Neues aus der Hof-Schule – so lief Tag 10

Der Morgen beginnt mit einer AlbaBerlin-Sportstunde in der Kita-Version, das wird jetzt offenbar zu einer Routine. Keiner schlechten. Danach hat der große Sohn Lust auf eine Runde „Schöner leben“ – er will seinen Schreibtisch aufräumen, da möchte ich ihn natürlich nicht stoppen. Gegen 10 Uhr gehen wir dann doch in die Hof-Schule, ein paar Seiten im Deutsch-Buch der Schule sind noch zu erledigen, der kleine Sohn malt. Die Anton-App ist für beide mittlerweile ein gern gesehener Begleiter – sie lieben es nicht nur die Aufgaben zu lösen, sondern gestalten mit großer Begeisterung auch ihren Avatar. So vergeht die Zeit wie im Flug. Zum Mittag gibt’s Spätzle – das geht schnell und schmeckt allen.

Am Abend ist klar: Zwei Wochen Hof-Schule sind geschafft – eine Woche noch bis zum offiziellen Beginn der Osterferien hier in NRW. Bedeutet: Eine Woche werden wir hier noch rechtfertigen können, warum es sinnvoll ist, sich vormittags mit Schulfächern zu beschäftigen.

So lief Tag 9
So lief Tag 8
So lief Tag 7
So war Tag 6
13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
So war Tag 5
So war Tag 4
So war Tag 3
So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Tag 9

Was das hier soll? Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war. Heute schreibt der Mann.

Ein neuer Tag Hofschule mit einer neuen Erkenntnis: Der Kontakt zum besten Freund des Drittklässlers via Videoschalte hat noch einen Vorteil: die gegenseitige Motivation. Nachdem der beste Freund fragte, wie weit er denn schon im Deutsch-Übungsheft sei und klar wurde, dass der Freund schon acht Seiten mehr geschafft hatte, war der Drittklässler so motiviert, dass er sich direkt nach der Schalte drangemacht hat, den Rückstand aufzuholen und einen eigenen Vorsprung aufzubauen. Motivation durch fern-soziale Kontakte. Toll!

Auch der Vorschüler ist weiter motiviert: Er malt Buchstaben nach, rätselt, malt nach Zahlen, hat in den knapp zwei Wochen so viel in seinen Übungsblocks gemacht wie vorher in einem ganzen Jahr nicht. Nebenbei hat er Bilder für Oma und Opa gemalt, die zusammen mit einem Brief des Drittklässlers am Wochenende verschickt werden.

Am Nachmittag dann zwei weitere Videos von „Albas täglicher Sportstunde“ und im „Schöner leben“-Block das Aufräumen und neu ordnen eines der beiden Kinderzimmer. Ein guter Tag für alle Beteiligten.

So lief Tag 8
So lief Tag 7
So war Tag 6
13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
So war Tag 5
So war Tag 4
So war Tag 3
So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Tag 8

Ich schreibe jetzt keinen langen Absatz darüber, wie ich versuchte, eine Stunde lang ein Video zurechtzuschneiden, während mein Sohn mir ständig Fragen zu diesem Video stellt, weil er zwar eigentlich sein Malbuch ausmalt, aber dann diese Stimme in meinem Rechner doch viel spannender findet. Deshalb beginnt dieser Text doch mit dem, was vorher auf dem Programm stand: das morgendliche Sportprogramm mit Alba Berlin.

Ansonsten haben wir uns einigermaßen eingegroovt. Bis 10 Uhr beschäftigt sich der große Sohn recht selbstständig mit Mathe- oder Deutschaufgaben – heute ein Kapitel in Harry Potter lesen und danach die dazugehörigen Antolin-Aufgaben beantworten. Um 10 Uhr schalten wir uns für den Sachunterricht mit dem besten Freund zusammen, in dem es heute um das Thema „Läuse, Wanzen und Zecken – wen juckt’s?“ ging. Danach gibt’s wiederum ein Mathe-, Deutsch- oder Englisch-Programm und danach wird’s irgendwie kreativ. Der kleine Sohn malt, schreibt erste Buchstaben in der Anton-App und malt später Bilder für die Großeltern. Ich hingegen schreibe ein paar E-Mails, lade ein gekürztes Video hoch, gebe Grafiken frei und freue mich auf den Nachmittag, an dem der Mann die Kinder übernimmt.

