FILM: Flammend Herz

Dieser Text könnte auch die Überschrift haben ‚Warum ich das Bloggen mag‘. Denn wenn ich nicht bloggen würde, hätte ich nicht mitbekommen, dass derzeit (noch bis Montag) hier in Düsseldorf ein kleiner Dokumentarfilm läuft. Vor einigen Monaten hatte ich nämlich bedauert, dass der Film in einigen Städten aber nicht hier läuft. Und dann trudelte am Donnerstagabend eine Mail in mein Postfach. Ein Hinweis, für den ich mich nochmals bedanken möchte.

In ‚Flammend Herz‘ geht es um drei alte Männer. Sie haben eins gemeinsam: Sie sind tätowiert. Und zwar nicht nur am Arm oder Bein oder auf dem Rücken, nein, sie sind am ganzen Körper tätowiert. Der Film erzählt ihre Geschichte, die Geschichte einer langjährigen Freundschaft, die durch die blaue Tinte entstand. Sie erzählen von den Vorurteilen, mit denen man ihnen begegnet ist, von ihren homosexuellen Neigungen, von den Problemen, die sich in der eigenen Familie ergeben haben.

Kleiner Film, den man auch mal gut nachts auf Arte schauen kann. Schön.

FILM: Kinsey

Ich weiß nicht, aber ich habe ein Problem mit diesen amerikanischen Verfilmungen großer Biographien. Das war schon in ‚The Beautiful Mind‘, wo das Wirken und Leben von John Nash dargeboten wurde. Ein Wissenschaftler, dessen Versessenheit in die Materie und seine private Seite.

In ‚Kinsey‘ geht es um Alfred Kinsey, der aus einem streng konservativen Elternhaus stammt und gegen den Willen seines Vaters Biologie studiert und sich einen Namen als Insektenforscher macht. Während seiner Lehrtätigkeit lernt er seine Frau Clara McMillen (Laura Linney) kennen, mit der er drei Kinder zeugt. Wie ich gelesen habe, entdeckt er erst im Alter von 42 Jahren die Sexualforschung für sich und macht sich daran, eine umfangreiche, empirische Studie über das Sexualverhalten der Amerikaner zu erstellen. Während das erste Buch zum Kassenschlager wird, floppt das zweite, in dem er sich insbesondere mit der weiblichen Sexualität auseinandersetzt. Kinsey gerät in die öffentliche Kritik, der finanzielle Unterstützer springt ab und zu allem Überdruss meldet sich sein Körper.

Tja, eigentlich ein Film, der nach einem tragischen Ende schreit. Ein Ende, in dem Kinsey sich wiederum in die Wissenschaft flüchtet, der Sache wegen. Aber es kommt anders. Die letzte Szene spielt im Wald. Zwischen tausendjährigen Bäumen sagt Kinsey zu seiner Frau: „Es gibt noch viel zu tun.“ Er umarmt sie, sie laufen ein paar Schritte. Das war’s.

Eine Weile habe ich darüber nachgedacht und nun weiß ich, was mich an diesem Ende so stört. Es ist kein schlechter Schluss, keineswegs, denn selbst in der heutigen Zeit hat Kinsey ja recht. Besonders, wenn man die Situation in den USA betrachtet. Doch passt dieses Ende nicht zu dem Rest des Films. Versucht er doch immer wieder auf sehr amerikanische Weise ‚mehr‘ zu wollen. Große Szenen. Es wird immer wieder die Erwartung eines tragischen Ereignisses geschürt. Doch diese bleibt aus.

Und dann noch etwas, was auch Emily genervt hat: Es ist ja schön, wenn man versucht, in einem Film die verschiedenen Lebensphasen darzustellen. Allerdings fiel es bei ‚Kinsey‘ wirklich schwer, anhand der optischen Veränderung wirklich zu erkennen, ob man gerade den ‚jungen‘ oder den ‚älteren‘ Kinsey sah. Gleiches gilt übrigens für seine Frau, die von Laura Linney gespielt wurde. Die haben wir alle sowohl in ‚The Truman Show‘ und ‚Mystic River‘ schon wandlungsfähiger gesehen. Aber das nur am Rande.

FILM: Das Meer in mir

Ramon ist vom Hals ab gelähmt und will diesem Zustand ein Ende machen. Weil er sein Leben nicht lebenswert findet. Schuld daran war ein Badeunfall. Kopfüber sprang er damals ins Wasser, sein Genick brach. So ist er seit 28 Jahren auf fremde Hilfe angewiesen. Freunde und Verwandte kümmern sich rührend um ihn. Trotzdem will er lieber tot sein, als weiter vor sich hin vegetieren.

