Flammend Herz
So ist das nun einmal, wenn man in Düsseldorf wohnt. Da liest man, dass ein Film anläuft, von dem man schon einmal Anfang des Jahres gehört hatte. Ich wollte ihn mir anschauen, ja. Und dann sucht man im Netz, guckt nach Hinweisen, wo dieser Film denn laufen könnte und dann stellt man fest, dass man für derartige Aktivitäten einfach mal in der falschen Stadt wohnt. Nicht mal in Köln läuft er. Ach ja.
Neues vom Fotoroman
Ach ja, mal wieder ein Update, was die aktuelle Bravo-Foto-Love-Story angeht. Hab ja seit dem 28.9. nichts mehr darüber geschrieben. Wir haben ja mittlerweile gelernt, dass die jetzt immer eine Botschaft haben. Meist auch pädagogisch anspruchsvoll, so gegen Drogen, stehlen und blöde Charaktereigenschaften. Tja, und diesmal auch wieder. Nur lässt sich die wirklich in einem Satz beschreiben und richtet sich diesmal an die Damenwelt:
Sehnst du dich auch noch so sehr nach einem Mann/Jungen, dann lass dich bloß nie mit einem vom Kirmes ein. Der nutzt dich nämlich nur aus.
Ja, das war’s schon. Mehr gab die Story nicht her. Danke für die Aufmerksamkeit.
Verkriechen
Es dauert drei Tage, bis man wieder in der Lage ist, zu fühlen. Zumindest ging es mir so. Gestern abend kamen all diese Empfindungen hoch, zu denen ich bisher nicht in der Lage war. Ich konnte plötzlich niemanden mehr um mich herum ertragen, nicht einmal mich selbst, was den Abend schwierig machte.
Es könnte ruhig werden hier, in den nächsten Tagen. Zuviel ist hier in mir, zu viele Emotionen, mit denen ich erst einmal klar kommen muss. Ich vermisse ihn. Ich habe noch nicht verstanden, dass er wirklich für immer gegangen ist. Und ich habe damit zu kämpfen, mich auf diese vorgegebenen Rituale des Abschiednehmens einzulassen. Warum kann nicht jeder so Abschiednehmen, wie er es möchte?
Anteilnahme: Wie mach ich’s richtig?
Der Verlust eines lieb gewonnen Menschen ist schwer. Auch für das Umfeld. Denn jeder wird vor die große Frage gestellt, wie er dem anderen mitteilt, dass ihm der Tod Leid tut. Dabei stellt sich die Frage der korrekten Wortwahl. Das ist nicht wirklich einfach. Ein wahrer Emotionskiller: „Herzliches Beileid“. Jedes Mal, wenn ich diesen Spruch zu hören bekomme, schießen mir die gleichen Gedanken in den Kopf: Kann Beileid herzlich sein? Sollte Beileid herzlich sein? Zu sehr erinnert er an „Herzlichen Glückwunsch“, „Herzliche Grüße“, obwohl er doch eigentlich nur ausdrücken soll, dass die Anteilnahme vom Herzen kommt. Trotzdem mag ich die nüchterne Variante „Mein Beileid“ lieber. Sie ist sachlich, nicht aufdringlich und bringt genau das rüber, was man hören will: Ehrliches Bedauern ohne überflüssige Schnörkel.
Am besten finde ich dennoch andere Gefühlsbekundungen. Warum nicht ein „Tut mir leid“, „Ich denk an dich“ oder „Sei gedrückt“. Passt immer und kommt ebenfalls vom Herzen. Wenn der Tonfall stimmt.
On the road (show)
Live Music Hall. Klingt vielversprechend. Nach großer Halle, neu mit viel Drumherum. Stattdessen: Eine Fabrikhalle im Industriegebiet gleich hinter dem Plusmarkt. Mit ausgelagerter Toilette. Erinnerte ein wenig an die Columbiahalle, nur kleiner und ein wenig heruntergekommener. Statt der Pommesbude gleich neben dem Eingang in Form eines Wohnwagens gab’s hier nur einen kleinen Raum, in dem es Crepes gab. Das war’s mit Drumherum. Nur Fabrikgebäude. Vielleicht auch noch andere Dinge.
Der Abend. Er begann nicht wie angekündigt mit Razorlight. Dogs waren angesagt.

Was Neues von der Insel, nicht schlecht, manchmal etwas unausgegoren, aber durchaus unterhaltsam. Laut. Ja, so könnte ich den Abend überstehen. Hauptsache laut, nicht viel nachdenken, Beschallung pur. Nein, kein Bier. Heute nur Musik.
Warm ist es. Hätte ich doch bloß was anderes angezogen. Ein Gedanke, der mich jedes Mal in Konzerthallen überkommt. Nie ist man passend angezogen, nie. Trotzdem: Lass uns weiter nach vorn gehen. Die ganze Zeit suchte ich den Blick auf die Bühne durch diese zwei Typen hindurch, die immer wieder ein paar Worte austauschten. Ja, noch könnt ihr reden. Noch.
Dann: Weiter vorn. The Soundtrack of our Lives.

