Neulich im Buchladen
‚Was meinen Sie, ist das Absicht?‘, frage ich die Verkäuferin im Heidelberger Buchladen. Sie scheint jung, ein bisschen jünger als ich. Während ich sie so betrachte, tippt sie auf ihrer Kasse herum. Noch einmal mustere ich das Buch, was ich gerade erwerbe. Gerissene Seiten, ein wenig freakig, könnte Absicht sein. Und so passend zum Titel.
Seit es das Internet in meinem Leben gibt, kaufe ich nur noch selten in Buchläden. Immer mal wieder suche ich sie aber doch auf. Zum Blättern und stöbern. Gerne würde ich wieder öfter in solche Läden gehen. Auf einen Plausch mit den gut ausgebildeten Fachkräften, die mir nach ein, zwei Sätzen DAS passende Buch empfehlen. In dem kleinem Ort, in dem ich groß geworden bin, da geht das noch heute. Manchmal. Ob dieses Mädchen da auch in der Lage ist, mir ein Buch zu empfehlen?
‚Die Engländer kommen ja schon auf komische Ideen‘, schleudert sie mir nun im schlimmsten Heidelbergisch entgegen. ‚Oh, schon gut. Die Engländer, jaja.‘ Schnell weg hier.

