Hast du dich auch schon mal gefragt, warum der Spiegel am Montag, Stern, Bunte und Zeit am Donnerstag und am Mittwoch überhaupt kein relevantes Wochenmagazin erscheint? Dann lies doch mal, was Oliver Gehrs dazu für Brandeins herausgefunden hat.
Schwärmereien
Sicher, der eine oder andere Text von Norbert Körzdörfer liest sich durchaus gut, ist gefühlvoll geschrieben, aber kann man in einem Text (auch wenn er für MAX ist) so derart unkritisch über einen Journalisten schreiben, der beispielsweise Tom Cruise für seinen Scientology-Wahn eher bewundert als belächelt und Wahrheiten verdreht? Oder solche Interviews mit Tom Hanks führt, die – schaut man in die URL des Artikels – anscheinend aufgrund eines Deals mit Sony zustande kommen und deshalb wohl so seltsam anhimmelnd geführt werden?
Meiner Meinung nach nicht, aber vielleicht können wir diese Wahrheit ja im zweiten Teil von Turis Text lesen.
Zuviel Werbung geschaut!

Beinahe jeden Tag laufe ich wohl an einem Plakat von der Dresdner Bank vorbei und jedes Mal fragte ich mich, woher ich diese Frau eigentlich kenne. Bis ich eines Abends feststellte: Das ist doch die Frau aus der Du-darfst-Werbung.

Und wie ihr seht: Sie ist es wirklich. (Screenshot von der Homepage)
Lustigerweise ist die gute Frau derzeit aber auch noch in einem anderen Spot vertreten. Sie macht(e) nämlich auch Werbung für Activia, Alpecin und war sogar beim „dicken, peinlichen Verlobten“ mit dabei. Wer hätte das gedacht.
Wow.
Julia Friedrichs über wie sie beinahe McKinsey-Beraterin wurde.
Zeitschriften im Test: Pralle Titten

Ihr kauft euch ein Magazin mit dem Titel „Pralle Titten“. Was erwartet ihr? Nicht so schwierig oder? Denn ich würde natürlich pralle Titten sehen wollen. Kleine, große, natürlich vor allem große, Brüste sollte man sehen können, prall gleich fest sollten sie sein, von mir aus auch silikongespritzt, die Bilder sollen ja schließlich als „Piiep“vorlage dienen. Und da das Magazin den Untertitel „Da will jeder anfassen“ trägt, sollen sie also auch zum Anfassen anregen. Tja, sollte man meinen. Denn wenn ich mir Vicky (31), Regine (24), Martina (33), Dorit (36) und Betty (27) so anschaue, erfüllen besagte Damen vor allem ein Kriterium: Groß sind sie. Und natürlich, da muss man doch wenigstens deshalb vor den Damen den Hut zücken. Kein Silikon, zumindest soweit ich das als Laie erkennen kann. Ansonsten zeichnet die fünf jungen Damen vor allem ihre Körperfülle aus, wobei Regine (24) von allen noch die Schlankeste ist.
Ja, meine Lieben, in „Pralle Titten“ werden natürlich alle Geschmäcker bedient. Während Vicky (hahaha, wie sollte sie auch anders heißen?) auf Lack und Leder macht und sich nach eigenen Angaben jeden Tag die „PIIIEEP“ (Sorry Jungs, aber ich krieg durch den Namen der Seite schon allerlei seltsame Google-Anfragen) rasiert, trägt die wasserstoffblondierte Regine rot und muss es sich – ebenfalls nach eigenen Angaben – aufgrund ihrer großen Brüste ständig selbst besorgen (Erklärt mir jemand den Zusammenhang?). Betty hingegen trägt von vornherein nix, außer, wie sollte es anders sein, ein Paar extrem hohe schwarze „Piiep“-mich-Schuhe und verlangt nach einer „scharfen“ (Achtung, festhalten, Hammer-Wortspiel) „Le(c)ktion“. Martina wiederum bedient den Tiger-Fetisch und trägt zu Beginn ein kleines Tiger-Hemdchen, ja und steht total auf „Busensex“. Und die Arme kommt bei der kleinsten Berührung ihrer Nippel auch beinahe zum Orgasmus (So liefert das Magazin zumindest eine Erklärung, wie man recht effizient zu der ominösen 27 kommt.). Nicht zu vergessen natürlich Dorit – eher der dunkle, südländische Typ -, die total auf Reizwäsche steht und sich im schwarzen Netzbody auf dem weißen Sofa räkelt. Besonders bei dieser Frau wird deutlich, was das Konzept der Zeitschrift ist: Frauen wie du und ich (nein, meine sind noch schön fest, danke der Nachfrage) sollen hier gezeigt werden, auch wenn das dann zu etwas peinlichen Bildern wie bei Dorit führt, deren weiße Brüste bei dem durchaus sonnengebräunten Körper doch arg deplatziert wirken. Die Süße ist übrigens die einzige, bei der noch sehr deutlich das Dreieck zu erkennen ist, die anderen Mädels tragen gar keine oder eine stark getrimmte Haarpracht.
Was „Pralle Titten“ sonst noch zu bieten hat? Viele viele kleine Anzeigen, was sonst. Wer drauf steht, 3,95 Euro am Zeitschriftenkiosk. Wer allerdings pralle (und zumindest mich ansprechendere) Titten sehen möchte, sollte vielleicht zu dieser Publikation greifen. Zumindest das Titelbild verspricht doch eine – sagen wir einmal – festere Konsistenz.