Es gibt kein Recht auf den Tod. Es gibt keine Institution, die Sterbewilligen Hilfe gibt, ohne selbst dafür vor Gericht zur Verantwortung gezogen zu werden. Doch Ramon ist auf die Hilfe anderer angewiesen. Auch im Fall seines Todes.

Dann treten zwei Frauen in Ramons Leben. Zum einen Julia, eine Anwältin, die ihn vertreten will, aber selbst von einer Krankheit gezeichnet ist, die sie bald an die Hilfe anderer fesselt. Zum anderen ist es Rosa, die durch einen TV-Auftritt auf Ramons Schicksal aufmerksam wird und mit der Zeit zu einer Freundin wird. Beide interessieren sich für ihn und auch Ramon beginnt beide Frauen zu mögen. Doch ändern die neuen Erfahrungen nichts daran, dass er von seinem Ziel, seinen Tod, abrückt.

Am Ende bekommt Ramon, was er wollte: Mit Hilfe eines Glases Wasser mit Zyankali setzt er seinem Leben ein Ende, nicht ohne der Nachwelt per Video eine Botschaft zu hinterlassen. Er habe die Hilfe vieler Freunde beansprucht, die alle Dinge getan haben, die an sich nicht strafbar gewesen sind.

„Das Meer in mir“ setzt sich auf sehr einfühlende Weise mit dem Thema Sterbehilfe auseinander. Der Zuschauer kann nachempfinden, wie hilflos ein Mensch sein muss, dass in ihm der Entschluss reift, sterben zu wollen. Ebenso klammert der Film nicht aus, mit welchen Ängsten die Angehörigen geplagt werden und wie sehr wir alle doch an unserem Leben hängen. Welten prallen aufeinander.

Der Film überzeugt, kein Wunder, dass „Das Meer in mir“ als bester ausländischer Film ausgezeichnet wurde. Und „Der Untergang“ (allein vom Thema) her keine Chance hatte.

FILM: Sophie Scholl – Die letzten Tage

Das war nun mein dritter dieser derzeit so angesagten Nazi-Filme. Erst habe ich ‚Untergang‘, dann ‚Napola‘ gesehen. Nun also ‚Sophie Scholl‘. Vergleichen mus man diesen Film sicherlich mit ersteren. Schließlich geht es in beiden Filmen um die Darstellung von wirklich Ereignetem, Napola war zu fiktional.

So begleitet die Kamera die Sophie Scholl auf ihrem Weg in den Tod. Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und ein paar Freunden druckt sie Flugblätter der ‚Weißen Rose‘. Gemeinsam mit ihrem Bruder wird sie bei der Verteilung der Blätter in der Münchner Universität erwischt. Nur vier Tage später wird sie gemeinsam mit Hans und Christoph Probst mit der Guilloutine hingerichtet.

Der Film handelt also von den letzten vier Tagen der Sophie Scholl. Er zeigt die Aktion in der Uni, die mit lauter Musik unterlegt zu einer Hetzjagd a la Hollywood wird. Er zeigt, wie die beiden abgeführt werden, wie sie die Treppen hinauf- und hinuntergebracht werden, mit eben dieser Musik, als ob es nichts besseres zu zeigen gibt. Der Film inszeniert das groteske Verhör durch Robert Mohr, bei dem Julia Jentsch eine gewiefte und sprachbegabte Sophie Scholl gibt, die Sympathie erweckt. Doch das Gespräch endet im Schlagabtausch, man möchte lachen, doch in dem Kinosaal herrscht diese Schwere, historischer Stoff, da lacht man nicht.

Trotz einer wirklich gut spielenden Julia Jentsch gelingt es ihr oder dem Film nicht, Mitgefühl zu erzeugen. Das hektische Abspulen der Handlung, der sehnsuchtsvolle Blick aus dem Gefängnisfenster, all das wirkt zu unwirklich, als das man wirklich mitgehen kann. Zu sehr nervt der immer gleiche Blick von Gerald Alexander Held, der den Robert Mohr verkörpert, zu sehr steht die Musik im Vordergrund, die immer wieder den Gang durch die Gänge begleitet.

