp Lahm mit dem Ball losgerannt ist.

21.16 Uhr: Stimmt nicht, was ich da geschrieben habe. Habe noch nicht verinnerlicht, dass die weißen ja die Engländer sind.

Tor.

21.17 Uhr: Cooles Tor von Lampard. Oh Mann, schreibt der sich so? Ich hoffe. Lehmann ist schön geflogen, wenn ihr mich fragt.

21.18 Uhr: Gerade SMS bekommen. Ja, der schreibt sich so und heißt Frank mit Vornamen. Ich mag ja die Engländer.

21.22 Uhr: Jens Lehmann. Hatte ich eigentlich erzählt, dass ich, als ich in London war, Jens Lehmann getroffen habe? Dass der übrigens am Hinterkopf Haare verliert, tut mir leid. Irgendwie.

21.24 Uhr: Ob Jogi Löw sich die Haare färbt?

21.28 Uhr: Ecke für Deutschland.

21.30 Uhr: Ich kenne übrigens mindestens drei Leute, die da in dem Stadion sind. Also zusätzlich zu Frau Merkel, Brown und Co.

21.32 Uhr: Muss man eigentlich Herrn Pander kennen?

21.33 Uhr: Jetzt haben wir auch ein Tor. Kuranyi hat getroffen.

21.35 Uhr: Eben erst die Live-SMS aus dem Büro bekommen. Beim ersten Tor ging das aber schneller.

21.37 Uhr: Ich mag Bernd Schneider. Der ist so knuffig und kompakt. Ob er kompakt steht, kann ich leider nicht beurteilen. Mal lauschen, ob der Kommentator das vielleicht mal erwähnt.

21.40 Uhr: „Der Nieselregen wird etwas dichter.“ Wow. Was für ein Satz.

21.41 Uhr: Oh, ne gelbe Karte für Joe Cole. Es gibt ja auch noch A. Cole im Spiel.

21.42 Uhr: Beckham hatte Ballkontakt.

21.44 Uhr: Schon wieder. Er durfte den Freistoß treten, wie es so schön heißt.

21.45 Uhr: Der Kommentator feiert gerade Philipp Lahm. Kann man machen.

21.47 Uhr: Was für ein geiles Tor. (Sorry, für den Gefühlsausbruch.)

21.48 Uhr: Zitat: „Jetzt kommt da Fahrt rein hier!“ Wer ist das eigentlich? Beckmann? Nee, oder? Die Stimme ist anders…

21.50 Uhr: Lese gerade, dass es sich bei Panders Schuss um einen so genannten Strahler handelt. Soso.

21.52 Uhr: Ich mag ja Michael Owen, aber das war schon ein bisschen deppig.

21.54 Uhr: Halbzeit. Hach, die Kanzlerin ist immer so knuffig, wenn sie sich freut.

21.55 Uhr: Pause. Delling und Netzer ertrage ich nicht.

22.03 Uhr: Lieber Hendrik, Beckham und Beckmann ist nicht das gleiche, nur damit das klar ist.

22.05 Uhr: Jetzt ist auch der Fußball-Sachverstand nach Hause gekommen. Sagt, dass ich wohl gerade eine „Knuffig“-Phase habe. Sage ihm, dass er auch knuffig ist.

22.09 Uhr: Der Fußball-Sachverstand redet über TV-Quoten.

22.10 Uhr: Die Engländer haben einen neuen Torwart aus der Kabine mitgebracht. Und noch einen, dessen Namen ich aber nicht verstanden habe.

22.13 Uhr: Soll ich den Scherz machen, dass jetzt auch der Premierminister auf dem Spielfeld rumläuft? Och, lieber nicht.

22.15 Uhr: Siehste Henrik? So ist das nämlich.

22.18 Uhr: Och, der knuffige Odonkor geht raus. Hihi.

22.23 Uhr: Jetzt hat der Simon (Danke, übrigens!) Beckham thematisiert. Es sei schwierig für ihn, seine internationale Karriere aufrecht zu erhalten wegen des anderen Tempos. Der war aber doch auch recht lange verletzt, oder?

22.28 Uhr: „Chapeau“, hat der Simon gerade gesagt.

22.29 Uhr: Gleich neben der Kanzlerin sitzt übrigens auch der Kaiser. War das eben eigentlich ein Fehler von Lehmann?

22.33 Uhr: Mir wird langweilig. Da hilft es auch nicht, dass Joe Cole rausgeht. Dieses ständige Ausgewechsle bekommt mir nicht.

22.35 Uhr: Simon Rolfes von Bayer Leverkusen wird gleich für Deutschland eingewechselt. Der scheint mir sehr jung. Ist aber angeblich sein zweites Länderspiel. Was hat der Jogi denn da für einen interessanten Schal um?

22.39 Uhr: Simon spricht von einer deutschen Zufallsgruppe. Und die Engländer machen Druck. Richtig so.

22.41 Uhr: Ein 2:2 wäre doch ein versöhnliches Ergebnis.

22.45 Uhr: „Die Streuung bei Becks nimmt zu!“ Ich glaube ja, dass der jetzt nochmal die Sprüche abstreichen muss, die er sich vor dem Spiel alle ausgedacht hat. Kann ja nicht sein, dass die jetzt einfach nicht mehr gemacht werden, dann war ja die Arbeit umsonst!