Eine seltsame Mischung aus ein paar spackeligen Jungen und einem alten, dicken Hippie mit Bart. Hatte vorher nichts von der Band gehört (sorry an alle Fans). Die ersten Takte: Nicht schlecht, der Sound, könnte unterhaltsam werden. Leider sang der dicke Mann dann auch noch und machte immer wieder seltsame Bewegungen mit seinen Armen. Ein bisschen Joe Cocker, ein bisschen Jesus, ein bisschen durchgeknallt. Unterhaltsam, gut zur Beschallung, dem Wegdröhnen der Gedanken. Der Mann am Keyboard hübsch anzusehen. Ansonsten nicht mein Fall. Dafür aber der Fall all jener grau melierten Männer mit Bierbecher um mich herum. Jedem seine Zielgruppe. Ich gehöre zu den anderen.
In der Pause: Noch weiter nach vorn. Ein bisschen weiter links, nicht zu nah an den Boxen, obwohl Keane, die sind ja nicht so laut. Viel Platz auf der Bühne. Für Schlagzeug, Keyboard und den Mann mit dem Mikrofon.

Viel zu viel? Nein, er brauchte ihn. Zum Rumlaufen, auslaufen. Die ersten Klänge, das Licht, Gänsehaut. everybody’s changing. Noch mehr Gänsehaut. I don’t know your face no more, da kullerte sie, die Träne.
Keane. Ein bisschen wenig Rock, aber doch gut live gespielt. So, dass man sich wieder fand. Auch bei einer Gemütslage, die nicht für einen großen Abend gemacht war.
(…)
‚Immer wenn jetzt das Telefon klingelt, hab ich Angst‘ sagte ich noch. Und dann war er es, der Anruf, der alles verändert. Endgültig macht. Der den Abschied erzwingt.
Eingeschlafen ist er. Am Morgen.
FILM: Evil
Erik fliegt von der Schule, weil er immer wieder seine Mitschüler zusammenschlägt. Das liegt wohl daran, dass ihn sein Stiefvater regelmäßig verprügelt. Um ihn vor weiteren Repressalien zu schützen und auch, weil er sonst keine Chance auf ein Abitur hat, schickt ihn seine Mutter aufs Internat. Dort herrscht allerdings ein durch und durch totalitäres System: Die älteren Schüler sorgen mit allen nur möglichen Methoden für Zucht und Ordnung. Je mehr die Jüngeren leiden um so besser. Hauptsache, alle gehorchen den streng vorgegebenen Regeln.
Erik teilt sich ein Zimmer mit dem nicht sehr sportlichen,aber intellektuellen Pierre. Die beiden werden schnell Freunde und versuchen gemeinsam, einen Weg durch die Internatswelt zu finden. Ohne Gewalt. Das gelingt nicht immer. Und als dann noch Eriks Verhältnis zu dem Küchenmädchen Marja an die Öffentlichkeit kommt, sind die Tage für die beiden im Internat gezählt.
Evil ist ok. Mehr nicht. Was will er sagen? Dass keine Gewalt auch keine Lösung ist? Dass man in bestimmten Situationen dann doch einfach mal zuschlagen muss? Dass dann, wenn man nicht mehr weiter weiß, ein Anruf genügt, dann kommt der Anwalt, droht ein bisschen mit der Journaille, die mal eine aufdeckende Reportage bringen könnte? Dass man, wenn man etwas wirklich will, es auch schaffen kann? Was auch immer. Diesen Stoff habe ich bereits 100 Mal gesehen. Nichts Neues, aber diesmal aus Schweden. Wo wir auch schon zum Besten an diesem Film kommen: Dem Hauptdarsteller Andreas Wilson, der wirklich gut gespielt hat. Ich sag nur: Diese Lippen!

Appell!
Keinen Arsch in der Hose scheint ihr Herren von heute zu haben. Wenn ihr schon keine Lust mehr auf eine Beziehung habt, dann sagt es. Und zwar nicht per Mail, Brief, SMS oder Telefon! Soviel Arsch in der Hose solltet ihr schon haben, um es der Ex-Geliebten doch wenigstens ins Gesicht zu sagen! Ganz besonders dann, wenn es sich um eine Beziehung handelte, die über das Ab-und-zu-ins-Bett-Gehopse hinausging. Scheint so, als würde sich diese Art der Trennung derzeit etablieren. Und nein. Ich bin (diesmal) nicht betroffen.