FILM: Mein Führer
Eine Vorpremiere zu Dani Levys neuen Film, dem ich nach den Trailern vor einigen Wochen voller Erwartung entgegengesehen habe. Leider. Denn das, was der Regisseur den Zuschauern bietet, ist in Teilen sicherlich amüsant, letztendlich aber ein halbgarer Film. Ein Film ohne Aussage. Dani Levy wagt nichts. Ich habe mich wirklich gefreut: auf politische Unkorrektheiten, überspitzte Klischees, halt alles, was zu einer guten Komödie gehört. Erhalten habe ich von all dem nichts. Oder nur wenig. Stattdessen versucht mir Dani Levy eine Geschichte mit Moral zu erzählen.
Natürlich habe ich auch gelacht. Manchmal. Und immer dann, wenn Helge Schneider spielen konnte. Wenn er sich über Goebbels lustig macht („Wollt ihr den totalen Krieg, pah!“), wenn er sich zu den Grünbaums ins Bett legt („Mir ist so kalt“) oder wenn er die Maskenbildnerin zu Recht weist. Allerhöchstens noch Ulrich Mühe schafft es, einigermaßen brillant herüberzukommen. Alle anderen bleiben blass. Welch Potenzial Figuren wie Goebbels, Himmler und Speer gehabt hätten – aber nein, Levy nimmt die Geschichte zu ernst und scheitert an ihr.
Wahrscheinlich lag es wirklich am vielen Umschneiden und Nachdrehen. Anders ist es mir zumindest nicht zu erklären, dass dieser Film den Untertitel „Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ trägt. Denn eine so genannte „Wahrheit“ über diesen Mann habe ich wahrlich nicht erfahren. Allenfalls die über einen Schauspieler namens Adolf Grünbaum. Um die zu erfahren, bin ich allerdings nicht ins Kino gegangen.
Jetzt auch das PDF-Magazin tot?
Es ist nicht so, dass ich es sonderlich vermisse. Aber nach der Ankündigung auf der Webseite von V.i.S.d.P. soll doch eigentlich jeden Freitag ein PDF-Dings erscheinen. Zwischen Weihnachten und Neujahr muss das natürlich nicht sein, aber hätte dann nicht zumindest am 22.12. (ein Super-Tag, übrigens) zuletzt eine Ausgabe erscheinen müssen? Kann mich nicht erinnern, dass die mir bereits am 15.12. ein „Frohes Neues“ gewünscht haben. Ihr?
Die einen nennen es vermutlich die Sperre im Kopf zum Jahresbeginn. Eigentlich habe ich aber einfach keine Zeit, derzeit.
(Und gestern abend, als Zeit war, musste ich erstmal mit den Hasen tanzen. Seltsamerweise fiel es mir am leichtesten, beim Hip-hop-Lied den Takt zu halten. Wer hätte das gedacht. Wuaaaaaaah!)
(Hihi.)
Über mein Kino-Jahr 2006
Welche Filme ich 2006 im Kino gesehen habe, kann man ja wunderbar hier nachlesen.
Und da ich unfähig bin, Ranglisten zu erstellen, hier wie im vergangenen Jahr eine Auswahl:
Ich war 25mal im Kino in diesem Jahr mit einer großen Flaute im Sommer.
Die besten Filme: Inside Man, Caché, Ich und du und alle, die wir kennen
Die schlechtesten Filme: Borat, Brokeback Mountain
Der Film, nach dem ich glücklich das Kino verließ: Eden
Der Film, nach dem ich ärgerlich das Kino verließ: Thumbsucker
Die Überraschung: Little Miss Sunshine
Der mir unbekannte Autor Simon Feldmer hat sich im Tagesspiegel mit Männermagazinen befasst. Also, sowas wie Playboy, GQ, Matador, FHM oder Player. Die stecken nämlich schon eine Weile in der Krise (Auflagenschwund). Am interessantesten fand ich den Teil, in dem er auf die Veränderungen bei Matador eingeht. Wir erinnern uns: Matador hat seit September einen Chefredakteur namens Peter Praschl (der mit dem Blog).
Sagen wir es so: Ich würde mich sehr freuen, wenn sein Konzept aufgehen sollte.
Praschls Matador soll „abgeklärter, ironischer und gelassener“ werden. Der neue Chef träumt gar von „klassischem Magazinjournalismus gemischt mit kunstvoller Akt-Fotografie à la Helmut Newton“.
Aber wollen Männer das wirklich?
Angesichts der verwirrenden Nachrichtenlage zur Hinrichtung Sadddam Husseins hätte man diesen Abend auch gut livebloggen können.
