Das war nun mein dritter dieser derzeit so angesagten Nazi-Filme. Erst habe ich ‚Untergang‘, dann ‚Napola‘ gesehen. Nun also ‚Sophie Scholl‘. Vergleichen mus man diesen Film sicherlich mit ersteren. Schließlich geht es in beiden Filmen um die Darstellung von wirklich Ereignetem, Napola war zu fiktional.
So begleitet die Kamera die Sophie Scholl auf ihrem Weg in den Tod. Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und ein paar Freunden druckt sie Flugblätter der ‚Weißen Rose‘. Gemeinsam mit ihrem Bruder wird sie bei der Verteilung der Blätter in der Münchner Universität erwischt. Nur vier Tage später wird sie gemeinsam mit Hans und Christoph Probst mit der Guilloutine hingerichtet.
Der Film handelt also von den letzten vier Tagen der Sophie Scholl. Er zeigt die Aktion in der Uni, die mit lauter Musik unterlegt zu einer Hetzjagd a la Hollywood wird. Er zeigt, wie die beiden abgeführt werden, wie sie die Treppen hinauf- und hinuntergebracht werden, mit eben dieser Musik, als ob es nichts besseres zu zeigen gibt. Der Film inszeniert das groteske Verhör durch Robert Mohr, bei dem Julia Jentsch eine gewiefte und sprachbegabte Sophie Scholl gibt, die Sympathie erweckt. Doch das Gespräch endet im Schlagabtausch, man möchte lachen, doch in dem Kinosaal herrscht diese Schwere, historischer Stoff, da lacht man nicht.
Trotz einer wirklich gut spielenden Julia Jentsch gelingt es ihr oder dem Film nicht, Mitgefühl zu erzeugen. Das hektische Abspulen der Handlung, der sehnsuchtsvolle Blick aus dem Gefängnisfenster, all das wirkt zu unwirklich, als das man wirklich mitgehen kann. Zu sehr nervt der immer gleiche Blick von Gerald Alexander Held, der den Robert Mohr verkörpert, zu sehr steht die Musik im Vordergrund, die immer wieder den Gang durch die Gänge begleitet.
Und trotz alledem schafft es ‚Sophie Scholl‘ mich doch noch zu einer Gefühlsregung zu bringen. Auch wenn diese vorhersehbar ist, perfekt inszeniert und so, verdrücke ich ein paar Tränen, als Mama und Papa Scholl sich von ihren Kindern mit den Worten ‚Ich bin stolz auf euch‘ verabschieden. Beinahe peinlich ist mir der Gefühlsausbruch dann aber, als Hans, Christoph und Sophie sich dann zum Abschied noch einmal umarmen. Wie vor einem Fußballspiel, der Blick zum Boden gerichtet. Nur das Motivations-Gebrülle fehlte.
Tja, ein Fazit muss her. ‚Sophie Scholl‘ war besser als Napola, vergleichbar mit ‚Der Untergang‘ und lässt bei mir eigentlich nur ein Fazit zu: Nu is aber mal genug, mit diesen Vergangenheitsaufarbeitungsfilmen aus der Nazi-Zeit. Denkt euch mal wieder was anderes aus.