Neulich im Buchladen


‚Was meinen Sie, ist das Absicht?‘, frage ich die Verkäuferin im Heidelberger Buchladen. Sie scheint jung, ein bisschen jünger als ich. Während ich sie so betrachte, tippt sie auf ihrer Kasse herum. Noch einmal mustere ich das Buch, was ich gerade erwerbe. Gerissene Seiten, ein wenig freakig, könnte Absicht sein. Und so passend zum Titel.

Seit es das Internet in meinem Leben gibt, kaufe ich nur noch selten in Buchläden. Immer mal wieder suche ich sie aber doch auf. Zum Blättern und stöbern. Gerne würde ich wieder öfter in solche Läden gehen. Auf einen Plausch mit den gut ausgebildeten Fachkräften, die mir nach ein, zwei Sätzen DAS passende Buch empfehlen. In dem kleinem Ort, in dem ich groß geworden bin, da geht das noch heute. Manchmal. Ob dieses Mädchen da auch in der Lage ist, mir ein Buch zu empfehlen?

‚Die Engländer kommen ja schon auf komische Ideen‘, schleudert sie mir nun im schlimmsten Heidelbergisch entgegen. ‚Oh, schon gut. Die Engländer, jaja.‘ Schnell weg hier.

Foto-Love-Story

Der Marcus und sein Schnitzel? Ob sie miteinander glücklich geworden sind, erfahrt ihr nach dem Klick!

Tagebuch einer Volontärin (12)

Ja, schon lange nicht mehr gehabt, hatte diese Art von Überschrift ja eigentlich dazu genutzt, immer mal wieder Schnipsel über meinen Magdeburg-Aufenthalt zu schreiben. Zwar bin ich zwar bereits seit einigen Wochen wieder in Düsseldorf, allerdings sollte das kein Grund sein, nicht auch von hier ein bisschen was aus dem Berufsalltag kund zu tun.

Heute morgen war ich bei einem Aachener Familienunternehmen bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Lang und breit wurde erklärt, dass man als einzigen ausländischen Produktionsstandort auch ein Werk in Polen habe. Allerdings sei die Nachfrage in Osteuropa mittlerweile so groß, dass die Produktionskapazitäten nicht mehr ausreichen und rund 35 Prozent der osteuropäischen Ware aus Deutschland zugeliefert werden müssen. In der späteren Diskussion ging es dann darum, warum man denn nicht mehr in den polnischen Standort investieren würde, damit die dort produzierte Ware auch ausreicht, um die Nachfrage zu befriedigen. Das Unternehmen erklärte, dass man die hohe Nachfrage dort auch dazu nutzen wolle, die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten und vorerst kein Ausbau des polnischen Standorts geplant sei. ‚Das, was dort mehr nachgefragt wird, können wir auch von Deutschland aus bedienen‘, war die Antwort des Firmenchefs. ‚Das macht doch betriebswirtschaftlich überhaupt keinen Sinn‘, kommentierte einer der Anwesenden dieses Vorgehen. Höhere Produktionskosten, höhere Löhne und dann auch noch die Transportkosten. ‚Eigentlich ist das doch bekloppt‘, schoss es mir in den Kopf. ‚Man kann es bekloppt nennen oder mittelständisch‘, antwortete mein Sitznachbar. ‚Denen liegt eben etwas daran, dass in Deutschland produziert wird‘, fügte er hinzu. Und ich fühlte mich schlecht, dass ich bereits in den Kategorien eines McKinsey-Beraters gedacht hatte.

NEU


Schon schlimm, dass RTL jetzt neue Sendungen mit „Neu“ oder neue Folgen mit einem Schriftzug „Neue Folge“ kennzeichnen muss.

Alles Podcast?

Fast habt ihr mich. Seit letzter Woche rätsele ich jeden Tag fleißig beim Spreeblick-Podcast-Musik-Quiz mit (Wie hieß nochmal das Lied, damals, von der Manic Street Preachers oder sind das vielleicht doch The Jam?). Morgens erwische ich mich dabei, es zu bedauern, dass Johnny nie so früh aufsteht, dass ich die MP3 vielleicht auch einmal vor der Arbeit hören könnte. Eben freute ich mich darüber, dass Don ‚Rampensau‘ Alphonso sich die Mühe gemacht hat, diese wunderbare CSU-Wahlwerbung zu produzieren.

