Das Gustloff-Drama

Der Unterschied zur RTL-Historienverfilmung, nehmen wir mal „Die Sturmflut“? Neben der Liebesgeschichte gibt’s noch einen parallelen Handlungsstrang: hier die Bruderrivalität zwischen Heiner Lauterbach (der hätte auch bei RTL gespielt) und Kai Wiesinger (der wohl auch, aber bei Sat.1 wäre die Rolle wohl mit Heino Ferch besetzt worden). Und da die Öffentlich-rechtlichen ihren Anspruch noch unterstreichen wollen, wird um die weibliche Hauptrolle (Wir erinnern uns: Julia aus der Erstbesetzung von „Verbotene Liebe“) auch noch eine dubiose Familengeschichte gestrickt, so mit Cousin Detlef Buck. So ist das. Und heute gibt’s dann die titanicesken Untergangsszenen, da freuen wir uns jetzt schon drauf.

Mr. Moneybrother in Köln

Ich spiele ja mit dem Gedanken, am Freitag nach Köln zu fahren. Aber alleine machen Konzerte keinen Spaß. Will noch jemand und braucht er/sie/es Begleitung?

Franjo und der Maxfield-MP3-Player


Am Mittwoch war ich in der Stadt, gucken. Und wen treffe ich hinter den Schadow-Arkaden? Genau. Franjo Pooth, der gerade seine Firma Maxfield in die Insolvenz geschickt hat.

Er sah gar nicht mal so schlecht aus, was wohl daran liegt, dass er ganz schön abgenommen hat. Die Haare sitzen perfekt zurückgegelt, die Schläfen sind leicht grau. Nicht übel, Herr Pooth. Am Donnerstag dann bei Johannes B. Kerner sitzt seine Frau Verona und plaudert über die Liebe zu ihrem Mann und die Tatsache, dass Franjo wegen des ganzen Stresses ganz schön abgenommen hat. Schade, ich dachte, er hungert sich ein paar Kilo runter, um vielleicht ein bisschen besser auszusehen.

Und dann erinnere ich mich daran, dass ich ja auch einen MP3-Spieler von Maxfield habe. Einer, der schon seit langem nicht mehr gebraucht wird und einfach nur vor sich hinstaubt. Passt halt nicht so viel drauf und ich war es müßig, vor jeder Reise genau zu überlegen, welche Musikalben ich diesmal denn mitnehme.

(Pointe fehlt.)

Wolle Tüte haben?

Ich hab heute Nachmittag ein bisschen bei der Buchhändlerin gelesen. Und dann wurde ich vorhin im Stern-Verlag gefragt, ob ich ein Tütchen will.

(Nein, Frau Roche wird jetzt von Amazon geliefert. Ich habe mich für die Kurzgeschichten von Miranda July entschieden. Allerdings stand ich lange vor „Die Wohlgesinnten“. Hab mich aber nicht rangetraut.)

Ha!

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Die Feuchtgebiete des Dumont Verlages

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Charlotte Roche hat ein Buch geschrieben. Es heißt „Feuchtgebiete“ und im Dumont Verlag erschienen. Eigentlich sollte es bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen, doch denen war das Werk zu pornographisch.

Um das Buch zu promoten, hat Charlotte Roche folgenden Zeitungen und Zeitschriften ein Interview gegeben:

U_mag (erschienen am 31. Januar)
Blond (7. Februar)
– Playboy (14. Februar)
GQ (14. Februar)
Neon (18. Februar)
Tagesspiegel (24. Februar)
FAS (24. Februar)
Spiegel (25. Februar)
Süddeutsche Zeitung/Jetzt.de (25. Februar)
Frankfurter Rundschau (25. Februar)
– Focus (25. Februar)
Stern.de (25. Februar)

Zwölf Interviews in den großen deutschen Magazinen und Zeitungen? Nicht gerade wenig Werbung für ein Buch. Zumal die Autorin seit dem 25. Februar auch noch auf großer Lesereise in 38 Städten Deutschlands unterwegs ist.

