Auf Reisen (3)

Es hatte alles sehr nett begonnen. Im International Spy Museum. Ich werde in einen Raum geführt und soll mir eine Identität aussuchen. Mir eine Biographie einprägen, die mich in den kommenden anderthalb Stunden begleiten soll. Ich wähle Jane Meyer, 13, Schülerin aus den USA, die nach Irland reisen soll. Für sieben Tage, Urlaub machen. Oh, wie ich diese interaktiven Museen liebe. Doch bevor es ins Spionage-Trainingslager geht, gibt es einen Film, in dem die Bedeutung der Spionage ins politische Licht gerückt wird. Wenig später trete ich, Jane Meyer, unterwegs auf geheimer Mission, gegen einen vierzehnjährigen Jungen an: Wir müssen Fallen aufdecken und erkennen, dass sich hinter einer vermeintlich freundlichen Oma eine „böse“ Frau vom feindlichen Geheimdienst verbergen kann. Oder dass ein auf uns zu kommender alter Bekannter unsere Tarnung erheblich gefährden könnte. Ich verliere haushoch. Kinder sind einfach zu schlau. Doch dann flacht das Museum ab. Der Besucher wird in die Kunst der Spionage eingeführt: Kameras, die im Ersten Weltkrieg Tauben umgebunden wurden, um Luftbilder von den Stellungen des Gegners zu erhalten, eine Lippenstiftpistole, Einiges über die Enigma. Natürlich darf auch die Prominenz nicht fehlen. „Mission Impossible“ bleibt nicht unerwähnt, ebenso wie James Bond, Austin Powers und auch „Real-life“-Spionage-Köpfe wie Markus Wolf finden ihren Platz. Ein wenig befremdlich ist die Wand über Marlene Dietrich, die zwar nicht direkt der Spionage bezichtigt, allerdings wegen ihrer Zuwendung zu den amerikanischen Soldaten mehr als gewürdigt wird.

Meine Identität interessiert am Ende nur noch ein Computer, der mir seltsame Fragen stellt und mich am Ende aufgrund einiger Ungereimtheiten in meinem Lebenslauf nicht gehen lassen will. Schade, ich hatte gehofft, zumindest einmal von einem der Museumswärter in eine Rote-Kopf-Situation gebracht zu werden.

Auf Reisen (2)

Samstag morgen. Früh am Morgen. Genauer sechs Uhr. In Deutschland ist es jetzt zwölf Uhr Mittag. Natuerlich habe ich Hunger. Die nächsten zwei Stunden verbringe ich mit ausgiebiger Körperpflege, dem Vernaschen der Betthupferl vom Vorabend und überlege kurz nach sieben sogar, vor die Tür zu gehen. Der CVS hat schließlich seit sieben geöffnet. Erst um viertel vor acht traue ich mich dann doch hinunter und auf die Straße. Viertel vor acht, also eigentlich eine Zeit, zu der man lieber nach Hause kommt, als das Haus verlässt. Der Wind bläst mir ins Gesicht, angenehmes Wetter ist etwas Anderes, ich fühle mich in meiner These bestätigt, das Haus in den nächsten fünf Jahren wirklich nur noch nach acht zu verlassen, bringt ja nichts, außer Ärger. Erste Regentropfen setzen sich auf meinen Brillengläsern fest, doch mit Erstaunen stelle ich fest, dass ich nicht die einzige auf der Straße bin an diesem Samstag. „Race for the cure“ tragen die vielen Menschen auf ihren T-Shirts, alle mit einer fünfstelligen Startnummer versehen. Alle laufen die 14th Street hinunter in Richtung National Mall. Ich bin beeindruckt, dass eine solche Veranstaltung organisiert von der Breast Cancer Foundation an diesem Morgen so viel Zulauf findet.

Auf Reisen (1)

8 Stunden Flug und nun abends um zehn das erste Mal erfahren, wie sich Jetlag eigentlich anfuehlt. Damals, als ich die Nacht durcharbeitete, weil die Diplomarbeit fertig werden musste, da fuehlte ich mich aehnlich.

TV-Filmvorschau (21)

Auch wenn ich verreise, gibt es in gewohnter Form und wegen des großen Erfolges die TV-Filmvorschau vom 3. bis 9. Juni. Ich hoffe ja, dass ProSieben während der WM wirklich ein paar nette Filmchen bietet, so dass diese Vorschau dann nicht zu einem leeren Posting führt. Oder ich womöglich irgendwelche Fußballbegegnungen empfehlen muss.

Sonntag, 4.6., 22.10 Uhr: „Jackie Brown“ (Vox)
Wer nach der CSI-Doppelfolge ohnehin noch im Tarantino-Fieber ist, sollte den hier ruhig mal wieder schauen. Mit dem unvergleichbaren Samuel L. Jackson, Pam Grier (die spielt übrigens auch in „The L-Word“ mit) und all den anderen. Super Film.