Was richtig schön ist? Wenn ich ein bisschen länger darüber nachdenke, dann kann ich die Mittagessenzubereitung nennen: Hier helfen (mittlerweile) alle mit und haben sogar ein bisschen Spaß dabei.

Was das hier soll? Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war.

So lief Tag 7
So war Tag 6
13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
So war Tag 5
So war Tag 4
So war Tag 3
So war Tag 2
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Neues aus der Hof-Schule – Tag 7

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war. Wie Tag 7 lief, schreibt heute der Mann.

Der siebte Tag der „Hofschule“ bringt einen neuen Startpunkt: Beginn ist nun um 9 Uhr und nicht mehr um 8.30 Uhr. Das bringt ein bisschen Entspannung in den Start in den Tag. Die von der Lehrerin geschickten Arbeitsblätter enthalten Aufgaben für die Klassen 1 bis 4, die Aufgaben für Erstklässler amüsieren den Drittklässler, er macht sie besonders gern.

Sein persönliches Highlight ist an jedem Morgen die Live-Schalte zu seinem besten Freund. Immer wieder antwortet er auf die abendliche
Frage, auf was er sich morgen freut: die tägliche Videoschalte. Empfehlung also an alle anderen Eltern: Schafft soziale Kontakte zu den Freunden Eurer Kinder – per Hangout, Zoom, Skype oder sonsteinem Tool. Es lohnt sich.

Der Vorschüler bildet sich unterdessem mit dem „Tierarzt-Check“ und dem „Gift-Check“ weiter – „Checker Tobi“ und Kollegen sind einfach immer sehenswert für Jung und Alt. Später bastelt er eine Flaschenpost und zum Abschluss des Tages geht es mit gebührendem Abstand zu anderen Menschen für eine Familien-Partie Fußball in den Park. Diese kleinen Ausbrüche zur Verhinderung des Decke-auf-den-Kopf-Fallens sind wichtig. Die vielen „Bleibt zu Hause“-Kampagnen treffen daher nicht den Kern des Problems: Ja, man sollte so viel wie möglich zu Hause bleiben, aber gar nicht mehr raus zu gehen, ist kontraproduktiv, macht am Ende womöglich auch krank.

So war Tag 6
13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
So war Tag 5
So war Tag 4
So war Tag 3
So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Tag 6

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war. Wie Tag 6 lief.

Der Morgen beginnt schleppend, so dass ich überlege, den Unterrichtsstart demnächst um eine halbe Stunde nach hinten zu verschieben. Ich finde es irgendwie albern, in dieser Situation die Kinder anzutreiben, damit sie sich fertig machen für die Hof-Schule. Wir starten pünktlich mit Freiarbeit und einer Anpassung des Stundenplans. Die Lehrerin hat nun auch Englisch-Aufgaben geschickt, so dass das Fach diese Woche regelmäßig auf dem Plan steht. Außerdem besteht der Wunsch, in den Tag mit einer Deutschstunde zu starten. Why also not?

Besondere Highlights des Vormittags: Der kleine Sohn hat ein personalisiertes Malbuch bekommen – kostenloser Download hier bei Hurrahelden.de und bemalt es nun, außerdem hat er einen Zeppelin aus einer Saftflasche und einem Eierkarton gebastelt. Der große Sohn bearbeitete Schulaufgaben in Deutsch und Englisch, in Sachunterricht malte er einen Regenbogen, den wir gleich noch gemeinsam am Fenster anbringen werden und hat sich mit seinem Freund über Atomkraftwerke informiert (Wir werden hier sicherlich noch weitere Videos anschauen). Danach haben wir drüber gesprochen. Im Fach „Kreativität“ wird gerade gesungen und getanzt – und zwar zu den Finalisten von „Dein Song“.

Und bei mir: Heute standen ein paar Calls auf dem Plan und nebenbei Nachbereitungen der vergangenen Woche und Vorbereitungen für die Termine in dieser Woche. Bilanz am Abend: Nachbereitungen abgearbeitet, Vorbereitungen, sagen wir mal, vorbereitet. Feintuning dann ab 20 Uhr. Wenn die Kinder hoffentlich im Bett liegen.

13 Tipps, damit du nicht verzweifelst
So war Tag 5
So war Tag 4
So war Tag 3
So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Tag 5

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war. Heutiger Autor: der Mann.