Lesebefehl!
Eben im STERN die mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis prämierte Reportage gelesen. Tränen inklusive.
Die immer wieder auftauchenden Geschichten und Interviews über Jörg Immendorff gleichen immer mehr einer Ansammlung von Wasserstandsmeldungen über dessen Gesundheitszustand. „Hauptsache, wir hatten ihn nochmal im Blatt“, scheinen sich die Redaktionsoberen zu denken. Und deshalb lese ich gerade angewidert folgende Sätze in der WIRTSCHAFTSWOCHE: „Der 60-Jährige muss das Gespräch mehrmals unterbrechen, um sich von einem Assistenten Tee reichen zu lassen. Er trinkt mit dem Strohhalm. Seine Stimme ist nach wie vor kraftvoll.“
Moritz von Uslar: Waldstein oder Der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005
Mannmannmann, anders kann ich einen Blogeintrag über dieses Buch wohl nicht beginnen. Dass ich dieses Buch doch noch zu Ende gelesen habe, in der vergangenen Woche hatte ich schon nicht mehr daran geglaubt. Seit Wochen lag es auf dem Tisch herum. Manchmal lagen ein paar Zeitschriften darauf, manchmal sah ich die Farbe wieder hervorblitzen. Ich glaube, das Buch und mich verband eine Hassliebe. Gut geschrieben, keine Frage, wunderbare SMS-Prosa, schön kurze Sätze, ein paar Knaller dabei, aber dann dieses Thema. Gieseking ist Journalist, jaja, ich glaube, die Parallelen zwischen Autor und Roman-Ich sind wohl gewollt, und eigentlich mit Ellen zusammen. Schon lange und eigentlich sollten sie wohl mal zu Potte kommen. Doch Gieseking kneift, reist aus Waldstein ab und benötigt sieben lange Monate, um sich einzugestehen, dass er wohl doch in das langweilige Zweierleben abtauchen sollte. Weil er es eigentlich ja auch ganz gut findet.
Vorher maltretriert von Uslar den Leser aber mit dem ganzen Gehadere. Ein paar bissige Kommentare über Berlin, Klamotten, Musikgeschmack und Latte-Macchiato-Läden kann er sich nicht verkneifen. Doch gerade diese Passagen langweilten mich so sehr, dass ich mich wirklich fragte, warum der von Uslar denn das bitte nötig hat: In seinem Buch Klischees zu dreschen. Aber vielleicht war das ja gerade nicht der Autor, der uns seine Meinung aufdrücken wollte, sondern Giesekings Gelangweiltheit.
Aber ich schweife ab. Das Buch „Waldstein oder Der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005“ ist gut. Trotzdem. Weil von Uslar auf eindringliche Art und Weise von einem Leben erzählt, dass wohl viele Kerle in diesem Land führen. (Ich könnte jetzt noch ein bisschen darüber lamentieren, dass diese Haltung, diese Bindungsangst, dieses Verlangen nach dem Das-kann-doch-jetzt-nicht-alles-gewesen-sein-Gefühl auch ein Grund dafür ist, dass es in Deutschland so wenig glückliche Familien mit Kindern gibt, mach ich aber nicht.) Das hat er so gut geschrieben, dass ich immer wieder angewidert das Buch beiseite packen musste, weil dieser Gieseking mich so genervt hat. Auch selten, dass ein Buch das geschafft hat.
Heide in BILD
Schön, dass BILD Hape Kerkeling mit den Worten zitiert, dass sie „dem öffentlichen Druck Tribut zollen“ musste. Woher kam der Druck nochmal?
Lesen!
Arno Frank hat in der TAZ schon mal das Interview von Sabine Christiansen („wenn ich das mal ganz ironisch in Anführungszeichen“) und Kai Diekmann („lang, lang und mächtig“) mit George Bush abgedruckt. Herrlich!