Montag, 5.6., 20.15 Uhr: „Die Unbestechlichen“ (Tele5)
Die Watergate-Affäre verfilmt mit Dustin Hofman und Robert Redford als Starreporter Bob Woodward und Carl Bernstein.

Montag, 5.6., 23.35 Uhr: „Memento“ (Sat.1)
Er hat ein einziges Ziel: Er will den Mann töten, der seine Frau umgebracht hat. Das Problem: Er vergisst ständig alles. Ein wahnsinnig guter, sehr intelligent erzählert Film, den jeder gesehen haben sollte. Auch wegen des gutaussehenden Hauptdarstellers.

Mittwoch, 7.6., 23.15 Uhr: „Das andere Endspiel“ (WDR)
Nicht die besten, sondern die schlechtesten Mannschaften spielen hier gegeneinander. In 2600 Metern Höhe: das buddhistische Buthan gegen die Karibikinsel Montserrat. Die Fernsehzeitschriften loben allesamt, da lohnt es sich sicherlich, mal reinzuschauen.

Ich bin dann jetzt auf Reisen. Sollte sich ein Internetzugang in meinen Weg stellen, dann werde ich mich melden.

Tech-Scheiss

Und? Was gemerkt? Als ich weg war, um hier in Düsseldorf mit einem aus Köln Zugezogenen Kölsch zu trinken, hat der Mann meines Herzens mein Blog auf WordPress 2.0.3 gehievt. Sieht alles gut aus, oder? Und wenn ich morgen weg fahre und dann am Mittwoch wiederkomme, hat mein Blog vielleicht sogar dieses Spam-Karma-Teil, was mir beim Bekämpfen des Spams derzeit hilft. Dann warten wir mal gespannt, was?

Über die Bahn (Teil was-weiss-denn-ich)

Abends, fünf nach sechs in Düsseldorf. Wieder im Bahnhof angekommen, muss ich noch mein Ticket abholen. Alles schon gebucht und am Automaten mit Bahntix hinterlegt. Eigentlich ne feine Sache. Doch dann die Ernüchterung. Von den acht Bahnautomaten sind vier defekt. An den anderen natürlich lange Schlangen. Nach zehn Minuten (!) habe ich meine Tickets. Wie gut, dass die Bahn noch immer ein staatliches Unternehmen ist.

Über die Post

Abends halb sechs in Düsseldorf. Natürlich bin ich nicht die einzige, die um diese Uhrzeit die Dienste der Post/Postbank in Anspruch nehmen will. Und da leider Gottes alles über die berüchtigten Schalter geht, ist die Schlange lang. Sehr lang. Und von den acht Schaltern sind drei geöffnet. Minutenlanges Warten, die Schlange wird länger und länger, endlich kriechen ein weitere drei blauuniformierte Damen in ihre Glaskästen. Aufschließen, Tür öffnen, hineingehen, Tür schließen, hinsetzen. Schwarzes „Vorübergehend-geschlossen“-Schild wegpacken, erwartungsvoller Blick auf den Kunden. Endlich zwei Schritte geschafft. Dann der Schock: Obwohl die Schlange eher an Länge gewonnen hat, greift die Rothaarige wieder zu ihrem Schild. „Vorübergehend geschlossen“ lese ich nun wieder, während sie langsam ihre Zigarettenschachtel von der Folie befreit, aufsteht, die Tür öffnet, hinausgeht, abschließt und den Gang hinunterwatschelt. Das nenne ich Dienst am Kunden. Zehn Minuten später bin ich am Schalter angelangt. „Ich möchte diese Schecks einreichen“, sage ich. „Da müssen Sie erst das Scheckeinreichungsformular ausfüllen“, blökt mich mein Kundenberater an. Der Typ vertritt meine Bank, ich bin hier Kunde, das hätte er auch mal netter sagen können. „Und dann brauche ich auch noch Dollar“, schiebe ich schnell hinterher. „Gibt’s hier nicht“, blökt er und ich schaue ungläubig. „Müssen Sie bestellen, dauert aber drei bis vier Tage.“ Drei bis vier Tage? „Aber bei jeder Bank bekommt man doch normalerweise Dollar“, sage ich noch, doch er schüttelt mit dem Kopf. Keine Dollar, dafür aber eingereichte Schecks. Dass die Post einmal eine Behörde war, ist ja glücklicherweise längst Vergangenheit.

Ich werde morgen verreisen. In eine Region, in der derzeit laut Wetter-Online 24 bis 27 Grad herrschen. Noch bin ich geneigt, nur die dicken Pullover und Schals einzustecken. Kann mich nämlich gerade nicht erinnern, wie warm das ist.

man in the box

Hach, war das spannend. (Danke, CSI. Danke Quentin Tarantino.)