Und trotz alledem schafft es ‚Sophie Scholl‘ mich doch noch zu einer Gefühlsregung zu bringen. Auch wenn diese vorhersehbar ist, perfekt inszeniert und so, verdrücke ich ein paar Tränen, als Mama und Papa Scholl sich von ihren Kindern mit den Worten ‚Ich bin stolz auf euch‘ verabschieden. Beinahe peinlich ist mir der Gefühlsausbruch dann aber, als Hans, Christoph und Sophie sich dann zum Abschied noch einmal umarmen. Wie vor einem Fußballspiel, der Blick zum Boden gerichtet. Nur das Motivations-Gebrülle fehlte.

Tja, ein Fazit muss her. ‚Sophie Scholl‘ war besser als Napola, vergleichbar mit ‚Der Untergang‘ und lässt bei mir eigentlich nur ein Fazit zu: Nu is aber mal genug, mit diesen Vergangenheitsaufarbeitungsfilmen aus der Nazi-Zeit. Denkt euch mal wieder was anderes aus.

FILM: Sideways

Mittlerweile ist es fast eine Woche her, dass ich den Film geschaut habe. Und nun habe ich auch endlich ein bisschen Zeit gefunden, mir ein paar Worte zurechtzulegen, die den Film einigermaßen treffend wiedergeben.

Miles fährt mit Jack, seinem besten Freund aus dem College, eine Woche lang durch kalifornische Weinanbaugebiete fahren. Sie wollen trinken, entspannen, hier und da eine gemütliche Golfpartie spielen. Naja, zumindest Miles möchte das, denn in seinem Leben läuft seit der Trennung von seiner Ex-Frau so ziemlich alles schief. Der Englischlehrer hat eine Therapie hinter sich, schluckt immer noch Psychopharmaka und versucht sich – recht erfolglos – als Schriftsteller. Jack hingegen plant nach der Woche mit Miles zu heiraten. Deshalb will er es nochmal richtig krachen lassen.

Natürlich läuft die Woche ganz anders, als Miles sich das vorstellt hat. Jack schmeißt sich an die Frauen ran, aber auch Miles trifft auf Maya und merkt bald, dass da mehr sein könnte.

Ich habe ‚About Schmidt‘ sehr gerne gesehen und deshalb war ich auch sehr gespannt, ob Regisseur Alexander Payne ‚Sideways‘ ebenso gelungen ist. Die Antwort: Zum Teil. Wieder einmal stellt er einen Menschen dar, der nichts mehr mit sich anzufangen wusste. Doch leider vergeht die erste halbe Stunde dieses Films viel zu langsam. Man sieht sehr lang und ausschweifend, wie sich Miles auf den Weg macht, man sieht ihn bei Jacks neuer Familie ankommen und bis die beiden endlich losfahren, ist man eigentlich schon gewillt, das Kino zu verlassen. Aber dann: Glücklicherweise gewinnt der Film danach etwas an Fahrt. Wir sehen, wie Jack bei Stephanie landet, wie Miles intellektuelle Gespräche mit Maya führt und wie auch diese beiden sich langsam aber sicher näher kommen.

Trotz des fehlenden Tempos zu Beginn ist ‚Sideways‘ ein gelungener Film. Witzige Dialoge, viel Wissenswertes über kalifornische Weine und liebenswerte Personen. (‚about schmidt‘ war aber trotzdem besser.)

FILM: Kammerflimmern

Ich kann mir nicht helfen, aber ich mache es immer wieder. Immer wieder gehe ich in diese deutschen Filme, weil ich hoffe, dass irgendwann mal wieder einer dabei ist, der gut ist.
‚Kammerflimmern‘ erzählt die Geschichte von Paul (Matthias Schweighöfer), der in recht jungen Jahren bei einem Autounfall seine Eltern verliert. Jahre später arbeitet er als Rettungssanitäter in Köln und scheint davon besessen zu sein, Menschen zu helfen. Irgendwann trifft er auf die schwangere November (Jessica Schwarz), die ihn an die Frau erinnert, die ihn immer am Ende seiner Alpträume anlächelt und die Arme entgegenstreckt.
Noch immer kann ich mich nicht entscheiden, ob dieser Film nun ein gelungener ist oder nicht. Gut waren die Schauspieler, es gab den einen oder anderen witzigen Dialog (Er nimmt sie von hinten und fasst ihr an den Bauch: ‚Ich glaub, die Kleine mag mich‘ – Sie: ‚Ich glaub, dass ist mein erster Dreier.‘), aber irgendwas fehlte. Ein gutes Ende, vielleicht, ein bisschen mehr Handlung und ein bisschen weniger Surreales – ich weiß es nicht. Aber überzeugt hat mich ‚Kammerflimmern‘ (wieder einmal) nicht.

