Leserbriefe im Test

Manchmal muss man den STERN einfach nur wegen der Leserbriefe lesen. Es geht um das Interview mit Heiner Lauterbach, das der STERN kürzlich abdruckte. Allesamt einfach nur lesenswert.

„Muss denn jeder private Furz ins Fernsehen?“

„Vielen Dank für die neun Seiten über die Memoiren von H.L. Bei all den Dingen, die Deutschland zurzeit schultern muss (Vogelgrippe, Irak-Entführungen, Atom-Iran) werden ja die kleinen Katastrophen oftmals nicht ausreichend gewürdigt.“

„Ein Interview reicht aus, um in einem liebenswerten Macho den gewöhnlichen Angeber zu erkennen.“

„Gibt es keine spannenderen Themen als die indiskreten Memoiren eines halbnackten Heiner Lauterbach?“

„Das Land der Dichter und Denker gibt es nicht mehr, denn sonst hätte einer der Lektoren des Droemer Verlages Herrn Lauterbach zugerufen: „Heiner, lass das mit der Schreiberei, du blamierst deine Kinder.““ (übrigens von Andrea Kiewel, Mainz)

„Wie kommen Sie eigentlich zu der Behauptung, Heiner Lauterbach sei „Deutschlands beliebtester Filmstar“?“

„Warum geben Sie einem kiffenden, saufenden und hurenden „Topschauspieler“ eine solche Plattform? Wofür soll er ein Beispiel sein?“

Und der beste Leserbrief zu diesem Thema lautet:

„Hoffentlich kommt nun nicht auch noch der Ochsenknecht.“

Ich möchte so gern einmal Krabbenkutter fahren.

Gleich:

Hamburg, Hamburg, Hamburg!

(Auch wenn ich keine Zeit für die Stadt habe, musste ich das doch mal loswerden.)

Angucken!

Na, unter dem Titel kann ich den ja nicht finden. „The Virgin Suicides“ läuft heute im WDR mit dem deutschen Titel „Das Geheimnis ihres Todes“. 23.15 Uhr, WDR. Ein wahnsinnig toller Film.

(Thanks to the Popkulturjunkie.)

Nachtrag: Die deutsche Version der Buchvorlage (von Jeffrey Eugenides) heißt übrigens „Die Selbstmordschwestern“. Ich verstehe wirklich nicht, wieso die vom Filmverleih es sich nicht einfacher machen.

Über das Nachtmagazin

Was ist denn das für ein Dreck?

(1) Nubbelverbrennung in Köln. Da darf eine seltsame Reporterin eine halbe Ewigkeit darüber sprechen, dass jetzt die Nubbel in Köln verbrannt werden. Sie macht das in aller Deutlichkeit, haha, sie erklärt die Tradition, nicht ohne immer wieder auf die Super-Stimmung in Köln hinzuweisen, selbst der Pastor macht mit, haha, super. Genau das ist es, worüber ich im Nachtmagazin informiert werden möchte.

(2) Willi Stahlmann, Geschäftsführer von Monster.de, wird interviewt. Und mit wirklich dämlichen Fragen will die Moderatorin Anja Bröker weis machen, dass dieser Mann Ende 40 einen Job über eine Internetjobbörse einen Job finden würde? Ich lach mich tot. Sowieso: Ist das Nachtmagazin eine Kooperation mit Monster.de eingegangen, dass dieser Typ ständig den Namen seiner Firma nennen durfte? Und seit wann ist bitteschön ein Geschäftsführer ein kompetenter und irgendwie objektiver Gesprächspartner zum Thema „Internetjobbörsen“? Dass der sein Geschäftsmodell nicht schlecht macht, ist mir zumindest durchaus klar.

(3) Nur seichte Themen, das Schicksal von Herrn Ballack und, ach ja, das böse Wetter. Meine Fresse.

Hinter den Kulissen

Eben bei der Durchschau des Fernsehprogramms für die nächste Woche darüber nachgedacht, „The Beach“ wegen dieses All-Saints-Liedes in die TV-Filmvorschau aufzunehmen. Gedanken aber wegen Albernheit verworfen.

FILM: Ich und du und alle, die wir kennen

Da ist Christine, die Videokünstlerin, die sich ihren Lebensunterhalt damit verdient, dass sie alte Menschen durch die Gegend fährt. Da ist Richard, dieser Schuhverkäufer, der sich gerade von seiner Frau getrennt hat, und ein Appartment in der Stadt bezieht. Da sind seine beiden Söhne, Robby und Peter, die sich im Chat mit älteren Frauen, auf sexuelle, aber dennoch kindliche Weise unterhalten. Und da sind die pubertierenden Mädchen aus Peters Klasse, die, um herauszufinden, welche von beiden besser bläst, Peter entscheiden lassen. Nachdem sie kurz vorher beschlossen haben, den pädophilen Nachbarn nicht an sich heranzulassen.
In all diesen Episoden geht es darum, dass Menschen auf der Suche nach Nähe, vielleicht sogar Liebe sind. Bis ich allerdings zu dieser Erkenntnis kam, mussten zwei Tage vergehen, denn als ich aus dem Kino stiefelte, war ich mir zunächst überhaupt nicht sicher, was der Film jetzt eigentlich wollte. Denn die Geschichten waren zwar alle sehr nett erzählt, doch endete der Film beinahe so, wie er begonnen hatte. Klar, der eine hatte seine Liebe gefunden, der andere sie gerade wieder verloren und irgendwie hatten auch alle etwas gelernt. Aber dafür einen ganzen Film machen?
Mittlerweile ist meine Antwort auf diese Frage ein „Ja. Unbedingt.“ Denn der Regisseurin Miranda July ist ein kleiner, leiser Film gelungen, der diese Momente des Suchens sehr schön einfängt. Sie unterlegt die Szenen mit sehr schöner Musik, ein paar feine Lacher gibt es auch. Fertig ist ein Film, der zunächst belanglos daherkommt und dann doch gerade wegen seiner Ruhe gewinnt.

