Über Facebook

Ich denke seit Tagen über Facebook nach. Einerseits fühle ich mich dort, obwohl ich es immer wieder versuche, nicht so richtig wohl. Warum, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich finde Facebook irgendwie praktisch, weil man mit den Facebookern ganz prima chatten kann (unten rechts), ich gucke mir unglaublich gerne die Uni-Party-Bilder meines ehemaligen Au-pair-Kindes an und ich bin jedes Mal überrascht, wenn mir Menschen, die meine Tweets bei Facebook lesen, antworten. Weil sie meist auf andere Dinge reagieren als die Twitterer.

Das wirklich Spannende aber an diesem Facebook ist: Die Seite scheint vor allem Leute zu begeistern, die noch vor ein paar Jahren die Nase rümpften, wenn sie das Wort „Blog“ gehört haben. Und eben diese Menschen lassen nun ihren Freundeskreis mit kurzen Nachrichten wissen, ob sie gerade Kaffee trinken oder fragen, ob die Converse-Schuhe eigentlich handgenäht sind.

Noch ein Trend, der mir aufgefallen ist: Wenn ich vergleiche, wer bei Xing in meinen Kontakten ist und wer bei Facebook, dann gibt es durchaus eine gewisse Überschneidung. Aber eben nur eine gewisse. Man kann nicht sagen, dass die, die bei Facebook sind, auch bei Xing rumkontakten. Und umgekehrt. Es muss also wirklich noch etwas anderes sein, was die Faszination ausmacht.

Ich denke mal weiter drüber nach.

Dies und Das

Turbulente Zeiten in der Medienbranche. „Geldidee“ wird eingestampft, eine Zeitschrift, die ich nie getestet habe, weil ich da mal gearbeitet habe. Dann gestern wird „Maxim“ eingestellt und ich wundere mich, dass ich dieses Blatt nie getestet hatte. Wäre ein schöner Kandidat gewesen, eigentlich. Jetzt sind sie beide tot, genauso wie „Park Avenue“ und „Vanity Fair“ und all den anderen Blättern, die in diesem Jahr wohl noch kommen werden.

Ich würde so gerne beim Anblick von Wattestäbchen nicht daran denken müssen, dass ich mir gleich DNA einer Österreicherin an die Augen/in die Ohren schmiere.

Ich mag Frankfurt. (Oh, war das schon letztes Wochenende?) Und ich mag Berlin. Und freu mich somit jetzt sogar endlich auf nächste Woche. (Oder kommt doch noch mal was dazwischen?)

Ich habe gleich gestern bei Youtube nach dem Werbespot von Liz Lemon gesucht, über den sich Jack und Co. zuletzt lustig gemacht haben. Das Schlimme: nix gefunden. Was soll das, Internet?

Und sonst? Beim Surfen auf diese interessante und regional verwurzelte Taschenmarke gestoßen. Dieses News-Portal muss man wohl mal beobachten. Ach ja. Und tanzt auch noch Anderson Cooper. NICHT!

Bernd

Und wieder kennt eine breitere Öffentlichkeit ein Stück Subkultur des Internets. Das Imageboard Krautchan. Eine kleine, faszinierende Szene, die sich über Fotos oder -montagen austauscht. Sie haben ihren eigenen Slang. Sie bleiben anonym Oder nennen sich Bernd und verschwinden in der Masse. Bernd. Schade, weil ich bei jedem Bernd nun nicht mehr nur an den einen, sondern an diese vielen denken muss.

Elmo und Ricky Gervais

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

(via)

PS: Jetzt steht da oben Elmo. Das Doofe: Seitdem ich auch „Tickle-me-Emo“ kenne, vergesse ich bei Elmo immer das „l“. Ts.

Winnenden und Twitter

Heute hat mich Twitter das erste Mal so richtig genervt. Bei der Flugzeuglandung im Hudson River und auch beim Zusammenbruch des Kölner Stadtarchiv funktionierte Twitter, weil da Mehrwert reinkam. Augenzeugenberichte, Fotos – über Twitter konnte man sich sehr schnell sehr gut ein Bild über die Lage verschaffen.
Klar, gab es heute bei Twitter, Menschen, die ihre Bestürzung und ihr Mitgefühl ausdrückten.
Doch der Amoklauf von Winnenden zeigte: Twitter funktioniert nicht immer. Weil da keine Informationen unterwegs waren, die in irgendeiner Art und Weise weiter brachten. Da waren die Fernsehgucker, die erzählten, was sie am Bildschirm sahen. Die Nörgler, die sich darüber beschwerten, dass Medien groß berichteten. Die Nörgler, die sich darüber beschwerten, wie Medien berichteten. Irgendwelche Menschen, die so taten, als ob sie nah dran waren und fleißig geklaute Bilder posteten. Und die Medien, die darüber berichteten, was sie gerade berichteten. Kurz: das großes Geplapper vieler Wichtigtuer. Nervig.

(Nicht unerwähnt sollten auch die Medien bleiben, die darüber berichteten, wie toll Twitter heute doch war. Hach.)

(Doch. In Teilen des Internets wird nur gepöbelt und gemeckert.)

Internet macht glücklich

(Es geht um die Sonne.)

Und dann sagt nochmal einer, im Internet wird nur gepöbelt und gemeckert.