FILM: Vom Suchen und Finden der Liebe

Was für ein Scheiß-Film. Man fragt sich, was die Herren Dietl und Süßkind denn da zu sich genommen haben, als sie die irre Idee hatten, einen Film über die Liebe zu machen?

Da war einmal ein Mimi Nachtigall (allein dieser Name), der sich unsterblich in eine kleine Gesangsstudentin verliebt. mit ihr in den kommenden sieben Jahren ihrer ach-so-unsterblichen Liebe groß raus bringen will. Und als seine Liebste unter dem Namen Venus Morgenstern Erfolge feiert, ist’s mit der Liebe auch schon vorbei. Der gute Mimi ist darüber dann aber doch sehr traurig und irgendwann so verzweifelt, dass er sich auf einer griechischen Insel umbringt, mit Alkohol und Schlaftabletten. Tja, bis dahin ging der Film sogar einigermaßen. Doch dann passiert das Unfassbare: Heino Ferch steigt als vielgeschlechtiges Wesen mit Titten vom Himmel und holt ihn zu sich. Doch auch als toter Mann kann Mimi seine Liebste nicht vergessen. Sie ihn aber auch nicht und als sie entdeckt, dass sie ihn immer noch so sehr liebt, dass sie ihm auf die griechische Insel folgt, erfährt sie, dass er sich umgebracht hat. Die Arme ist verzweifelt, folgt ihm ins Reich der Toten, um ihn zurückzuholen. Klappt aber nicht, weil sich die beiden doch wieder in die Haare bekommen. Wie gesagt, das mit den aufgewärmten Lieben klappt halt nicht.
Ganz schlimm, dieser Film. Und irgendwie entlarvt dieser Film auch noch die schöne Alexandra Maria Lara, die anscheinend auch nur einen Blick drauf hat: Diese großen Augen, die ganz furchtbar leidend gucken. Passte bei ‚Der Untergang‘ genauso wie bei diesem Klamauk.

FILM: Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse

Und hier haben wir wieder einmal ein Beispiel für eine seltsame Übersetzung eines Filmtitels, heißt der Schinken doch im Original „Lemony Snicket’s A Series of Unfortunate Events“. Doch viel lieber möchte ich ein paar Worte über den Film verlieren, der es geschafft hat, zwei Oscar-Nominierungen einzuheimsen.

Bei einem Hausbrand kommen die Eltern der hochbegabten Baudelaire-Kinder ums Leben. Violet, Klaus und Sunny bleiben als Waisen zurück und sollen ihr Leben von nun an bei Graf Olaf, einem verrückten Schauspieler verbringen. Der ist allerdings nur auf das satte Erbe der drei aus und versucht von nun an mit allen Mitteln an dieses zu gelangen.

Natürlich ist die Handlung noch vielfältiger, denn die drei bleiben nicht nur bei dem bösen Schauspieler, sondern werden immer wieder zu anderen „Verwandten“ geschickt, weil es Graf Olaf immer wieder gelingt, diese auszulöschen, um die Vormundschaft zurückzugewinnen und das Erbe einzusacken.
Tragende Figur des Films ist John Jim Carrey, der den Grafen spielt, der immer wieder in andere Rollen schlüpft, um den Kindern näher zu kommen. Einmal gibt er den Wissenschaftler, ein anderes Mal den Seefahrer mit Holzbein, immer wieder ist seine unverwechselbare Mimik erkennbar. Ja, er spielt sicherlich gut, mein Fall ist er dennoch nicht, weil er mir nach ungefähr einer Stunde ziemlich auf die Nerven gegangen ist.

Alles in allem ist der Film gelungen. Die Handlung ist spannend erzählt, die Bilder sind ungewöhnlich – das Ergebnis ist ein schönes Märchen. Trotzdem war er nicht so ganz mein Fall. Warum der Film in dieser seltsamen Optik erzählt werden musste, blieb mir unverständlich bzw. konnte ich mir nur damit erklären, dass er vor allem Tim-Burton-Filmegucker anlocken sollte. Ob diese zufrieden sind, kann ich nicht sagen, aus mir unerklärlichen Gründen habe ich bisher keinen seiner Filme gesehen. Wird nachgeholt. Demnächst.

