FILM: Was nützt die Liebe in Gedanken

Ich hatte mir mehr erhofft. Wirklich. Schön anzusehen, aber doch irgendwie langweilig. So langweilig, dass man zwischendrin getrost eine Weile völlig abwesend sein kann und dann sofort wieder rein kommt, in den Film. Ohne irgendwas verpasst zu haben.

FILM: Shrek 2

Jetzt war es also soweit, nach Findet Nemo im November 2003 mal wieder ein Film mit ohne echten Menschen. Computeranimiert. Süß war’s. Lustig, weil nette Anspielungen. Zu gerne hätte ich den Film im Original gesehen, um die Stimme von Antonio Banderas zu hören. So war nur Benno Fürmann zu hören. Sowieso war der gestiefelte Kater die beste Figur. Meiner Meinung nach.

FILM: Der Untergang

Eigentlich sollte ich mich nicht darüber ärgern, dass ich gestern im Kino neben diesen Proll-Kids sitzen musste. Die – bevor der Film losging – nett fragten, ob wir nicht noch einen Platz weiter rücken, damit die Sechserbande sich auch zusammen niederlassen könnte. Und weil sie so nett gefragt hatten, rückten wir leise, nicht ohne kurz darüber nachzudenken, doch noch ganz die Reihe zu wechseln.

Wir blieben. Und bereuten, als nach einer halben Stunde Film plötzlich das Handy meines Sitznachbarn klingelte und er – völlig ohne Scham – ranging, kurz berichtete, dass er gerade im Kino saß und sich dann, so um zehn bei ihm/ihr melden würde. Ich konnte nicht anders und musste den jungen Herrn darum bitten, sein Handy auszuschalten, was er nicht tat, zumindest aber das Gespräch beendete.

Aber ich habe mir vorgenommen, mich nicht darüber zu ärgern, schließlich muss man sich ja eigentlich darüber freuen, dass diese Kids, die nicht den Anschein machen, viel im Kopf zu haben, sich einen solchen Film anschauen. Sich ein Bild über die Geschichte machen wollen. Verstehen, was in den letzten Tagen im Hitlerbunker passierte. Aufnehmen, wie eigentlich intelligent wirkende Menschen einer Idee verfallen, einer Person und ihrer Idee.

Das Wechselspiel zwischen der Darstellung der Person Hitlers, der Begeisterung für diese Person und der von ihr ausgehende Wahnsinn, der nicht vorhandene Respekt vor Leben, Menschen und dem Volk, das ihm zu dem gemacht hatte, was er war, gelang. Immer dann, wenn man begann, darüber nachzudenken, dass er ja doch ein ganz normaler Mensch gewesen sein muss, folgte eine Szene, in der er wieder einmal seinen Hass freiem Lauf ließ und man nur angewidert auf die Leinwand schauen konnte.

Die Besetzung des Films – großartig. Corinna Harfouch überzeugte in der Darstellung der furchtbaren Magda Goebbels, die mit kaltblütiger Berechnung ihre sechs Kinder mit Blausäure umbrachte, Alexandra Maria Lara gab die junge Sekretärin und die von mir nicht gemochte Juliane Köhler gab die naive Partymaus Eva Braun. Selbst die kleinste Nebenrolle schien perfekt ausgesucht. So muss das sein.

Ein Film, den wirklich jeder gesehen haben sollte. ‚Langweilig‘ urteilte nur einer der Burschen neben mir, während sie viel zu schnell die Kinosessel verließen und den Blick auf den Abspann störten. Ein einzelnes Urteil, dem die anderen nicht zustimmten. Und damit hat man ja schon etwas erreicht.

FILM: Coffee & Cigarettes

„Wenn man cool ist, ist man cool, und ‚Coffee & Cigarettes‘ ist definitiv cool.“ So äußerte sich ‚Variety‘ über diesen kleinen Film von Regisseur Jim Jarmusch.

Und damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Ein paar Schachteln Zigaretten, jede Menge Kaffee und ein paar bekannte Gesichter. Der eine trinkt Kaffee, um sich vorm Zahnarzt zu drücken, der andere geht hin. Andere werden von Bedienungen genervt, obwohl sie lieber allein sein wollen. Zwei eingefleischte Musiker plaudern über alte Zeiten und machen sich was vor. Gegenseitig. Andere wiederum führen angeregte Unterhaltungen über physikalische Probleme. In 11 verschiedenen Szenen werden kleine Geschichten erzählt, unabhängig voneinander. Cool. In jeder Hinsicht.

FILM: L’Auberge Espagnole

Das Schöne an den sommerlichen Freiluftkinos ist, dass man viele Filme schauen kann, die man damals, als sie gerade aktuell im Kino waren, verpasst hat. Das Doofe an Freiluftkinos ist allerdings, dass die Auswahl der Filme, die mich interessieren und die ich noch nicht gesehen habe, äußerst begrenzt ist. Den meine filmischen Lücken liegen so viele Jahre zurück, dass auch das Freiluftkino diese nicht schließen kann.

