Eigentlich habe ich in den vergangenen Jahren hier immer für mich geschrieben. Über dies und das und überhaupt. Nur der Leserkreis, der veränderte sich regelmäßig. Erst waren es Freunde, die plötzlich mitlasen („Och, ich hab dich nicht angerufen, weil ich ja weiß, dass es dir gut geht“ – „Du meinst wirklich, dass du herauslesen kannst, wie es mir geht?“), dann war es Familie („Warum hast du das denn so geschrieben, das fand ich nicht gut“ – „Mama, du musst nicht jeden Text kommentieren!“) und dann waren es Kollegen („Du schreibst ja ins Internet“ – „Äh ja, woher weißt du?“). Jetzt kommt gerade eine neue Lesergruppe hinzu, die Ex- („Soll ich jetzt in „Thank you for smoking“ gehen?“ – „Naja, muss nicht!“) und zukünftigen Kollegen („Der Urlaub war ja wohl ganz gut“ – (Keine Antwort, weil auf den AB gesprochen, aber ja, war gut.)). Und ich hoffe, dass der Hinterkopf schon bald wieder Ruhe gibt mit seinem ewigen „Das-kannst-du-nicht-schreiben-das-muss-anders-klingen“-Genörgel. Bisher hat er das ja auch immer getan.

Heute in den Stellenanzeigen:

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Seltsame Umschreibung für ein Volontariat.

FILM: Thank you for smoking

Tadadata! Ich war im Kino. Kein Film im Juli. Keiner im August. Und jetzt also endlich wieder ein Kinofilm. Und dann auch noch einer, in dem Katie Holmes mitspielt, die Frau, die Tommy Cruise ein Kind geschenkt hat. Was habe ich diese Frau in Dawson’s Creek gemocht und wie sehr stößt sie mich nun in jedem Film, den ich mit ihr sehe, ab. Ich kann ihr einfach nicht abnehmen, dass sie ein heruntergekommenes Mädchen spielt („Pieces of April„) oder wie in diesem Film eine toughe Reporterin, die den Zigarettenlobbyisten Nick Naylor verführt und dabei brisante Details entlockt. In den Sexszenen wirkt sie so steif wie ein Holzbrett – das war’s.

Ansonsten ist „Thank you for smoking“ als Satire angekündigt. Es geht um den Tabaklobbyisten Nick Naylor, der dafür sorgen soll, dass die Amerikaner rauchen. Trotz Krebs- und anderer gesundheitlicher Risiken. Sein Gegner: Senator Finistirre, der auf alle Zigarettenschachteln Totenköpfe drucken will, damit auch alle Nicht-Engländer und Nicht-Lesenden wissen, dass der Konsum schädlich ist.

Dass ausgerechnet Katie Holmes den durchtriebenen Lobbyisten und Vater eines Sohnes zu Fall bringen soll, mutet seltsam an und muss wohl Teil der satirischen Elemente dieses Filmes sein. „Thank you for smoking“ ist ein ganz netter Film. Klar, ernstes Thema und so, aber leider zu wenig überraschend. Oder zählt auch die Tatsache, dass Rob Lowe ganz gruselig daherkam und die Vermutung, dass er sich hat Liften lassen nicht ganz von der Hand zu weisen ist? Eben.

BUCH: Martin Walser – Angstblüte

Vorneweg: Ich habe mich bisher wenig mit Martin Walser und seinem Werk befasst. Dies ist mein erstes Walser-Buch und ich habe es vor allem deshalb gelesen, weil es in einer Welt spielt, mit der ich mich beruflich befasse.

Karl von Kahn ist ein alternder Investmentbanker, der sich vor Jahren selbstständig gemacht hat und einen kleinen, ebenfalls alternden Kundenstamm betreut. Er verwaltet ihre Millionen, geht sensibel auf deren Wünsche ein, wie so viele seiner Zunft vergöttert er Warren Buffet. Mit seinen 71 Jahren könnte er eigentlich abtreten, Platz machen für den Nachwuchs, doch dafür scheint er noch nicht bereit. Er hält fest, lässt sich von seinem Freund übers Ohr hauen, und lässt sich von der schönen Schauspielerin Joni Jetter um den Finger wickeln. Diese gibt dem alten Mann, was er braucht, Bestätigung durch das Junge, Schöne, und lässt ihn zwei Millionen Euro in ein seltsames Filmprojekt investieren.