Und eigentlich hätte der Dumont Verlag spätestens nach den ersten Interviewanfragen ahnen müssen, dass sich das Buch in den ersten Tagen nach Erscheinen verkaufen wird wie blöd. Zumal in all diesen Texten die Schlüsselbegriffe „Pornografie“, „Analsex“, „Selbstbefriedigung“ etc. fallen.

Und was ist? In keiner der großen Düsseldorfer Buchhandlungen ist das Buch noch zu haben. In der Mayerschen auf der Nordstraße sagte mir die Buchhändlerin, dass sich der Verlag verschätzt und zu wenig gedruckt habe. Was für eine Pleite.

Kann natürlich auch sein, dass Charlotte Roche den Großteil ihrer ersten Auflage mit auf Lesereise genommen hat. Wer also den großen pinkfarbenen LKW irgendwo antrifft, möge mir ein Exemplar des Buches sichern.

Wtf?

Nicht nur in Berlin hab ich Pech: Auch Düsseldorf hat sich gegen mich verbündet. Die Gründe:

1. Es gibt dieses Charlotte-Roche-Buch nicht. Keine der großen Buchhandlungen führt es. Was für eine Pleite. Könnte mal einer der journalistischen Leser bei Dumont anrufen und fragen, was für eine Marketing-Pleite das bitte ist? Ich hab schließlich Urlaub.

2. Ich will eine neue schwarze Jeans, weil die Tage meiner alten gezählt sind (Ihr wisst schon, der Blogeintrag über den Tag, an dem ich mich bücke und der Stoff am Hintern mit einem lauten Knall reißt, naht.). Und was für Hosen gibt es in der Stadt? Nur blaue. Hellblau, dunkelblau, dunkeldunkelblau, aber keine schwarzen (mit schönen Taschen hinten drauf). Bin ich so out, weil ich eine schwarze Jeans haben will?

3. Jetzt Sport.

Kennt ihr auch Hal Varian?

Der Mann, der das Buch geschrieben hat, mit dem ich im Grundstudium Mikroökonomik studiert habe, ist der Googles Chef-Ökonom. Nicht übel..

Berlin in Bildern





Berlin (4b)

Und dann habe ich den Tag doch noch für ein paar nette Dinge genutzt. Kollwitzplatz und umzu, S-Bahnfahren, rumlaufen, noch ein bisschen in die Berliner Gesichter schauen. Besuche auch noch eine Buchhandlung, weil ich nach der Flut an Charlotte-Roche-Interviews in den Wochenendzeitungen Interesse an diesem Buch über weibliche Körperlichkeiten habe, doch überall wo ich frage, sagt man mir, dass das Buch zwar mittlerweile lieferbar aber noch nicht angekommen sei. Und das, obwohl überall suggeriert wird, dass man das Buch nun im Handel erwerben kann.

Dann noch eine letzte Mahlzeit (Allein am Nachmittag im Panasia ist eine schöne Erfahrung) und dann auf zum ICE, der mich nach Hause bringt. Erstaunlicherweise ist der Zug voll und deshalb bleibt mir nichts anderes übrig, als den Gestank des Mannes (Schweiß, Essen, noch Fragen?) neben mir zu ertragen. Irgendwann lege ich den „Spiegel“ beiseite und schlafe ein. Und wache erst wieder auf, als die nächste Duftschwade zu mir rüberweht: Er steht auf und geht. Wir erreichen Hannover. Glaubt man ja auch nicht, dass Hannover mal für eine gute Wendung gut ist.

Nun setzt sich neben mich eine neutral riechende Frau, die sich sogleich in eines dieser Fantasy-Bücher vertieft. Ich halte Philip Roth dagegen und lese es fertig. Dann denke ich eine Weile darüber nach, ob ich mich mal den anderen Nathan-Zuckerman-Büchern widmen sollte. Kann mich aber nicht durchringen, weil ich erst einmal genug habe von Oden eines alten Mannes an junge Mädchen und ihre Brüste. Deshalb und auch weil ich seltsamerweise nicht mehr schlafen kann, widme ich mich nun Slam von Nick Hornby. Geht natürlich auch um junge Mädchen, aber glücklicherweise mal aus der Perspektive eines 15-Jährigen.