Soviel anders, soviel neu. Ich komme ja zu nichts derzeit.

FILM: Little Miss Sunshine

Olive Hoover trägt eine viel zu große Brille für ihr Gesicht, ist ein bisschen pummelig und liebt Schönheitswettbewerbe. Und natürlich ist sie ganz aus dem Häuschen, als der Anruf kommt, der ihr ermöglicht, am „Little-Miss-Sunshine“-Wettbewerb in Kalifornien teilzunehmen. Für die Familie, die in New Mexico lebt, eine halbe Weltreise. Doch weil Mom und Dad den gerade sehr von Nietzsche eingenommenen und dem Schweigen verpflichteten Sohn nicht mit dem stark selbstmordgefährdeten Bruder der Mutter alleine lassen wollen und der Opa Olive bereits seit einiger Zeit trainiert, machen sie sich zu sechst in einem alten VW-Bus auf den Weg.

Tja, und dann beginnt eine ganz wunderbare Reise durch die USA. Weil die Gangschaltung des Autos plötzlich nicht mehr funktioniert, der selbstmordgefährdete Onkel erzählt, warum er sich umbringen wollte, der Opa sich Pornohefte besorgen lässt und Olives Bruder ganz plötzlich doch wieder spricht. Klingt so, als ob man das alles schon tausendmal gesehen hat? Mag sein, aber hier ist’s wirklich schön. Das liegt sicherlich auch an den Schauspielern (Toni Collette!), aber vor allem wohl an einem Regisseur, der es schafft, die Geschichte der sechs so zu erzählen, dass sie eben nicht wie ein platter Abklatsch von bisher existierenden Road-Movies wirkt. Das war schön!

Lesestoff

Im Handelsblatt gab’s heute ein Interview mit dem Herausgeber des „Wall Street-Journals“ Gordon Crovitz über die Krise der amerikanischen Printmedien.

FILM: Snow Cake

Beim Klicken durch die Google-Suchergebnisse zu dem Film fand ich eine Kritik, die den Titel „Lindas Gespür für Schnee“ trug. Das fand ich schön. Weil es auch so treffend war. Denn Schnee spielt im Leben der Autistin Linda eine wichtige Rolle. Sie isst ihn sehr gerne und vergleicht das dabei entstehende Gefühl mit einem Orgasmus: „It sounds like an inferior version of what I feel when I have a mouthful of snow“, sagt sie irgendwann. Sie liegt auch gerne im nassen Weiß und baut gerne Schneefiguren. Ansonsten lebt sie allein mit ihrer Tochter in einer Kleinstadt.

Der Zuschauer lernt Linda kennen, als Alex sie aufsucht: Er hatte ihre Tochter Vivienne mitgenommen, doch als ein LKW in sein Auto rast, stirbt sie. Eigentlich will er nur kurz bei ihr vorbeischauen, doch dann bleibt er doch länger als erwartet.

Ich habe lange überlegt, wie ich die schauspielerische Leistung von Sigourney Weaver als Linda fand. Weil man natürlich als erstes denkt: Die hat doch nur ne Autistin gespielt, um den Oscar zu bekommen. Mag sein, dass das wirklich so ist, doch zumindest hat sie der Linda eine Wärme gegeben, etwas, damit man diese Person am liebsten in den Arm nehmen möchte. Sie macht diese Linda zu einer einzigartigen Frau, die halt ein paar Macken hat, aber wer hat die nicht.

Es macht Spaß, dabei zuzugucken, wie Alex und Linda sich aufeinander einstellen, wie Linda weiter in ihrer Welt lebt und Alex ganz langsam durch sie aber auch durch die schöne Nachbarin Maggie wieder zu sich findet. Gerade aus dem Gefängnis entlassen, war er eigentlich unterwegs auf dem Weg nach Winipeg, um dort von einer Affäre zu erfahren, wer sein Sohn war, der ebenfalls bei einem Autounfall verstorben ist.