Warum ich hier gerade extrem lobhudele? Weil es Spaß macht. Ich mag es, diese Johnny-Stimme zu hören, die schon fast vertraut klingt. Das ist alles viel besser als Radio, weil es unangepasstes Gequatsche ist. Schön kurz, persönlich gehalten und doch kein albernes Tagebuch-Erzähle, dass das Wetter in Berlin gerade scheiße, der Stuhlgang so fest und der Kühlschrank leer ist. Ich bin gespannt, wo das alles hinführt. Johnny, einen Fan hast du. So wie es aussieht, haben Podcasts vielleicht doch eine Berechtigung. Zumindest bei mir. Weitermachen!

PS: Und warum gibt’s eigentlich noch keine Klingeltonwerbung für Guido, Münte und Lafontaine?

Gerade einen Mail mit einer interessanten These bekommen:
‚Ich meine bei dir feststellen zu können, dass sich die Verspätungen der öffentlichen Verkehrsmittel mit dem Kauf neuer Schuhe häufen.‘

Kann das irgendjemand bestätigen?

Das Ich und ich

‚Mannmannmann, du bist aber heute spät‘, sagte das Ich zu mir. ‚Schnauze‘, raunte ich es an. ‚Du hast doch gerade nicht deine Tage und gegessen hast du auch erst vor anderthalb Stunden, also motz nicht so rum‘. ‚Mmmpf‘, mmmpfte ich und schaute betreten zu Boden. Nicht mal aufregen, kann ich mich richtig, Frechheit. ‚Wenn du wüsstest, was auf dem Weg hierher alles geschehen ist, dann würdest du auch sauer sein‘. ‚Die Bahn hatte wohl mal wieder Verspätung?‘, jetzt ging das Ich in die Offensive. ‚Ja, nicht nur das!‘, antwortete ich. ‚Als ich bei der S-Bahn ankam, wurde nach einer Viertelstunde gesagt, dass sich die Ankunft der nächsten Bahn auf unbestimmte Zeit verzögert. Auf UNBESTIMMTE ZEIT! Dann bin ich zurück gefahren und musste noch einmal 7 Minuten auf die nächste Straßenbahn warten. Tja, hab fast ne Stunde gebraucht, um hier anzukommen‘, erklärte ich. ‚Oooooh, du Aaaaarme‘. ‚ Schnauze‘. ‚Ja, wie, das ist alles?‘ ‚Ja, nein, naja. Und dann hatte ich auch noch die neuen Schuhe an und hab mir ne Riesenblase an der linken Ferse gelaufen, verdammte Scheiße.‘ ‚Ach Gottchen. Du hast vielleicht Probleme. Und ich lass jetzt mal das Argument mit den armen Kindern in Afrika, die nicht mal Schuhe haben…‘ ‚Schnauze.‘

Nutzloses Wissen?

Achtung abgedroschene Floskel: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Interessiert sich in diesem Zusammenhang jemand dafür, dass es einen Verband für Watercooler gibt?

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Brudercontent

„Du hast ja schon gewählt“, sagte mein Bruder gestern am Telefon. Das sind gleich zwei gute Nachrichten auf einmal.
1. Sein Internet scheint zu funktionieren.
2. Er hat mich angerufen! (kommt so ungefähr zwei- bis dreimal im Jahr vor. Meist vor Weihnachten (Was schenkst du denn?), vor Geburtstagen (Was schenkst du denn?) oder… ach, lassen wir das.)

Bloggermüll

Seltsamer Artikel. Wenn ich bei Google den Namen dieser seltsamen Band eingebe, dann folgt irgendwann auf der zweiten Seite der Artikel von Gerrit van Aaken. Wäre vielleicht schlauer gewesen, mit Herrn Shhhh oder dem Popkulturjunkie zu sprechen.

(via)