„Daheim“

Nein, das Zuhause ist es schon lange nicht mehr, aber doch immer wieder eine Station. Und das bedeutete heute viel Auto fahren, viel reden. Beschäftigung der Ablenkung wegen. Die Ex-Freundin meines Bruders getroffen. Ich mochte sie nie, diesmal allerdings wirklich ehrlich gefragt, wie es ihr geht. Den Hausmeister der Grundschule getroffen. Kein Small talk, der Brille sei dank.

So. Und nun geht’s gleich nach Hause.

Nach den Babyleichen

Puh, gewagte These, die der in der FAZ zitierte Chefarzt aus Halle da aufstellt. Bei der Suche nach einer Erklärung dafür, dass nicht einmal ihr Mann, also das nächste Umfeld bemerkt haben will, dass die Frau neun Mal schwanger war.
Hans-Joachim Maaz sagt zum einen, dass einige der Menschen im Osten Deutschlands auf das Verleugnen konditioniert seien. Das wiederum schiebt er auf den gesellschaftlichen Einfluss. Ich zitiere: „Das muss man der DDR anlasten. Die ganze Wahrheit über das Regime oder über Andersdenkende war tabuisiert oder bei Strafe verboten. Von daher ist die Verleugnung auch eine gesellschaftlich unterstützte und eingeübte Abwehr.“

Wie sich diese Diskussion in den kommenden Tagen entwickeln könnte – nicht auszudenken.

Ich hab gerade eine verspätete Moneybrother-Attacke. Auf jeder Zugfahrt begleitet er mich jetzt. Ohne zu nerven, versteht sich. Das übernehmen andere.

Aus dem Bücherregal

Ich lese ja gerade – wenn auch etwas verspätet – Steingarts „Deutschland, Abstieg eines Superstars“. Keine einfache Lektüre. Liegt nicht daran, dass Herr Steingart nicht in der Lage ist, sich einfach auszudrücken. Nein, das kann der Spiegel-Mann ganz hervorragend. Allerdings ist die Kost eine Schwere. Nicht, dass ich bisher noch nicht von den leeren Rentenkassen, hohen Arbeitslosenzahlen oder den Strukturproblemen gehört hätte, nein, es allerdings in dieser epischen Breite zu lesen, macht – mit Verlaub – scheiße depressiv. Am liebsten würde ich auswandern.

(Hoffentlich bin ich bald durch, dann muss ich mal wieder ein Frauenbuch lesen. Mit viel Liebe, Herzschmerz und ein bisschen Tragik zum Tränen vergießen.)

„Ich hab ihn mir schließlich damals ausgesucht.“ – „Ja, aber er ist doch schließlich mein Vater.“

FILM: Allein

Maria ist Studentin und arbeitet in der Uni-Bibiliothek. Wenn sie nicht gerade arbeitet, vögelt sie herum. Entweder mit Wolfgang (Richy Müller) oder mit irgendeinem Typen, den sie in einem Nachtclub kennenlernt. Sie ist einsam, traurig und kommt mit sich selbst – insbesondere dann, wenn sie allein ist – nicht klar.

Dann lernt sie plötzlich Jan kennen, einen Tiermedizin-Studenten. Von ihm bekommt sie zum ersten Mal die Geborgenheit, das Vertrauen und die ernsten Gefühle, nach denen sie sich durchaus gesehnt hat. Doch schon nach kurzer Zeit fällt sie in alte Schemata zurück: Sie ritzt sich die Arme auf, sie trinkt und zweifelt. Als Jan dann auch noch für ein paar Tage wegen seines Studiums unterwegs ist, schläft sie auch wieder mit Wolfgang.

Keine wirklich dankbare Rolle, die Richy Müller (ja, der mit der Riesennase) da übernommen hat. Ein bisschen Vögeln, dann die obligatorische Zigarette danach, bei der er jedes Mal zeigen kann, dass zwischen der Größe der Nase und der des besten Stücks nicht unbedingt ein Zusammenhang bestehen muss. Naja.

Der Film ist eigentlich sehr schön, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er nicht besser auf dem heimischen Fernseher hätte laufen sollen. Kann aber auch sein, dass mich das Pärchen hinter mir durch ihre In-der-Popcorntüte-wühlen-Nase-hochziehen-und-rumplappern-Geräusche einfach zu sehr genervt hat.


Versaute Jugend

Wenn sie Sätze wie „Ich geh dann mal aufs Klöchen“ sagen.