Das Buch liest sich gut, keine Frage. Und es ist auch nicht schlecht. Nur konnte ich nicht wirklich gut damit umgehen, dabei zu sein, wie sich dieser Mann immer weiter ins Abseits begab. Dieses Nichteingestehen des eigenen Alters, der sich vielleicht veränderten Bedürfnisse, diese Besessenheit, noch einmal einer jüngeren Frau zu gefallen. Mich hat das alles unheimlich genervt. Die Geschichte dieses Mannes ist so erzählt, wie es wohl nur ein alter Mann erzählen kann. Einer, der noch alles vor sich haben will. Klischees, Polemik, Walser lässt nichts aus.

Ist natürlich auch schwer, die Distanz zu wahren, mit seinen fast 80 Jahren auf dem Buckel.

So schön war der Urlaub


Conil. Die Vom-Strand-aus-Version.


Vejer. Die Guck-auf-schönen-Platz-Version.


Vejer. Die Ich-weiß-nicht-wie-ich-hier-wieder-rauskomme-Version.


Afrika. Die vernebelte Version.


Der Felsen von Gibraltar. Die Blick-aus-La-Linea-Version. Im Vordergrund: Hübsche Fassade.


Eis. Geschmack: Orange-Ananas. Das beste Wassereis der Welt. Leider in Deutschland nur in der Cola-Version (bäh).


Marbella. Die Ich-will-schöner-werden-Version. Könnte man der Stadt auch wünschen. Oder der gesamten Costa de la Sol.


Ronda. Die Hier-gibt’s-die-schönsten-Ausblicke-Version.


Ronda. Die Stierkampfarena-Version. Ohne Stierkampf.


Und noch einmal Ronda. Auch in anderen Ländern verkleidet man sich und wirft Bonbons in Menschenmengen.


Ronda. Die Der-Rilke-Blick-Nacht-Version.

Alle Fotos angucken? Hier entlang.

Ich würde ja gerne ein bisschen was aus dem Urlaub berichten oder erzählen, welche Bücher ich so gelesen habe, aber da Sebas hier noch die TV-Filmvorschau (den nächsten Podcast und Empfehlungen vom Popkulturjunkie und mir gibt es also erst in einer Woche) bringen wollte, halte ich mich zurück.

AUFSTEHEN, HERR SEBAS!

Eben im aktuellen STERN die neue Kampagne von König Pilsener mit diesem Bild gesehen: Gruselig, oder?

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Darf ich jetzt wieder?

Urlaubsreif!

So. Nur noch wenige Stunden bis zum Abflug in den Urlaub. Ich habe in den vergangenen Tagen so viele schlaflose Nächte verbracht und rumgegrübelt, dass ich mir die freien Tage und das schöne Wetter (!!!) wohl auch wirklich verdient habe: Ich habe meinen Job gekündigt, habe zwei Angebote abgelehnt und ein drittes angenommen (Nein, der GWH-Fanclub ist es nicht, der zahlt zu schlecht!). Zum ersten Mal habe ich den Kopf Kopf sein und meinen Bauch entscheiden lassen, ich hoffe, er enttäuscht mich nicht.

So, Herr Sebas, und jetzt übernimmst du für 12 Tage. Vergraul mir ja nicht die Leser!

Bilkblog-Content

Die hohe Friseurdichte hier in diesem Stadtteil zum Anlass genommen, meine eigentliche Friseurin in Pempelfort zu betrügen (Sorry, Janin). Gelandet bin ich bei einer jungen Dame, deren Name mir nicht mehr einfällt, die gerade in der Ausbildung steckt und zudem dabei ist, ihren Führerschein zu machen. Komische Gespräche geführt:

Sie so: Bist du eigentlich Deutsche oder Polin?
Ich so: Wieso? Das hat bisher noch niemand gefragt.
Sie so: Soll ja auch keine Beleidigung sein, meine Freundin ist auch Polin.
Ich so: Ja, und wieso denkst du, dass ich Polin bin?
Sie so: Na, wegen der Lippen.

(…)