Ostern

Der Cuxhavener trägt um diese Jahreszeit gerne eine wetterfeste Jack-Wolfskin-Jacke. Gerne in rot, gelb oder gediegen in schwarz.

Shrimps am Spieß mit Salat und jeder Menge Knoblauchsoße.

Die Verkäuferin, die sich dann doch um Kopf und Kragen redete, obwohl sie nur ein paar rote Schuhe verkaufen wollte. Und dann sogar eine Tasche los wurde.

Apfelstrudel mit Vanillesoße.

„Du bist mir im Moment ein bisschen zu gesprächig.“ DSDS mit der Mutter ist doch anders.

So viele Menschen am Bremer Hauptbahnhof. Die alle zum Freimarkt wollen, dachte ich. Bis ich feststellte, dass in allen Imbissen Werder Bremen spielte. Ja, auch Torsten Frings kickte (wieder) mit.

Wie erzähle ich bloß die Geschichte, in der ich die Riesen-Kuscheltier-Schildkröte und den roten Hasen, mit dem ich meine Kindheit verbrachte, aus der großen Mülltonne rettete?

The Comeback of Udo

Uuh, Benjamin von Stuckrad-Barre hat in der Welt was Feines zur neuen Platte von Udo Lindenberg geschrieben. 14 Geschichten über Udo, seine neue Platte und über Benjamin und Udo. So schön kann Männerfreundschaft also sein.

24. Juli 2006, kurz vor null Uhr. Unter einem Vorwand habe ich meinen Freund Moritz von Uslar am Vorabend seines Geburtstags in die Bar des „Hotel Atlantic“ gelotst. Er gehört zu den vernünftigen Männern, die weinen, wenn sie bestimmte Lindenberg-Lieder hören. Wie verabredet kommt nun Lindenberg um die Ecke, er trägt eine Latex-Greisenmaske, lehnt sich zum erstaunten Uslar herunter und sagt: „Wir werden alle älter, nicht wahr? Gleich kommt ein junger Kollege, die Nachtigall Udo Lindenberg, der möchte Ihnen ein kleines Ständchen zwitschern, ich hol’ ihn mal.“
Der Maskenmann verschwindet hinter einer Säule, kommt als Udo wieder hervor, tänzelt zum Barklavier rüber, an dem der Panikband-Keyboarder Hendrik Schaper schon die ersten Töne von Uslars Udo-Lieblingslied intoniert, schlaggenau um null Uhr lindenbergt sich Udo in die erste Strophe, „Düpndödüp“ – und dann: „Wir war’n zwei Detektive, die Hüte tief im Gesicht.“
Weinend freuten wir uns auf unseren 60. Geburtstag.

Unbedingt lesen!

Karfreitag

Erstaunlich viele Menschen an diesem Freitag um 9.36 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Und alle wollen in den Zug in Richtung Hamburg.

Im Zug dann „Dummy“ gelesen und viel über Tiere gelernt. Und über Zoophile. Kannte den Begriff bisher auch nicht. Aber interessant. Tolle Idee auch, über schlimme Erlebnisse mit Tieren zu schreiben. Und zu erfahren, warum Herr Gehrs nur noch in Europa urlaubt. Am rührendsten allerdings die Geschichte über den Berliner Stadthund gefunden. Als sie sich nach der Operation auf den Boden neben ihren Hund legt, ja, da ging auch mir das Herz auf.

Diese Großmutter.

Und dann will man sich mit alten Bekannten treffen. Überlegt, wo man das denn am besten macht. Zu mir, zu ihr? Und dann geht man doch wieder was essen. Aus der Not heraus.

„Rotkäppchen hat auch ein Happy End – es sei denn, man ist für den Wolf“

Befindlichkeitscontent

Gibt’s eigentlich auch Frühjahrsschlaflosigkeit? Wenn ja, ich hab das gerade.

