Meine Mutter

Die Musikgeschmäcker zwischen meiner Mutter und mir lagen schon immer sehr weit auseinander. Während sie auf Typen wie Udo Lindenberg und Rod Stewart stand, hatte ich für ihre Begeisterung wenig Verständnis. Auch später war es nie so, dass sie sich ernsthaft für die Musik ihre Zöglinge interessierte. Zwar geht sie regelmäßig zu den Konzerten meines Bruders, doch hat dieses Fansein andere Gründe als die Begeisterung für die von ihm praktizierte Musik. So ergab sich in unserem gestrigen Telefonat folgende Unterhaltung über Musik.

Mutter: Der C., der war gestern auf dem Mark-Knopfler-Konzert.
Ich schweige. Und überlege. Sag jetzt bloß nichts falsches, hatte sie nicht vor einigen Monaten davon erzählt, dass sie sich eine neue CD gekauft hatte? Eine von Mark Knopfler?
Tochter: Naja.
Mutter: ignoriert die abfällige Äußerung Hätte er mir ruhig Bescheid sagen können, dass er da hingeht.
Tochter: vorsichtig Du hast doch auch eine CD von dem, oder?
Mutter: Ja, und ich mag die Musik.
Tochter: Darfst du ja auch, aber das C. sowas hört.
Mutter: Ja, hat mich auch gewundert. Aber ich darf das! Ich bin ja noch ein paar Jahre älter.

Klingelingeling

Soweit isses also schon: Da wartet man eine Ewigkeit auf das neue Coldplay-Album (hab ich schon erwähnt, dass ich mir die Jungs Ende Juni in Berlin anschauen werde?) und dann so was. Veröffentlichen die zuerst den Klingelton und erst danach die Single. Ts.

Hören: Interpol

Vorbands werden ja auch überschätzt, sagt man. Was bedeutet, dass man sie dann und wann einfach auch mal weglassen kann. Finde ich, finden wir. Aber auch ohne das Vorprogramm war das ein perfekter Abend. Wirklich. Mit einem bewegungslosen Paul Banks. Er muss es bedauert haben, sein Gesicht beim Singen zu verziehen. Und die Finger beim Gitarre spielen zu bewegen. Erst bei ‚Evil‘ verselbstständigte sich sein Bein und wippte leicht. Ganz leicht. Beim nächsten Song hatte er es wieder unter Kontrolle. Hach.

Seit wann ist es eigentlich wieder angesagt, bei einem Interpol-Konzert auch ein Interpol-T-Shirt zu tragen? War das nicht mal unheimlich uncool? Ach ja, das Publikum. Würde Bücher füllen, aber egal.

Kleiner TV-Tipp zwischendurch, also schon wieder: Morgen 20:15 im Ersten Der Stich des Skorpion. Mit Martina Gedeck, Jörg Schüttauf, Matthias Brandt.

Anschauen!

Ja, ich weiß, so langsam nervt es. Die Zeitschriften sind voll von Werbung, die Redakteure schreiben sich die Finger wund, gibt ja fast keine Zeitung/Zeitschrift mehr, in der kein Schreiberling diese neue Serie angekündigt hat, die morgen auf ProSieben startet. Selbst Klohäuschen bleiben nicht verschont. Trotzdem: Ich will euch allen diese tolle Serie ans Herz legen. Und vergesst Sex and the City! Jeder Artikel, der dir weismachen will, dass die Vorstadtfrauen irgendwas mit den Singlefrauen aus New York zu tun haben, lügt. Klar, es sind auch vier an der Zahl, aber das war’s dann auch schon.

So, Bildungsauftrag erfüllt genug Werbung gemacht: Anschauen. 21:15! (Wer guckt schon Fußballspiele, in denen Bayern München mitspielt? Pah.)

mannmannmann

Aus der Reihe Schauspieler, die sich auch mal so richtig lächerlich machen wollten: Vin Diesel. Wie gesagt, läuft am Donnerstag an.

Nachtrag Wassernot

Ich hatte mir so viel Mühe gegeben und alles, was ich als Antwort bekam, waren diese lausigen Zeilen:

Sehr geehrte Frau F.,

vielen Dank für Ihre Anregung.
Diese haben wir gerne an die
entsprechende Abteilung weitergeleitet.

Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.

Ihr VOLVIC-Team

Exklusiv in Düsseldorf!

London Eye jetzt auch am Rhein.

FILM: Unbreakable

Das war er also, mein zweiter Film mit Bruce Willis (der erste war Pulp Fiction), den ich auch nur geschaut habe, weil der Mann meines Herzens drauf bestanden hat. War gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Kann aber auch an Samuel L. Jackson gelegen haben.

Wassernot

Den folgenden Text musste ich soeben an Danone Waters Deutschland, Hersteller der Wassermarke Volvic, schicken. Es ging nicht mehr anders.

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahren bin ich begeisterter Volvic-Trinker. Um immer ein gutes Wässerchen in meiner Wohnung zu haben, kaufe ich meist gleich einen Kasten mit sechs Flaschen drin. Und das ist auch schon der Grund für meine Mail an Sie. Diese Plastikkästen sind einfach, entschuldigen Sie die derbe Sprache, eine große Scheiße. Während es Bierhersteller schaffen, die Ränder ihrer Kästen tragefreundlich auszustatten, warte ich seit Jahren auf eine Veränderung der Wasserkästen. Das harte Plastik schneidet ein, tut weh und gerade für Kunden, die nicht mit dem Auto ihre Einkäufe erledigen, wird der Wasserkauf so jedes Mal zu einer Tortur. Bitte nehmen Sie sich ein Beispiel an zahlreichen Bierkästen und gestalten Sie ihre Wasserbehälter um. Millionen Frauen, ach was, auch Männer (schließlich sind sie die derzeitigen Leidtragenden, die samstäglich immer für das Kistenschleppen missbraucht werden), werden es ihnen danken.

Mit den besten Grüßen

Franziska