Jeden Morgen auf dem Weg in die Redaktion Musik auf den Ohren. Und immer nehme ich eines der Lieder mit in den Tag. Keine Lieder über Liebe und erst recht nicht dieses hier Hach.
Diese Strecke von Heidelberg nach Frankfurt, gerade mal eine Stunde, in der Regel ein bisschen kürzer, also, diese Strecke eignet sich nicht für Süddeutsche und Handelsblatt. Muss ich mir auch mal merken.
(Vielleicht wieder weniger Muss-ich-mir-merken-Texte schreiben.)
Ein paar Stunden im Zoo und immer und überall die gleiche Szene. Menschen, vornehmlich Kinder, die mit Blättern oder vorher erworbenen Futter die Affen, Enten und restlichen Vögel anlocken. Was ist das eigentlich für ein Instinkt im Menschen, ständig irgendwen füttern zu wollen? Sind es seltsame postnatale Erinnerungen, die da aufkommen? Oder steckt dahinter ein frühes weltmännisches Gehabe, nach dem Motto „Ich hab’s ja und zeig es dir“? Oder ist es einfach Fürsorge? Ich werde aus diesem Verhalten nicht schlau.
Der ärmste Mensch unter der Sonne ist ein Journalist ohne Thema.
(via)
Wenn man eigentlich mit jemanden verabredet ist, nur den Vornamen kennt und die persönliche Webseite. Wenn man verabredet hat, sich zusammen zu telefonieren und die Nummer auf dem heimischen Rechner ruht. Dann kann man hoffen, dass der andere bald anruft und nicht in einer ähnlichen misslichen Lage ist. Haha, du lustiges Internet, du bist zwar gut zum Kontakte knüpfen, aber mit der real world, da hast du doch noch deine Probleme.
Es ist Anfang November und immer noch schwirrt nachts eine Mücke um meinen Kopf. Und dann ist sie auch noch so flink, dass ich es nicht schaffe, sie zu erlegen. Die muss gedopt sein, keine Frage.
Mein Frankfurt
Dadurch, dass ich hier in Frankfurt eine alte (also nicht, dass sie schon etliche Jahre auf dem Buckel hat) und liebe Freundin kenne, lerne ich die Stadt ganz anders kennen. Erst diverse Kneipen in Bockenheim, jetzt das Rebstockbad. Und ich war immer noch nicht am Römer.
Davon geträumt, dass Angela Merkel ein Verhältnis mit Thomas Bug hat. Die beiden zusammen in der Straßenbahn gesehen. Ein Foto mit meinem Handy gemacht und überlegt, das Bild für teuer Geld an die BILD-Zeitung zu verkaufen. Dann aufgewacht.
Freaks
Er sah aus wie einer dieser Typen, die nach der Schule unschlüssig waren, was sie jetzt tun sollen. Lieber die paar Monate zum Bund als zu viel Zeit verlieren. Und danach? Weiß nicht. Wohl BWL. Und dann ging er an die Uni und war einer dieser Typen, die man in Vorlesungen kaum wahrnahm. Er saß immer strebsam in den vorderen Reihen, meist am Rand. Seine hellbraune Lederjacke ließ er grundsätzlich an. Chaos im Rucksack? Niemals. Fein säuberlich holte er zu Beginn der Vorlesung seinen Block aus der Tasche. Der Kugelschreiber, tiptop an den Umschlag geheftet. Keine Eselsohren. In den Minuten vor der Vorlesung telefonierte er. Oder tippte Nachrichten in das Handy. Schon damals.
Am Donnerstag traf ich ihn wieder. In Frankfurt in der Jahrhunderthalle. Er stand da rum. Alleine. Und wartete auf den Beginn des Konzerts. Ich erkannte ihn sofort. An seiner hellbraunen Lederjacke. Während des Konzerts entdeckte ich, dass er sich trotz der Band nicht vom Fleck bewegt hatte. Gebannt starrte er auf den Bildschirm seines Handys. Und tippte auf den Tasten herum.