Und noch einmal Karneval-Content. Warum schämen sich die Düsseldorfer eigentlich nicht, wenn sie lautstark „Viva Colonia“ brüllen?

tracks

Och Menno, eigentlich will ich doch bei sowas nicht mehr mitmachen. Aber irgendetwas zwingt mich dann doch dazu, diese doofe Fragebögen auszufüllen. Schuld ist Herr 160typo. Der hat mich aufgefordert.

1. Ein Lied aus deiner frühesten Kindheit
Doof, dass ich die Kiste mit meinen Lieblingskassetten schon in eine der Umzugskartons gepackt habe. Aber vom Traumzauberbaum das „Gespensterduett“. Das fand ich damals richtig gruselig.

2. Ein Lied, das du mit deiner ersten großen Liebe assoziierst
Damit ich meine Glaubwürdigkeit nicht verliere, zweigeteilt:
Meine erste Liebe: Pearl Jam – Ten, meine erste große Liebe: R. Kelly – I believe I can fly

3. Ein Lied, das dich an einen Urlaub erinnert
Oh, Urlaubslieder sind ja auch immer was Schlimmes. Mein letzter Urlaub alleine, das war, nachdem ich meine Diplomarbeit geschrieben hatte und keiner mit mir verreisen wollte. Und da lief ständig und überall Mustafa Sandal – Aya Benzer. Schlimm.

4. Ein Lied, von dem du in der Öffentlichkeit nicht so gerne zugeben möchtest, dass du es eigentlich ganz gerne magst
Ganz schön schwierig, wenn man all die CDs schon eingepackt hat und nur die Musik auf dem Rechner nach peinlichen Lieblingsliedern scannen kann. Aber ich hab was gefunden: Xavier Naidoo – Wo willst du hin. Ich hasse den Typen, aber dieses Lied ist manchmal ganz nett…

5. Ein Lied, das dich – geplagt von Liebeskummer – begleitet hat
Oh, Liebeskummer. Blumfeld – Neuer Morgen. Heulen garantiert. Das war aber auch ein Scheißkerl.

6. Ein Lied, das du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast
Puh, wahrscheinlich irgendwas von den Ärzten, weil man das Zeug in seiner Jugend (achja) ja immer Samstags in der Dorfdisco ertragen musste. Um mich auf einen Song festzulegen: Zu spät, natürlich.

7. Ein Lied, das dein liebstes Instrumental ist
Sorry, aber da muss ich aufgrund meiner eingepackten CD-Sammlung leider passen.

8. Ein Lied, das eine deiner liebsten Bands repräsentiert
The Cure, immer noch. Und davon eines der eher unbekannteren Lieder: 10-15 Saturday night.

9. Ein Lied, in dem du dich selbst wiederfindest oder in dem du dich auf eine gewisse Art und weise verstanden fühlst
Also, jetzt gerade nicht, aber damals, da hab ich mich sehr verstanden gefühlt: Nada Surf – Inside of love.

10. Ein Lied, das dich an eine spezielle Begebenheit erinnert (& welche das ist)
Kante – Warmer Abend. Diese Woche in Prag…

11. Ein Lied, bei dem du am besten entspannen kannst
Wieder einmal die gesamte Platte: Mobys „Play“. Bilder malen kann man dabei auch ziemlich gut.

12. Ein Lied, das für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht
The Verve – Bitter Sweet Symphony.

13. Ein Lied, das momentan dein Lieblingssong ist
Tomte – Geigen bei Wonderful World.

14. Ein Lied, das du deinem besten Freund widmen würdest
Richard Ashcrofts „Break the night with colour“, weil ich, wenn ich den höre, immer an ihn denke.

15. Ein Lied, bei dem du das Gefühl hast, dass es außer dir niemand gerne hört.
The Jam – That’s Entertainment. Weil immer, wenn ich von „The Jam“ schwärme, keiner dieses Lied kennt.

16. Ein Lied, das du vor allem aufgrund seiner Lyrics magst
Die gesamte neue Tomte-Platte.

17. Ein Lied, das weder deutsch- noch englischsprachig ist und dir sehr gefällt
Problem: CD ist eingepackt. Und ich komme einfach nicht auf den Namen der Band, um bei Amazon zu suchen.

18. Ein Lied, bei dem du dich bestens abreagieren kannst
Metric – Monster Hospital. Also derzeit funktioniert das gut.

19. Ein Lied, das auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte
Lou Reed – Perfect Day. Ja, immer diese Klassiker.

20. Ein Lied, das du zu den besten aller Zeiten rechnen würdest
Darf man auch Songs doppelt nennen? The Verve – Bitter Sweet Symphony.

(Endet hier.)

Kann mir mal jemand erklären, als was kleine Kinder verkleidet sind, die einen Jute-Beutel um den Hals tragen und deren Haare bunt besprüht sind?