Danksagung
Und dann kommt man nach Düsseldorf und zwischen all den Rechnungen lugt ein Amazon-Paket hervor. Von meiner Wunschliste. Mit Dank an Herrn Sebas.
Und dann kommt man nach Düsseldorf und zwischen all den Rechnungen lugt ein Amazon-Paket hervor. Von meiner Wunschliste. Mit Dank an Herrn Sebas.
‚Wenn die Schulkameraden anschließend erzählen, Sie wollten schon mit 17 Ministerpräsident werden, wenn die Lehrer »jegliche soziale Fähigkeiten« bei Ihnen vermissen – dann sind Sie auf einem guten Weg.‘
Jan Heidtmann im SZ Magazin

Ich mag Robert Gernhardt, gehöre zu den Personen, die mehrere Gedichtbände von ihm im Schrank stehen haben. Ab und zu blättere ich darin, schmunzle und mich ärgere, dass ich nicht selbst so lustige Reime schreibe. So schwer kann das doch nicht sein.

Und dann betritt er die Bühne des Hamburger Schauspielhauses, langsam findet er seinen Weg, packt seine kleine Klingel aus und legt los. Ich weiß bis jetzt nicht, ob er die Überleitungen zwischen den einzelnen Texten vom Blatt abliest oder ob er immer so gewählt spricht. Er beeindruckt mich. Wer hätte gedacht, dass ein Gedichte-Abend so unterhaltsam sein kann? Und dann: Er redet und ich lache viel. Bin froh, dass es den anderen beiden ebenso gefällt. Danach fahren wir ins Schanzenviertel, trinken ein wenig, bis ich gegen halb zwei betrunken in mein Bett falle. Ein guter Abend war das, hier in Hamburg.
Meine zweite Woche, mittlerweile haben wir Mittwoch und ich merke allmählich, was mir fehlt. Routinen.
– Das tägliche Ritual: Zeitung lesen. Erst die BILD. Ich schaffe es auch in diesen Tagen jeden Morgen einen Blick hineinzuwerfen. Seltsam dick ist die Hamburger Ausgabe. Dann die FTD, klar, ich könnte sie mir kaufen. Die tägliche FAZ. Dafür zwar ab und zu ein Blick in die Hamburger Morgenpost, die für ein Boulevardblatt seltsam jugendlich daher kommt. Gefällt. Mehr davon. Doch nur Boulevard macht nicht glücklich und so merke ich, dass ich in den kommenden Tagen wieder anders lesen sollte.
– Spätestens um halb zwölf klicke ich auf Altpapier, Kress, Jonet. Wenn alles gut geht. Jetzt schaue ich manchmal gegen Abend vorbei, wenn ich es nicht vergesse.
– Und Abends? Meine tägliche Ration Fernsehtrash fehlt mir sehr. Auch die Nachrichten, klar, aber meist entspanne ich bei irgendeiner dämlichen Serie. Gern hätte ich am Montag bei Herrn Ulmen vorbeigeschaut, gern auch bei Frau Schöneberger (diese Musiksendung). Und heute gern auch bei Zapp, nachdem ich heute schon den Chef kennenlernen durfte, der über Ethik sprach.
Ein seltsames Gefühl macht sich breit: Die eigenen vier Wände fehlen, die vertraute Umgebung, das Büdchen vor der Tür. Der Plausch mit den Lieblingskollegen. Und irgendwie auch Düsseldorf.
Heutiger Termin: Interviewtraining. Passend dazu das völlig schief gelaufene Interview in der WELT. Großartig, wenn die Praxis gleich so anschaulich verdeutlicht, wie scheiße so etwas laufen kann.
Namensalzheimer.
‚Man hört sie schon von Weitem am Schrappen ihrer Stöcke. Sie sind gefährlich, gemein und rücksichtslos. Sie werden immer bedrohlicher, ich verachte sie zutiefst: Walker.‘ von Spiegel Online
Er war unschwer zu erkennen. Lässig stand er im Eingangsbereich des Kinos, die Hände in den Taschen seiner grauen Hose vergraben. Sein Blick auf den Bildschirm gerichtet. Das Haar saß – wie immer. Er hatte bereits entschieden und was er nicht wissen konnte: Ich war ebenfalls entschlossen. Entschlossen mich seiner Wahl zu unterwerfen. Und so wagten wir um kurz vor acht den Gang in Kino 6, ließen Alexander und ‚After the Sunset‘ hinter uns, hinein in die Sessel in Reihe 7. Niemand wartete auf uns, wir sollten die ersten sein.
Beinahe hätten wir es geschafft: Zu zweit im Kino. Doch leider wollten noch ungefähr zehn andere dabei sein. Dabei im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus, den eine Gruppe von unerschrockenen Helden führt, dem Team America. Sie sind skrupellos, denn das einzige, was zählt, ist der Sieg. Da geht schon einmal der Eiffelturm zu Bruch, fliegt eine Pyramide in die Luft oder Kairo wird in Schutt und Asche zerlegt, egal, Hauptsache das Team besiegt die Terroristen mit ihren Massenvernichtungswaffen.
Wer sehen will, wie sich Michael Moore als Selbstmordattentäter in die Luft sprengt, wie lustige Marionetten miteinander vögeln (in allen Stellungen, Young Adam war diesbezüglich wirklich harmlos), wie Schauspieler wie Susan Sarandon, Alex Baldwin, Sean Pean aber vor allem Matt Damon (!!) wahnsinnig lustig verarscht werden, wie Ben Affleck ein weiteres Mal zum Affen gemacht wird, ohne dass er selbst schauspielert, wie lustige Lieder mit Zeilen wie ‚Pearl Harbor sucks and I miss you‘ gesungen werden und vor allem, wer sehen will, wie Franziska ungefähr 98 Minuten durchlacht, der sollte sich ganz schnell zwei Kinokarten kaufen und mir eine Mail schreiben. Ich würde ihn sogar noch ein zweites Mal schauen.
Danke, Herr Sebas, super Abend. Aber Mainstream war das nicht.
Viel erreicht, ein bisschen Kraft gegeben. Jetzt heißt es abwarten und da sein. Am Telefon jederzeit und nun auch wieder öfter vor Ort.
Ich verspreche, dass ich am heutigen Samstagabend wirklich nur zufällig auf das Erste geklickt habe. Und ich verspreche auch, dass es nur pure Neugier war, dass ich dort mehr als 3 Sekunden verharrte. Denn, you know what, Florian Silbereisen kündigte nicht etwa den nächsten Schlageract an, nein, das tat wenig später Gunter Emmerlich für ihn, er, der Florian und Wunsch-Schwiegersohn aller Damen jenseits der 70, durfte singen. Naja, singen ist vielleicht ein bisschen übertrieben, er durfte das Mikro halten, den Mund bewegen und ein wenig hin und herwiegen. Muss man ja auch können. Zwischendurch hat der liebe Florian dann auch mal verschmitzt gelächelt, pädagogisch wertvoll den Zeigefinger geschwungen, muss er ja machen, wenn der Text es verlangt, weil Performen will ja in Zeiten von Dee! und Co. gelernt sein. A propos, muss gelernt sein: Flori, da müssen wir aber noch mal ran. Du kannst doch nicht zwischen Augenzwinkern, Arme schwingen und Mund bewegen nicht auch noch die ganze Zeit treudoof nicken?