Zeitschriften im Test: Teensmag

Ihr kennt Bravo, Yam, Mädchen und Co.? Habt noch nie etwas von Teensmag gehört? Dann geht es euch so wie mir, damals im Januar. Bei einem gemeinsamen Bummel durch Berlin machte er mich auf dieses Magazin aufmerksam. „Trends, Glaube, Action und Tiefgang“? Hey, Klingeltöne, Gott, Arnold Schwarzenegger und coole Gesprächsthemen in einem Heft? Das soll gehen? „Naja“ lautet meine Antwort, aber lest am besten selbst.

Teensmag ist ein ein Jugendmagazin, so wie Bravo und Co., doch es gibt mehrere große Unterschiede zwischen den Heften. Der erste: Teensmag erscheint nur alle zwei Monate. Der zweite: Auf den Titelbildern sind nicht etwa bekannte Popsänger, sondern unbekannte Christen. Der dritte: Wer in Teensmag nach Christina Aguilera, Robbie Williams oder vielleicht den Backstreet Boys sucht, der findet sie nicht. Es sei denn die haben sich irgendwie zu ihrem Verhältnis zu Gott geäußert.

Deshalb kenne ich in der aktuellen Ausgabe auch nur Mia Aegerter (die hat vor Jahren mal in GZSZ mitgespielt), Nicole Kidman (weil sie sich angeblich an ihre katholischen Wurzeln erinnert), Natalie Alison (nee, muss man nicht kennen, ich kenn die auch nur, weil das gerade die Tussi von Dr. Gerner ist), die Fanta 4 (die sind da aber nur drin, weil ein Jungpastor bei ‚troi“ bemerkt hat, dass er eine Konstante in seinem Leben braucht), Mariah Carey (dass die oft von Gott und Co, spricht, ist ja allgemein bekannt), Patrick Nuo (der hat auch überall seine Finger drin). Von Calling all Nations, Sonicflood, Normal Generation oder Focus in God habe ich bisher noch nie was gehört.

Weiter geht es mit der seltsamen Sprache in dem Heft. Ja, ich weiß, auch Bravo will irgendwie jugendlich daher kommen. Aber wenn ich Sätze höre wie „Christ sein ist nicht babysoft“, dann kringeln sich schon meine Fingernägel. Anderes Beispiel ist der Bericht über das Teensmag-Geburtstag-Camp. Dieser Beitrag hätte genauso gut in irgendeiner schlechten Schülerzeitung stehen können, Erlebnisbericht pur, in einem Tagebuch hätte er sich auch gut gemacht. Tja, und dann kommen wir auch schon zum nächsten seltsamen Ding in diesem Heft: den Themen.

Klar, dass ein Heft, welches sich das Wort „Glaube“ auf den Titel schreibt, sich viel mit Gott, Christen und Glauben auseinander setzt. Seltsam ist es allerdings schon. Zum Beispiel die Rubrik: Leben live, Gott auf frischer Tat ertappt. Da schreibt zum Beispiel Sonny (14), dass er schon immer einen Schülerbibelkreis gründen wollte und es nun endlich auch geklappt hat. Oder Franzi (14) berichtet von einem tragischen Unfall, bei dem ihr Bruder beinahe gestorben ist. Manchmal erinnert das ganze sehr an „Im Vertrauen“ für Kleine.

Natürlich darf in einem Heft für Junge keine so genannte „Dr. Sommer-Team“-Seite fehlen. So fragt Juliane (13), wie sie Jens aus ihrer Klasse helfen kann, weil dieser von seinen Mitschülern gemobbt wird. Natürlich wird ihr geraten, dass sie den guten das nächste Mal einmal öffentlich in Schutz nehmen soll. Klar, aber auch, dass die gute Katrin meint, dass das Beten für Jens helfen wird. Mannmannmann.

Ein paar Seiten weiter findet man dann auch das Pendant zu „Liebe, Sex und Zärtlichkeit“. Hier heißt das ganze natürlich nicht genauso (nur so ähnlich: Liebe, Sex und Körperkult) und klar auch, dass es weniger um Abspritzen, Ausfluss und Analfixiertheit geht. Die Frage des Beitrags lautet: Gehört Sex einfach dazu? Und was rät die gute Ute? Nach mehreren Spalten pädagogischem Scheiß gibt es noch ein Bibelzitat, bis sie dann mit den Worten schließt, dass man seinen Gefühlen vertrauen und sein Herz behüten soll. Na, prima, würde man in der deutschen Parallelgesellschaft sagen.

