Eine Frage des Mediums
Um eins vorweg zu nehmen: Das Appartment, das mich in den kommenden sieben Wochen hier beheimaten wird, hat keinen Fernseher. Am gestrigen Abend war das auch nicht weiter schlimm. Ich schnappte mir ein Buch, erkundete ein bisschen die Umgebung, um mich dann in einem Café niederzulassen und zu lesen. Es war gar nicht einmal so schlecht. Einfach dann und wann am Tee nippen, die Seiten flogen nur so davon und am Ende des Abends hatte ich bereits die Hälfte des Buchs gelesen.
Dennoch bin ich unsicher: Sollte ich es wagen, in den kommenden sieben Wochen hier in Frankfurt gänzlich auf jegliches zusätzliches Medium zu verzichten? Sollte ich mir nicht wenigstens ein billiges Radio zulegen? Bei dem Gedanken daran schaudert es mir, weil ich doch höchstens im Auto dem Radioprogramm folge. Und das ist nur dann der Fall, wenn ich mich bei meiner Mutter aufhalte. Ansonsten fahre ich ja kein Auto.
Natürlich habe ich mir auch gleich darüber Gedanken gemacht, diesen Notstand für das Blog aufzubereiten. „Seien Sie live dabei, wie die Frau hinter Franziskript.de das Experiment wagt, sieben Wochen lang auf Harald Schmidt, Tagesthemen und Super Nanny zu verzichten!“ Oder: „Seien Sie live dabei, wie sie sieben Wochen lang Radiogedudel erträgt.“ Am reizvollsten erscheint mir allerdings die Variante, völlig ohne zusätzliche Medien auszukommen. Musik aus dem Notebook und ein gutes Buch. Diese Variante würde zumindest dazu führen, dass ich die in den vergangenen Monaten angehäuften Bücher endlich einmal lesen würde.