Mangels Matheaufgaben (der Drittklässler ist bereits fertig mit seinen Corona-Pausen-Aufgaben der Lehrerin) nutze ich heute die Seite Schlaukopf.de, um ein paar Aufgaben zu den Themen Uhrzeit und Entfernungen für die 3. Grundschul-Klasse auszudrucken. Scheint ein sehr umfangreicher, praktischer Service zu sein. Der Vorschüler malt unterdessen ein bisschen nach Zahlen. Anschließend die tägliche Video-Live-Schalte des Drittklässlers zu seinem besten Freund. Gemeinsam schaut man ein „pur+“-Video über Organspenden (Wunschthema des Drittklässlers) und diskutiert anschließend darüber. Fazit: Der Drittklässler will einen Organspendeausweis, sobald er alt genug ist.

Während der Kleine dann eine tolle Papp-Computermaus für seinen Papp-Computer bastelt, gibt es für den Großen das Thema Digitalisierung statt Kreativität. Ich habe nämlich vor, die Wochen zu nutzen, um ihm das Internet noch ein bisschen näher zu bringen. Via internet-abc.de lernt er heute ein paar Browser-Funktionen, die er noch nicht kannte. Machte einen guten Eindruck, die Seite – da machen wir nächste Woche auf jeden Fall weiter.

Klar wird an diesem Tag aber auch, dass insbesondere für die Stillarbeit-Phasen, in denen man selbst arbeiten will/muss, noch mehr Vorbereitung nötig ist. Schnell mal Aufgaben ausdrucken hat heute gerade so geklappt, doch vorher Themen überlegen und Aufgaben ausdrucken hätte die Konzentrationsphasen für mich verlängert.

So war Tag 4
So war Tag 3
So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Tag 4

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war. Heutiger Autor: der Mann.

Ein Morgen, bei dem es vorher schon aussichtslos schien, alle Bedürfnisse zu befriedigen: Drei Stunden fast nonstop Telefonkonferenzen zu wichtigen Themen, „nebenbei“ Hof-Schul-Dienst, weil auch die Frau wichtige Arbeit zu erledigen hat. So muss die Schule dann mal mit weniger Interaktion und mehr (halbwegs) stiller Arbeit der Jungs funktionieren: Aufgaben aus der echten Schule abarbeiten für den Drittklässler, Malen nach Zahlen für den Vorschüler. Später: ein „pur+“-Video über „Die Waffen der Saurier“ mit anschließender Videokonferenz-Diskussion mit dem besten Freund des Drittklässlers. Im „Kreativitäts“-Block versuchen sich die beiden nach Schauen von „Dein Song“ in den vergangenen Tagen am Schreiben eines eigenen Songs (also nur Text ohne Noten), der „Essen-Zubereiten“-Block besteht diesmal nur daraus, den Herd anzuschalten, um Gnocchi anzubraten.

Interessant ist, wie die beiden Jungs mit der aktuellen Lage mit wenig bis gar keiner Freiheit umgehen: Während der Große immer wieder bedauert, kein Fußball spielen zu können oder Oma und Opa nicht besuchen zu können, genießt der Kleine die viele Zeit mit Bruder und Eltern, geht auf kreative Art und Weise mit dem Coronavirus um. Heute bastelte er sich aus einem Karton ein Rednerpult und erklärte dahinter stehend als Jens Spahn, wie Menschen (in diesem Fall Playmobil-Menschen) Abstand zueinander halten müssen.

So war Tag 3
So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Teil 3

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. In unserem Fall: ein Drittklässler und ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war.

Der Tag beginnt besonders, weil der große Sohn Geburtstag hat. Wir stehen ein bisschen früher auf, packen Geschenke aus, telefonieren mit den Omas. Danach Hof-Schule. Mathe – die Aufgaben, die die Lehrerin für die gesamte Zeit aufgegeben hat, sind nun alle abgearbeitet. An Tag 3. Im Sachunterricht mit Videoschalte, der beste Freund ist wieder am Start, geht es um die systemrelevanten Berufe und die Jungs wollen auch darüber sprechen, wie man sich eigentlich ansteckt. Logo! hinterlässt Spuren. Der kleine Sohn nutzt die Zeit und bastelt aus zwei Pappen ein Notebook und setzt sich an den Schreibtisch mir gegenüber, so dass wir nun beide in unsere Rechner starren.

Nach dem Sachunterricht meldet sich der Onkel per Facetime und hat offenbar Zeit, so dass die Jungs mit ihm so lange sprechen, bis das Smartphone-Akku versagt und die Deutschstunde für heute entfällt. Sie nutzen die verbleibende Zeit, um die Stecktiere zu vollenden. Wir scheitern gemeinsam daran, die Beine an Affen und Hund zu stecken – vielleicht sind wir auch einfach schon zu hungrig.