„Snow Cake“ ist ein wirklich schöner Film, trotz einiger Längen, die ich aber verzeihe, weil er eine solche Wärme ausstrahlt. Und als sich Linda am Ende bei der Beerdigungsfeier in ihrem Haus zu lauter Musik und entgegen der eigentlichen Regeln bei solchen Veranstaltungen freitanzt, dann muss ich zugeben, dass mich Sigourney Weaver als Linda richtig berührt hat. Dafür muss es keinen Oscar geben, das wäre zu vorhersehbar, aber schön war es schon.

Im Ersten ist gerade das Grauen angelaufen: Am laufenden Band. Mit FLORIAN SILBEREISEN. Unfassbar. Dieses Intro. Dieser Typ. Dieses Publikum (Stadthalle Zwickau). Das können die doch nicht Ernst meinen…!

TV-Filmvorschau (47) – Classic Version

Neue Woche, neue Filme.

Montag, 4.12., 0.15 Uhr: „Whale Rider“ (Das Erste)
Wunderbarer kleiner Film über ein 12-jähriges Mädchen auf Neuseeland, die in die Fußstapfen ihrer Vorfahren treten will. Allerdings ist dies bisher nur Männern vorbehalten. Die Musik, die Bilder, sehr zauberhaft, dieser Film.

Dienstag, 5.12., 0.05 Uhr: „Schläfer“ (ZDF)
Hab ich jetzt schon ein paar Mal hier empfohlen, aber doch nie geguckt: Ein junger Wissenschaftler soll seinen Kollegen ausspionieren, doch weil er sein größter Konkurrent ist, schwärzt er ihn an. Die Chancen stehen schlecht, dass ich ihn diesmal gucke. Zu spät.

OFF TOPIC: Dienstag, 5.12., 20.15 Uhr: „CSI Miami“ (RTL)
Steht hier, weil es die vorerst letzte Folge ist, an den kommenden Dienstagen werden Wiederholungen laufen. Ich nehme dies zum Anlass, um noch einmal auf dieses You-Tube-Video hinzuweisen. Hihi.

Mittwoch, 6.12., 20.15 Uhr: „Deutschland. Ein Sommermärchen“ (Das Erste)
Der wunderbare Film von Sönke Wortmann. Sehr liebevoll gefilmt, sehr emotional. Liest du hier, erfährst du mehr.

Klarstellung

Hätte ich gewusst, dass Thomas Gottschalk ebenfalls auf die Ähnlichkeit zwischen Burda und Schmidt hingewiesen hat, dann wäre dieser Eintrag sicherlich nicht erschienen.

Zitat Hans-Jürgen Jakobs in der SZ vom Samstag:

Als er den ZDF-Starmoderator Thomas Gottschalk auf die Bühne holte, lästerte er über seinen „ewig jungen“ Gast und bekam zu hören, der 49-jährige Schmidt ähnle zusehends dem Gastgeber Hubert Burda, 66, was sich auf die weniger werdenden grauen Haare und die freigelegte Stirn bezog.

Ich bitte vielmals um Entschuldigung.

(Konsequenz ist aber nicht, dass ich jetzt Bambi-Verleihungen von Anfang bis Ende schaue. Nur damit das mal klar ist.)

Yippieh!

Jarvis.

Er kommt nach Deutschland!

Und ich geh hin!

HÖREN!!!

Oh, ich könnte mich immer noch ärgern, weil ich vor einigen Wochen nicht ins „Pretty Vacant“ gestürmt bin, zu Wolke aus Köln. Die machen einfach so schöne Musik mit deutschen Texten. Und jetzt haben sie auch noch den Wham-Nerver gecovert und ein richtig schönes Lied gemacht.

Anhören! Freuen! Platte kaufen!

(via)

Hihi.

Herr Schmidt war extra beim Friseur und hat sich anlässlich der gestrigen Bambi-Verleihung die Hubert-Burda-Gedächtnisfrisur schneiden lassen. Bisschen früh, wenn ihr mich fragt.

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