Faahrnfaarhnfaaahrn!

Autofahren ist toll. Besonders auf der Autobahn. Nicht weil man schnell fahren kann. Sondern weil mir diese Mischung aus Auf-den-Verkehr-achten, Beschleunigen, Bremsen, Gucken, Blinken, Lenken, Laute-Musik-hören-und-Mitsingen, Ab-und-zu-Schalten so gut gefällt.
Erst die Strecke durch das Ruhrgebiet, die ist die furchtbarste. Irgendwann kommt Münster, dann wird’s angenehm. Richtig schön ist es dann kurz vor Bremen, besonders, wenn der Regen in dem Moment aufhört, in dem man die erste Bremer Ausfahrt passiert. Dann die Strecke durch die Stadt, vorbei am Becks-Haus, der Gruß an Werder Bremen, die Fahrt über die Weser.
Auch mach ich es, gegen das Navi zu fahren. Heißt: die ausgerechnete Zeit zu schlagen. Auf den Weg nach Hause zur Familie gelingt mir das immer. Weil das Navi anscheinend nicht weiß, dass die A27 die leerste Autobahn Deutschlands ist. Ok, stimmt nicht, diese A29 nach Oldenburg, die ich manchmal nehme, wenn ich durch den Wesertunnel fahre, ist noch leerer. Hat den angenehmen Nebeneffekt, dass ich gleich mal überprüfen konnte, wie schnell der kleine Wagen eigentlich so fahren kann. 175. Nicht so übel.

Film: Spielzeugland

Wie schreibt man eigentlich richtig über einen Kurzfilm (14 Minuten), ohne Gefahr zu laufen, sogleich die komplette Handlung zu verraten? Schließlich passiert ja nicht so viel.. Na, ich versuch es mal.

1942. Deutschland. In einem Haus lebt Heinrich mit seiner Mutter, der Vater ist an der Front, die jüdischen Nachbarn, darunter ein kleiner Junge, werden in wenigen Tagen abgeholt. Um ihren Sohn vor der Wahrheit zu schützen, erzählt sie ihm, dass die Nachbarn eine Reise ins „Spielzeugland“ antreten werden. Ein Land, in dem die Teddybären riesengroß sind. Doch diese Geschichte schreckt den kleinen Heinrich nicht ab, er will seinen kleinen Freund begleiten. Aus Mut, Trotz und Verbundenheit. Seitdem lebt Heinrichs Mutter in der Angst, er könnte tatsächlich mit der jüdischen Familie verschwinden.

So, und nun muss ich aufhören, mit der Beschreibung des Inhalts, weil ich sonst womöglich zu viel verrate. Jochen Alexander Freydank erzählt hier eine wunderbare Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus. Eine Geschichte von einer Generation, die keinen Unterschied macht, zwischen Juden und Nicht-Juden, eine Geschichte von Trotz, Warmherzigkeit und Nächstenliebe. Er schafft es, innerhalb von 14 Minuten so viele schöne Bilder zu zeigen. Sie schwappen langsam über den Zuschauer – das ist ihm wirklich gut gelungen.

Leider kenne ich mich nicht mit Kurzfilmen aus und kann schon gar nicht beurteilen, was die Kategorien für einen Oscar-Gewinn sind. Falls auch hier gilt, dass Deutsche immer dann nominiert werden, wenn sie sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und gewinnen, wenn sie es besonders gut tun – voila. Letztendlich ist diese Frage vielleicht auch egal. Weil Jochen Alexander Freydank wirklich eine schöne Geschichte aus dieser furchtbaren Zeit erzählt hat.

Life is complicated #2

Man stumpft ja ein bisschen ab, besonders im Wochenenddienst. Opel-Krise, Banken-Krise, Steinbach-Diskussion, Beinahe-Flugzeug-Absturz mit erfreulichem Ausgang, Vorabmeldungen aus ganz Deutschland, weil jeder eine wichtige Stimme zu den oben genannten Themen eingefangen hat. Zusammenschreiben, ordnen, checken. Man liest die Agenturen auf der Suche nach einer Besonderheit, nach etwas Überraschendem. Ein Schwimmen auf dem Nachrichtenfluss, zäh ist er. Was macht man auf, was nicht, was kann man mittlerweile nicht mehr sehen.

Beim Gucken der letzten Folge „Privileged“ gar nicht bemerkt, dass ich gerade das Staffelende sehe. Trotz Hochzeit zu wenig pompös und trotz diverser Trennungen und Aufbrüche zu unspektakulär.

Kann Salma Hayek bittebitte noch in ganz vielen 30-Rock-Folgen mitspielen? Das wäre nett.

Ich finde dieses neue Layout von Qype ja noch sehr gewöhnungsbedürftig. Habe auf bestimmten Seiten echte Schwierigkeiten, meine Profilseite zu finden. Wo bleibt da die intuitive Nutzerführung? Nicht gut. Trotzdem meinen Besuch im „Bug“ aus der vergangenen Woche dort verewigt. Noch 698 Punkte bis zum Experten.

Grande Chai Tea Latte low fat.

David Lynch

Ich mag ja seine Videos, in denen er regelmäßig das Wetter ansagt. Jetzt twittert er auch noch. Mit einem täglichen „thought of the day“. Mein liebster bisher:

Wedding bells are ringing.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.