Genervt, weil das dann alles doch viel länger gedauert hat als gedacht, mein nächster Call näher rückt, holen wir Pommes und Nuggets vom Imbiss – die heimische Gastroszene muss schließlich auch unterstützt werden. Ich freue mich, dass ich nach dem Call zwei Stunden ungestört arbeiten kann – Mails beantworten, Texte lesen, denken. Danach geht es für einen ausgiebigen Spaziergang am Rhein an die frische Luft – wir halten Abstand, spielen Fußball, genießen die Sonne.

Am Abend dann die Kanzlerin, Logo!, die Wäsche. Be-Happy-Tee, Halloren-Kugel und Killepitsch. Und Arbeit.

So war Tag 2
So war Tag 1

Neues aus der Hof-Schule – Teil 2

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. Der eine Drittklässler, der andere ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die vor Corona noch das Hof-Office war, denn es liegt im Hinterhof unserer Wohnung. Ich berichte Wir berichten hier darüber, wie uns das gelingt und was wir dabei lernen.

Seine Sicht: Nun war ich also zum ersten Mal dran. Freiberufler und Freiberuflerin mit Büro im gleichen Gebäude – klar, dass man sich auch das Betreuen der Schul- und Kita-losen Kinder aufteilt. Hier sind meine fünf Erkenntnisse meines ersten Tags der „Hofschule“:

1. Die Hoffnung, neben der Betreuung der Kinder auch noch einiges wegarbeiten zu können, erwies sich als unrealistisches Wunschdenken.
Geometrieaufgaben, die der Drittklässler aus der Schule mitbekommen hat, Mal- und Zählaufgaben aus Vorschulblocks für den Fünfjährigen und dann noch Telefonkonferenzen, Artikel schreiben – und das alles zeitgleich – nicht machbar. Erkenntnis: Lieber mit dem Glauben, nichts zu schaffen, in den Vormittag gehen, dann führt jede geschaffte Arbeit zu positiven Gedanken.

2. Für alle Beteiligten, insbesondere aber den Drittklässler werden die Wochen zu einer großen Herausforderung. Er vermisst sein
Fußballtraining, seine Freunde, seine Klassenkameraden. An beiden bisherigen Abenden antwortete er auf die Frage, was das Schönste des
Tages war: dass er eine Stunde per Videoschaltung seinen besten Freund sehen konnte und mit ihm zusammen für kleine Aufgaben recherchiert hat.

3. Wenn ich mir unsere letztlich doch komfortable Situation mit Büros auf dem gleichen Grundstück der Wohnung vor Augen führe, also Hof Office statt Home Office – dann habe ich noch mehr Respekt vor Leuten, die nun wochenlang mit ihren Kindern in einer womöglich kleinen Wohnung arbeiten sollen. „Home Office“ klingt immer auch ein bisschen komfortabel, man ist zu Hause, arbeitet ein bisschen nebenbei, kann sich auch mal ausruhen zwischendurch, ist ja keiner da, der nachschaut. Die kommenden Wochen werden vielen vor Augen führen, dass das Gegenteil der Fall ist.

4. Dennoch: Ich glaube, dass die kommenden Wochen auch sehr viel Positives für jede Familie hervorbringen können. Viele Eltern, die sonst den ganzen Tag lang fern der Kinder arbeiten, gewinnen nun Zeit mit ihnen. Wenn man offen und positiv an die ganze Sache heran geht, dann werden viele tolle Momente entstehen, an die man sich später als Familie erinnern wird.

5. Und nicht zu vergessen: Aufgaben von Drittklässlern können auch für Erwachsene zu Denksportaufgaben werden, wenn man sich jahrzehntelang nicht mit dem Thema Geometrie befasst hat.