Am lustigsten ist allerdings die „Gruß & Kuss“-Seite. Da Teensmag vor allem in der Schweiz gelesen wird, findet man dort Geheimbotschaften à la „Ganz fedde Griaße an d’Fisherman’s Friends: s’Himberle, s’Äpfele, dr Schofskäs, s’Oschderei, s’Brätzele, d’Kiwi, d’Flips ond s’Geckele. Hab eich elle super-mega-arg-lieb. Eier Caprisonne.“ Ja, und wenn wir fertig sind, dann treffen wir uns alle in der großen Salatschüssel wieder. Amen.

Link des Tages

Herr Broder und die Briefe von WinWin. Ein Rechtsabteilungsfuzzi mit Humor.
(via)

Und demjenigen, der Fernbeziehungen erfunden hat, gehört mal so richtig der Arsch versohlt.

Was macht eigentlich…

Robbie Williams? Hat ein neues Album aufgenommen. Titel: „Intensive Care“. Laut Popkulturjunkie kommt es im Oktober raus.

Und dann gibt es sie doch noch: Busfahrer, die, obwohl man nicht an der ausgezeichneten Haltestelle steht, nach kurzem Rumwinken anhalten und einen einsteigen lassen. Mehr davon. Viel mehr. Besonders hier.

Daily Pleasure? Von wegen

Wenn man jeden Tag wieder vor den Nachrichtenagenturen sitzt und einem die Meldungen nur so um die Ohren gehauen werden, dann ist der Kopf am Abend sehr oft sehr leer. Und immer wieder die blöde NASA, die blöde ARD mit ihrer Korruptionsaffäre (ich hab es satt, immer wieder „Neue Enthüllungen im Fall Emig“ zu schreiben), blöde Tote bei Wetterkatastrophen und tote Kinder. Ach ja, und in dieser Woche gesellte sich noch ein Amokläufer und ne untergegangene Bohrinsel hinzu. Ja, is so, irgendwie immer die gleiche Soße, wer will das schon lesen? Erst seitdem ich diesen Job hier mache, nehme ich diese ganzen Kinderschicksale wieder wahr, jahrelang habe ich die Augen zugemacht, weil ich es nicht ertragen konnte, immer wieder von diesen durchgeknallten Kerlen oder Familien zu lesen, die Kindern so etwas antun. Derzeit hilft das nicht mehr.

Dieser Herr hat Mitleid heute bitter nötig.

zappen

Und jeden Abend „das schwierigste Wort, was wir hier bei Neun Live haben“. Dazu der geschockt dreinblickende Blondie,, wenn der „hot button“ pulsiert.

It’s the Generation, Baby

„Dafür habe ich schließlich 25 Jahre gearbeitet“, sagte er.

schreib, schreib

Wann ich das letzte Mal in mein Tagebuch geschrieben habe? Ich kann mich nicht erinnern. Meistens krame ich es um die Weihnachtszeit heraus, dann schreibe ich ein, zwei Sätze und dann lese ich viel lieber ein bisschen darin. Ich wühle mich dann zurück in die Zeiten, in denen ich schrecklichen Liebeskummer hatte, als ich im Krankenhaus lag und es mir furchtbar ging. Wenn ich Pech habe, dann geht mir das Geschriebene nahe. Dann weine ich und bedaure mich ein bisschen und schlafe ein. Seit ich diese Seite hier führe, ist das Tagebuch schreiben rar geworden. Das liegt nicht daran, dass ich das, was normalerweise in das dunkle DIN-A-5-Büchlein gehört, hier verbrate, sondern eher daran, das diese Dinge in den Computer wandern. Oder im Kopf bleiben.

Seit ein paar Tagen schreibe ich wieder auf Papier. Das Büchlein ist noch kleiner, (wenn auch nicht so klein) und diente bisweilen als Stichwortgeber für Blogeinträge, jetzt wird es erwachsen. Und ich ja vielleicht auch noch ein Stück. (ach, so viel zu schreiben, was nicht hierhin gehört.)