22.48 Uhr: Eckball.

22.49 Uhr: Kann mir einer erklären, warum die Engländer jetzt gerade „Football’s coming home“ singen? Ich meine, natürlich solte man dieses Lied ständig singen, aber auch als Fan?

22.51 Uhr: Kathrin weist in den Kommentaren gerade darauf hin, dass es wohl eine eigene Kameraperspektive für die Deutschen gibt, weil dass, was wir an Werbung sehen, alles deutsch ist. Kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die Engländer mal die gute Erfurter Raufaser kaufen… Gut beobachtet!

22.54 Uhr: Der am meisten genannte deutsche Spieler war heute – Achtung, keine statistische Erhebung – Philipp Lahm. Und der Bernd muss jetzt raus.

22.56 Uhr: Sowas mag ich ja bei Kerlen: Sätze wie „Kuranyi ist ein Tier.“

22.59 Uhr: Das Spiel ist aus. Und auf der Tribüne stehen sie alle: Sammer, Bierhoff, Klinsi, Rudi. Und Simon sagt schon wieder „Chapeau“.

23 Uhr: Und die Abschluss-SMS kam auch ziemlich flink.

23.02 Uhr: Und die Engländer sind alle schon weg.

23.03 Uhr: So, Fußball livebloggen ist ok. Live gucken aber doch besser.

Lesestoff

Spiegel-Chef Stefan Aust in dem sehr lesenswerten FAZ-Interview auf die Frage, was er aus der langjährigen Beschäftigung mit der RAF gelernt habe:

Ich habe sehr viel über menschliche Verhaltensweisen gelernt. Ich habe eine Menge über Politik gelernt. Ich habe eine Menge über Gewalt gelernt. Ich habe eine Menge über die Gesetze von Gruppen gelernt. Ich habe eine Menge darüber gelernt, wie der Mensch in den Wahn gelangt.

Ich freu mich ja schon. Gleich gibt’s David Beckham im Wembley Stadion. Guckt wer mit?

Eintrag frei, der versprochene Eintrag

Wir erinnern uns: Frau Schnutinger war bei bei „Eintrag frei“, der lauschigen unregelmäßig gesendeten Internetshow im Internet. Und sie hat einen Eintrag gewonnen, hier in diesem Blog. Herausgekommen ist dies hier:

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Danke, liebe Schnutinger. Wann kochen wir mal gemeinsam Matschbrötchen?

FILM: Du bist nicht allein

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Wieder mal was über deutsches Kulturgut gelernt, denn hätte ich mir diesen Film nicht angesehen, hätte ich wohl nie davon erfahren, dass der Schlager, den Axel Prahl da wegen seiner Gefühle zu der hübschen Russin von sich gibt, von Roy Black ist.

Axel Prahl spielt den in die Jahre gekommenen Malermeister Hans Moll, der mit Frau und Sohn in Berlin-Marzahn lebt. Mitten in der Plattenbausiedlung, die meisten, die dort leben, haben wie er keinen Job und auch wenig Aussicht auf einen. Seiner Frau geht es ähnlich, allerdings scheint sie sich noch nicht aufgegeben zu haben, sondern bemüht sich regelmäßig im Arbeitsamt um eine Stelle. Dann gibt es noch die schöne Russin Jewgena, die gerade in der Wohnung neben den Molls einzieht. Sie kommt mit Kind und Vater und als Mutter Moll ihren Mann geradezu nötigt, der schönen Russin zu helfen, tut er dies dann auch. Anfangs widerwillig doch schnell findet er Gefallen an ihr.

Auch der Physiker Kurt Wellinek wohnt in dem Plattenbau. Er, dem Alkohol nicht abgeneigt, von seiner Frau gerade getrennt, ohne Aussicht auf einen Job und mit dem Leben gänzlich unzufrieden. Seine Frau war einmal eine hübsche Wetteransagerin, doch auch sie ist ohne große Perspektive und schlägt sich mit Synchronisationen durch.

Schicksale aus dem Hartz-IV-Land. Schicksale, die in einer Gegend wohnen, in der auch ich einmal gelebt hätte. Und das ist eigentlich das einzige, was bei mir ernsthaft hängengeblieben ist und worüber ich derzeit noch ein bisschen grübele. Fragen wie „Was wäre eigentlich, wenn wir damals nicht von dort weggezogen wären?“. Fragen, auf die es wohl nie eine Antwort geben wird.

Nun, die Geschichten der vier Hauptpersonen hätte man auch schneller erzählen können, ich habe mich in den 90 Minuten Film doch das eine oder andere Mal gelangweilt. Auch weil Regisseur Bernd Böhlich ein paar alberne Momente eingebaut hat, beispielsweise seltsame weiße Nachtfalter, fliegende Fernseher, naja, und einen Axel Prahl, der Roy Black nachsingt.

Singstar-Erlebnisse

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(Das Schöne (oder auch das Schlimme für alle Beteiligten) ist ja die Tatsache, dass es keiner großen Sangeskunst bedarf, wenn man bei Singstar gut abschneidet. Nur die Einsätze muss man treffen. Und wie lange man es schafft, den Ton zu halten. Wie sich das am Ende anhört, ist scheißegal.