Meine Sicht: Der Tag beginnt für mich am Schreibtisch. Der Mann hat Schuldienst und ich kann mich am Vormittag um die Arbeit kümmern. Geht dennoch nur bedingt, weil ich die Gespräche nebenan höre und die Noise-Cancelling-Kopfhörer in der Wohnung habe. Geht dann aber doch, so dass ich mir den Extra-Weg spare, Mails beantworte, den digitalen Workshop am Freitag grob konzipiere, mit meiner Mitarbeiterin telefoniere, mit einem potenziellen neuen Auftraggeber brainstorme. Aber ein paar Dinge bekomme ich dann doch mit: Die digitale Stunde mit dem Schulfreund des großen Sohnes hat diesmal das Thema: Gibt es positive Seiten dieser ganzen Krise und den Jungs fällt, so meine Wahrnehmung erstaunlich viel ein. Das Ganze wird dann noch zu Papier gebracht, so dass auch geschrieben wird. In Mathe steht Geometrie auf dem Plan. Als ich dann die Kids mit zum nächsten Programmpunkt „Mittagessen kochen“ übernehme, basteln sie in „Kreativität“ Steckfiguren.

Nach dem Mittagessen, es gibt Milchreis, den wir gemeinsam zubereiten und sogar der Tisch deckt sich heute von ganz allein, räumen wir im Fach „Schöner Leben“ (es wurde noch einmal umbenannt) im Wohnzimmer auf. In der Mittagspause dürfen beide Kinder sich jeweils eine Sendung aussuchen: Die Wahl fällt auf eine Folge „Dein Song“ vom Kika und „Ninjago“ – ich nutze die Zeit noch einmal zum Arbeiten. Da die Spielplätze heute tabu sind, machen wir einen Spaziergang zum nahe gelegenden Park, mit Roller und Fußball. Wir kicken ein wenig – und dann geht es auch schon wieder nach Hause. Geburtstagsvorbereitungen, Abendessen, der tägliche Tagesabschluss mit Logo!.

So war Tag 1.

Neues aus der Hof-Schule – Tag 1

Neue Viren, neue Herausforderungen und das ganz besonders für zwei berufstätige Elternteile mit zwei Kindern. Der eine Drittklässler, der andere ein Vorschulkind. Die Challenge: Alle einigermaßen zufrieden machen und gleichzeitig arbeiten. Der Ort des Geschehens: die Hof-Schule, die bis Freitag noch das Hof-Office war, denn es liegt im Hinterhof unserer Wohnung. Ich werde hier darüber berichten, wie uns das gelingt und was wir dabei lernen.

Wir starten gut vorbereitet in diesen Tag. Es gibt einen Plan, eine Struktur für die nächsten Tage und der Wecker klingelt um 7.30 Uhr. So gelingt es, dass alle mit Frühstück im Bauch, gewaschen und mit Federmappen bepackt den Weg um 8.30 Uhr die Wohnung verlassen. Mathematik, Sachunterricht, Deutsch, Kreativität, Mittagessen, Haushalt stehen auf dem Programm, Pausen nach Bedarf. Immer ein Elternteil ist in Charge, so dass das andere die Zeit für die Arbeit nutzen kann. Und deshalb sprechen wir zuerst noch einmal über diese Regeln. Und den Stundenplan. Das ist gut, denn so wird das „Fach“ Haushalt schnell in „Schöner Wohnen“ umbenannt, klingt besser, ist ziel- und nicht problemorientiert, da haben alle gleich ein bisschen mehr Spaß dabei. Wir diskutieren Themenwünsche. Der große Sohn wünscht sich „Krebs, also die Krankheit“, „Die Pest, wir haben in der Schule gerade das Thema Mittelalter“ und der kleine Sohn „Ninjas“. Wird aufgeschrieben und festgehalten.

Und dann geht es richtig los: Matheaufgaben, für den Sachunterricht („Wie schütze ich mich vor dem Corona-Virus?“) schalten wir einen Freund dazu, vielleicht kann das zu einem stetigen Programmpunkt werden. Deutsch und dann rauchen die Köpfe und wir nutzen (ein vorerst letztes Mal) den nahe liegenden Spielplatz.

Gemeinsam bereiten wir das Mittagessen zu – das klappt super, weil alle mithelfen. Bei „Schöner Wohnen“ wird der Vorratsschrank sortiert und potenzielle Mittagessenideen aufgeschrieben, die wir nun nach und nach abarbeiten können. Es geht doch nichts über einen guten Plan. Danach Freizeit für die Kids, während wir Eltern in Telefonkonferenzen die Projekte der kommenden Tage besprechen und voranbringen.

Bilanz: Es wird sich schon noch einruckeln und deshalb war ich froh, am Abend noch eine Runde laufen zu gehen, auspowern, Kopf frei machen und dann gemeinsam mit allen Logo! zu schauen. Selbst effektiv gearbeitet habe ich vor allem in meiner kinderfreien Zeit.