Schön allerdings, dass trotzdem ein Film dabei war und für diesen wunderbaren Abend habe ich sogar eine weitere Premiere gehabt: Mein erster Ausflug ins Ruhrgebiet. Wer nämlich glaubte, dass Düsseldorf da irgendwie auch dazu gehört, der irrt gewaltig. Das ist nämlich im Rheinland.

Aber zum Film: Xavier beschließt aufgrund seiner mangelnden Spanischkenntnisse das schöne Paris zu verlassen und nach Barcelona zu fahren. Dort erlebt er – wie man dem kreischenden Publikum entnehmen konnte – ein typisches Erasmusjahr. Das war hübsch anzusehen, weil der Film wunderbar schnell war, mit schöner Musik unterlegt.

Seltsam allerdings das Gefühl, mit dem ich aus dem Film ging. Ich konnte so viele Dinge nachempfinden, auch wenn ich nicht während meines Studiums im Ausland war, sondern ’nur‘ nach dem Abi ein Jahr in England und doch war ich seltsam distanziert, weil da von einer Welt erzählt wurde, mit der ich erst vor wenigen Monaten abgeschlossen hatte.

Schönheitsfehler hatte L’Auberge Espagnole aber doch. Da schmeißt der Typ seinen Job bei der Europäischen Kommission hin, weil er zu dröge ist und er lieber das machen will, was er sich bereits als kleiner Junge wünschte: Schreiben. Unrealistisch und verträumt kam dieses Ende daher, nicht ohne vorher den Hinweis zu geben, dass er sich ja weder französisch, noch spanisch, sondern irgendwie europäisch fühlt. Irgendwoher mussten ja die Fördergelder für das bunte Spektakel kommen.

Und mein Ausflug ins Ruhrgebiet? Ich weiß nicht. Wenn ich mich an das Publikum erinnere, welches zunächst ewig quatschte, dann an den unmöglichsten Stellen lachte, kann ich nur sagen, dass die noch viel lernen müssen. Zum Beispiel, dass man auch im Freiluftkino das Handy ausschaltet und es nicht lautstark klingeln lässt. Das wäre zumindest ein Anfang.

FILM: The Stepford Wives

Wer in diesem Sommer noch einen Film auf seiner Muss-ich-sehen-Liste braucht, der ganz unten stehen soll, also die Notlösung, wenn sonst nichts Gutes mehr kommt und die Sonne auch weiterhin nicht vor den Wolken hervorkriecht, dann seid ihr in diesem Film ganz, ganz hervorragend aufgehoben. Wirklich gelernt habe ich aber, dass Nicole Kidman ein wunderbar verständliches Englisch spricht. Nur mal so am Rande.
Und bevor Ihr dann doch ins Kino rennt, lest diese Kritik. Reicht völlig.

FILM: Muxmäuschenstill

Irgendwie hinterlässt dieser Film bei mir vor allem Wut. Wut auf die Menschen. Es gibt so viele Verrückte auf den Straßen, die Tag für Tag irgendwelche Scheiße anstellen, kleinere und größere Straftaten. Das ist die eine Seite. Andererseits gibt es aber verdammt viele Menschen auf den Straßen, die sich „verantwortlich“ fühlen. Sie wollen die Welt retten und klagen andere Menschen dafür an und bestrafen diese mit einer Selbstverständlichkeit, mit der sie nicht einmal sich selbst richten. Und es gibt sie, diese Menschen, die sich über diese Sachen noch amüsieren, sitzen im Kino, lachen sich tot, wenn da einer völlig über die Stränge schlägt, einfach mal einen Typen fast um sein Leben bringt, weil dieser eine Wand besprüht hat. Recht so! Recht so? Was bleibt: Es gibt verdammt viele Idioten. Gut gemacht, Herr Mittermeier.

FILM: Zatoichi

Ort: Filmtheater am Friedrichshain. Zeit: halb neun. Plätze: Mitte, vorn, weil meine Brille am Freitag morgen leider unauffindbar war. Aber egal, ich war im Kino und habe den Film über den blinden, blonden Wanderer gesehen, der sich sein Geld mit Massagen, Würfeln verdient und der mit viel Charme auch immer eine Bleibe findet. Das ist die Fassade, denn eigentlich ist dieser Mann, der vom Regisseur Takeshi Kitano gespielt wird, ein großer Schwertkämpfer.

Er kommt in ein Dorf, in dem eine Gang die Bewohner unterdrückt. Jeder, der sich gegen sie richtet, wird brutal beseitigt, insbesondere seitdem ein anderer Samurai seine Dienste angeboten hat. Zatoichi lernt dann noch zwei Geishas kennen, die auf der Suche nach dem Mörder ihrer Familie sind.