Liebe Mutter,

ich weiß, du magst es nicht, wenn ich hier über dich schreibe, aber eigentlich will ich auch gar nicht über dich sondern an dich schreiben. Und das, obwohl ich es dir auch schon am Freitag persönlich sagen könnte oder am Telefon. Aber letzteres ist wohl zu spät, weil du schon im Bett liegst und ersteres irgendwie auch zu spät, aber anders. Und außerdem könnte es ja sein, dass es nicht nur dich interessiert, sondern auch irgendwelche anderen Leute. Vielleicht solche, die mal auf einem Konzert von ihm waren. Oder einem zweiten. Oder dritten. Und vielleicht haben sie sich ja auch schon mal ein Autogramm von ihm geholt. Und ihm dabei auf die Wange geküsst. Und ihm gesagt, wie toll er doch ist. Kann ja sein, dass es solche Leute da draußen gibt.

Eigentlich wollte ich dir auch nur sagen, dass Mr. Udo Lindenberg (DER Udo Lindenberg) am 28. März eine neue CD veröffentlicht. Leider habe ich bei Youtube noch nicht das neue Video oder irgendwas anderes gefunden. Nur das hier. Weil ich es doch ein bisschen lustig finde.

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Jammer-Content

Das doofe an sportlicher Betätigung ist, dass man sich Sportverletzungen zuzieht. So wie ich gestern. Leider habe ich nämlich zu doll auf den Squashball eingedroschen, dass mir jetzt mein rechter Arm richtig weh tut. Also kein Muskelkater-Schmerz. Sondern richtiger. Besonders wenn ich mit rechts zur Wasserflasche greife. Oder den Arm aus anderen Gründen heben will. Zum Glück geh ich nicht mehr zur Schule.

Jarvis mit neuer Single

Für die nicht-wissende aber mitlesende ältere, und erst recht jüngere Generation: Ich meine Jarvis Cocker, Pulp-Frontmann. Klingelt’s?

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!!!

Ricky Gervais bloggt. Von den Dreharbeiten zu „This Side of the truth“. Wenn ich das alles zu dieser Uhrzeit richtig verstanden hab.

Generation Jimi Blue

Das spannendste an dem gestrigen Kinobesuch um 14.30 Uhr war nicht, dass sich noch während der Werbung herausstellte, dass Daniel den Platz neben uns reserviert hatte (Wenn ich um acht ins Kino gehe, treffe ich nie jemanden.). Spannend war, in welche Subkultur man sich begibt, wenn man um diese Uhrzeit ins Kino geht. Einige gehen in Asterix, andere in „Horton hört ein Hu“ (Horton ist ein Elefant. Aber was ist eigentlich dieses Hu?). Und dann muss man davon ausgehen, dass Jimi Blue Ochsenknecht für diese Generation sowas wie der Robbie Williams für die Mittedreißigjährigen sein muss. Und lustig zu sehen, wie die deutsche Filmindustrie nun versucht, diesen Hype (falls es wirklich ein solcher ist) um Jimi Blue Ochsenknecht noch ein bisschen auszuschöpfen. Denn die Wilde-Kerle-Generation wird älter und verliebt sich auch einmal und deshalb gibt es im April auch gleich noch einen Film. „Sommer“ heißt er und wenn ich den Trailer richtig verstanden habe, geht es darum, dass Jimi Blue auf eine Nordseeinsel muss, sich dort in ein Mädchen verliebt, die ihn dann auch ganz dufte findet und er sich ein Schwimmduell mit ihrem derzeitigen Lover bestehen muss. Also Sommer, große Liebe, Duell, Happy End – klingt stark nach Rosamunde Pilcher für Teenies. Und dann macht dieser Jimi Blue auch noch Musik.

Seltsam, seltsam. Auch, dass das alles so komplett an einem vorbeigeht.

FILM: Die Welle

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Achtung: Hier wird das Ende verraten!