FILM: Hautnah

Wie ihr wisst, verfolge ich bei der Auswahl von Filmen seltsame Prinzipien. Niemals Brad Pitt, bloß kein Tom Cruise und nach ‚Pretty Woman‘ bin ich auch in keinen Film mit Julia Roberts mehr gegangen. Aber was wäre das Leben mit Prinzipien, wenn man sie nicht ab und an brechen würde. So habe ich natürlich ‚Seven‘ gesehen und eben auch ‚Hautnah‘. Ich bereue übrigens nichts.

Julia Roberts spielt die Fotografin Anna, die den Auftrag hat, den Journalisten und Buchautoren Dan (Jude Law) zu fotografieren. Der, eigentlich glücklich liiert mit Alice (Natalie Portman), ist fasziniert von ihrer Ausstrahlung. Die beiden küssen sich und wenn man einmal etwas gefunden hat, was man gerade nicht haben kann, dann bleibt die Faszination da, bis man sich geholt hat, was man wollte. So betrügt Dan seine Alice, und Anna betrügt ihren Larry (Clive Owen), den Dermatologen und Ehemann. Irgendwann gestehen Anna und Dan ihre Affären, es kommt zu den unausweichlichen Trennungen.
Dieser Film lebt nicht durch die Großartigkeit seiner Schauspieler – Jude Law, den ich langweilig fand –, sondern durch die wunderbaren Dialoge, die selbst in der deutschen Fassung gewitzt rüberkommen. Kein seichtes „Aber ich habe dich schon immer so geliebt“, sondern ehrlich daherkommende Aussagen. Und wer hat bei dem Satz „Ich habe sein Sperma geschluckt, es schmeckt wie deins nur süßer…“ kein Grinsen im Gesicht, allein wenn die bieder daherkommende Julia Roberts ihn sagen darf.

‚Hautnah‘ ist schnell, ist intelligent geschnitten und lässt mich vor allem mit der Gewissheit zurück, dass ein anderes meiner Prinzipien keines ist, von dem ich mich in den nächsten Jahren abwenden sollte: Fang bloß nicht ein zweites Mal etwas mit dem gleichen Typen an. Die Faszination ist weg, der Zauber, der die Liebe einst großartig machte, kommt nicht wieder. Kein zweites Mal.

FILM: Napola

Achtung, wird wieder mal der Schluss verraten.

Nachmittagsvorstellungen sind sehr entspannend. Man guckt einen Film, um einem herum 207 freie Plätze und wenn man das Kino wieder verlässt, ist es zwar dunkel, doch der Abend liegt noch vor einem. Der gemeinsame.

Friedrich Weimer ist ein ganz normaler Junge aus dem Berliner Wedding. Bei einem Boxkampf wird er von einem Lehrer einer nationalpolitischen Anstalt entdeckt, der ihm zu einem Aufnahmeverfahren einlädt. Er wird an der Eliteschule aufgenommen und trifft dort auf Albrecht Stein, dem Sohn des Gauleiters Stein, mit dem er sich sehr bald anfreundet. Die beiden können verschiedener nicht sein. Friedrich geht in seinem Sport auf, Albrecht hingegen ist feinfühlig, liebt das Schreiben und entspricht schon allein von der Statur nicht dem arischen Ideal. Auch aus diesem Grund missachtet sein Vater ihn. Stattdessen säubert er mit miesen Methoden seinen Gau von unwertem Leben. Der Konflikt zwischen Vater und Sohn eskaliert, als die Jungs in der Nacht ausrücken müssen und die Truppe unschuldige, unbewaffnete, russische Kinder ermordet.

Tja, was soll ich zu diesem Film sagen. Ich hatte gehofft, ein wenig mehr über diese Schulen zu erfahren. Ich weiß nicht, ob ich nun mehr weiß. Ein bisschen vielleicht, allerdings hätte ich mir auch einfach nur Evil noch einmal anschauen müssen und wäre genauso schlau. Klar, ohne diese ganze Jungenfreundschaft und dem hohen Konfliktpotenzial kann man wahrscheinlich niemanden ins Kino locken, aber ganz so flach muss es doch auch nicht sein, oder? Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass Friedrich im ‚wahren Leben‘ einfach nur von der Schule verwiesen worden wäre. Da hätte es doch sicherlich unkomfortablere Methoden gegeben.