Viele Handlungsstränge, die geschickt miteinander verknüpft werden, so dass man, als ungeübter Japan-Filme-Seher leicht den Überblick verliert. Der Film ist unheimlich schön erzählt, mit vielen lustigen Akzenten, jeder Menge Kampfszenen und spritzenden Blutfontänen – Kill Bill lässt grüßen. Denn auch dieser Film persifliert die japanischen Samuraifilme.

Nachdem ich zunächst mehr als skeptisch war, war ich positiv überrascht, was dieser Regisseur auf die Beine gestellt hat. Unklar bleibt dem unbedarften Zuschauer, warum jedermann diesen Zatoichi kennen sollte, weshalb dieser so eine Kultfigur in Japan ist. Die Musik hat ebenfalls überzeugt, auch wenn mir die Schlussszene mit Tanz weniger gefallen hat.

Beschwingt ging ich aus dem Kino, guter Film und zum Elfmeterschießen war ich dann auch noch rechtzeitig vor dem Fernseher. Wenn das kein Timing war.

FILME: Before Sunrise & Sunset

16. Juni 1994, neunzig Jahre nach Ulysses. Er und sie im Zug. Sie reden. Lernen sich kennen. Erleben Wien. Gemeinsam. Im Park, mit oder ohne Sex. Eine wundervolle Zeit. Später die Verabredung: Ein Wiedersehen sechs Monate später. Vielleicht.

Die Lesung. Im Café. Geständnisse. Sie hatten doch Sex. Sogar zweimal. Neun vergangene Jahre. Ohne einander und doch miteinander. Jeder auf seine Weise. Die Seine-Fahrt. Blicke. Das Lied. Nur für ihn. Und dann diese legendären zwei Sätze: ‚Hey Baby, du verpasst deinen Flug.‘ – ‚Ich weiß.‘
Bitte im Doppelpack schauen.

FILM: Harry Potter, Teil 3

Aaaaah, schreit der liebe Leser höchstwahrscheinlich, ist die denn nun völlig durchgeknallt, dass sie nun auch schon Kinderfilme schaut? Warum nicht mal wieder was Anspruchsvolles? Und steht auf Ihrer Liste nicht eh noch „Die Spielwütigen“?
Ja, sie wollte den Film noch sehen, aber auch den neuen Potter. Also rein in das Abenteuer mit geringer Altersbeschränkung, vorhersehbarer Handlung und einer Nachmittagsvorstellung.

Vorneweg: Es gibt wirklich nur sehr wenige Buchverfilmungen, die wirklich gelungen sind. Meist bin ich enttäuscht aus dem Kino gegangen und schwor mir jedes Mal aufs Neue, nie wieder diesen Fehler zu machen, mir eine solche anzuschauen. Trotzdem schaute ich mir „Soloalbum“ und „Herr Lehmann“ an und wurde jedes Mal belehrt, es doch endlich zu lassen.

Einer der Gründe, warum ich doch immer wieder den Versuch machte, war, dass die Harry-Potter-Verfilmungen eigentlich nicht die schlechtesten waren. Obwohl: Ich erinnere mich an den zweiten Potter-Film, in dem der doch weit die 30 überschrittene Mann schniefte und schluchzte und vor mir mein Tutor aus der Uni mit seiner Freundin begeistert Popcorn schmatzte. Ohne Bier versteht sich.
Was ich aber sagen wollte, die Potter-Filme waren eigentlich alle durchaus unterhaltsam, spannend erzählt, an den richtigen Stellungen gekürzt und auf die wesentlichen Handlungsstränge beschränkt ist. Das schaffen wie gesagt die wenigsten und deshalb: Hut ab.

Auch wenn es mittlerweile der dritte war, es war auch mein erster Potter-Film, den ich in deutscher Übersetzung sah und gleich als Hermine das erste Mal den Mund aufmachte, musste ich schlucken: Zu mir und all den anderen sprach Lisa – Lisa Simpson. Schlechter kann es eigentlich nicht sein. Allerdings: Positiver Nebeneffekt war, dass ich zum ersten Mal verstand, was Hagrid zu sagen hatte. Sein arg schottischer Akzent war doch bisher immer sehr irritierend.

Und das Fazit? Auch wenn ich Ron als viel zu muskulös empfand – für sein Alter, Harry im Stimmenbruch nicht besonders glaubwürdig rüberkommt und Hermine auch schon viel zu weiblich erscheint: Ich werde mir auch die anderen Filme anschauen. Und wer darüber lästern will, der soll es tun. Ist mir egal. So. Und nächstes Mal schaue ich „Die Spielwütigen“.