Ich war davon ausgegangen, dass wirklich jeder, der so ungefähr in meiner Generation lebt, irgendwann zwischen 12 und 15 „Die Welle“ von Morton Rhue gelesen hat. Das war ein Fehler, aber so hat man eine gute Erklärung dafür, warum es dann doch irgendeinen Sinn ergibt, dass dieses Buch jetzt noch verfilmt worden ist (Außer natürlich wegen Jürgen Vogel.). Doch es gibt immer den einen, der den Stoff nicht kennt und heute wird dieses Buch wahrscheinlich nicht einmal mehr im Unterricht durchgenommen, ich weiß es nicht und vielleicht bedarf es in Zeiten von Amokläufen, Waffen und dem bösen Internet an Schulen auch einfach einer Aktualisierung des Stoffes. Sprich: Jürgen Vogel spielt den wirklich coolen Lehrer, der mit Ramones-Shirt in die Schule geht, der von den Schülern geduzt wird und den wirklich alle mögen, weshalb sie auch die Projektwoche mit ihm, aber dem langweiligen Thema „Autokratie“ wählen.

Na und dann geht’s los mit dem Experiment. „Macht durch Disziplin! Macht durch Gemeinschaft! Macht durch Handeln!“, schreibt Jürgen Vogel an die Tafel, alle tragen plötzlich weiße Hemden, grüßen sich mit dem Welle-Gruß, sind Teil einer großen Gemeinschaft und fühlen sich super. Wer nicht dabei ist, fühlt sich nicht ganz so super und rebelliert und lernt die Macht dieser Gemeinschaft von der anderen Seite kennen. Weil er ausgeschlossen ist.

So, und wo wir die Handlung gerade mal zusammengefasst haben, kommen wir auch schon zu den Problemen des Films.

Erstens: Max Riemelt, der Marco den Super-Sportler spielt. Er hat ne Freundin, die mit dem ganzen Welle-Quatsch nicht so richtig klarkommt und sich deshalb auch mit ihm streitet. Und deshalb auch einer der Auslöser für Lehrer Vogel ist, das Experiment „Welle“ abzubrechen. Aber dieser Max Riemelt, den man vielleicht als Liebhaber deutscher Filme schon aus „Napola“ kennt und der für diese Rolle damals sogar den bayerischen Filmpreis bekommen hat, ist so langweilig und so farblos, das man sich wirklich fragt, warum dieser Regisseur anscheinend so darauf steht, mit diesem Typen zu drehen. Versteht man einfach nicht.

Zweitens: der Regisseur Dennis Gansel. Einmal, weil er irgendwie darauf steht, Max Riemelt in seinen Filmen dabei zu haben. Aber auch weil es ihm nicht richtig gelingt, ein Drehbuch zu schreiben und umzusetzen, dass in sich schlüssig ist. Da weiß man gleich zu Beginn des Filmes, bei welchem der Schüler der ganze Welle-Kram besonders gut funktionieren wird, genauso wie man gleich weiß, dass die Öko-Frau vermutlich schnell aussteigen wird. Da werden Figuren angedeutet, da hat dieser Marco zwischendurch was mit einer anderen (Cristina do Rego, die der eine oder andere vielleicht aus „Pastewka“ kennt) und am Ende hat er dann doch wieder seine Freundin lieb. Das ist alles sehr unbeholfen und vielleicht reicht es ja auch für einen Jugendfilm, aber für was richtig Gutes nun mal leider nicht.

Drittens: der Schluss. Ganz schlimm. Denn in der heutigen Zeit reicht es wohl nicht, dass ein „jüdischer Schüler Gewalt erfährt“, (Sorry, konnte mich nicht mehr an das Ende des Buches erinnern und habe dreist die Wikipedia abgeschrieben), damit das Projekt ein Ende erfährt. Nein, in der heutigen Zeit muss erst ein Schüler angeschossen werden und der Schießende sich selbst hinrichten. Ganz so, wie wir es mittlerweile von den Amokläufen an Schulen kennen.