Fortuna – Union: 0:1


Das Ergebnis, herrjeh, das war schlimm. Eine Mannschaft, die zu 90 Prozent im Ballbesitz ist und dann, sobald sie den 16-Meter-Raum betritt, verunsichert versucht, den Ball so schnell wie möglich wieder loszuwerden und dabei zufällig noch ein Tor zu erzielen, nun ja, warum sollte eine solche Mannschaft gewinnen oder besser noch: endlich einmal in die zweite Liga aufsteigen?

Ich weiß nicht, wie die Fortunen sonst spielen, ich weiß nur, wie sie an diesem Sonntag gespielt haben. Vielleicht spielt man ja auch so, in der dritten Liga, das kann ich wirklich nicht beurteilen, zumal ich ja normalerweise Bundesliga-Spiele und internationalen Fußball gucke, wenn ich ihn gucke. Aber so viele Fehlpässe, fehlende Kreativität in der Spielführung (mal über die Seiten kommen, besonders dort entlang, wo nicht gerade alle stehen) und so schlaffe Torschüsse – ja, was soll man dazu noch sagen. Vielleicht noch, dass bei den meisten auf dem Feld sogar der Biss, der Wille fehlt, ein Spiel noch einmal herumzureißen

Spannend auch die Fans. Hinter mir saß ein Bernd (Wirklich!), der die ganze Zeit schimpfte. Auf die Spieler, auf den Trainer, auf den Schiri. Aber vor allem auf die Spieler und den Trainer. Die ganze Zeit. Wie kann so jemand nur vermutlich so regelmäßig zu diesen Spielen gehen? Um sich aufzuregen? Weil so anders werden die Fortunen doch nicht spielen?! Und er ist nicht alleine. Im Stadion saßen ganz viele dieser Bernds (Bitte beachten Sie die Doppeldeutigkeit), die alle nur rummeckerten, unzufrieden mit der Mannschaft (und vermutlich auch mit ihrem Leben, aber das spielt auf dem Platz glücklicherweise keine Rolle). (Eigentlich müsste ich noch von dem Sitznachbarn erzählen, der einen nicht unerheblichen Teil seiner Zeit im Stadion damit verbrachte, Freunde im Fanblock hinter dem Tor anzurufen und sich gegenseitig zu finden, mit Aufstehen, Winken und Beschreiben („Gleich hinter dem Ordner rechts“), und so.)


Und in der Pause dann auch noch das. Das Altbier floss nicht. Also wirklich. Weshalb sich vor dem Getränkestand eine ziemlich lange Schlange bildete und viele nötigte, Pils zu trinken. Das machte die Schlange aber nicht kürzer, weil so auch die Pilszapfer nicht so recht mit der Bedienung hinterherkamen.

Am Ende dann – trotz Niederlage – freundliches Klatschen. Auch als die Mannschaft dann noch einmal auf den Rasen trat, um sich von ihren Fans zu verabschieden. Der Hass – verflogen. Das war er also, der Sonntagskick. Verloren – na und. Der Aufstieg – in die Ferne gerückt. Aber darum scheint es bei Fortuna nicht zu gehen.

Wer soll das bloß verstehen?


Mein erstes Mal: Eishockey


Die Neugier war zu groß: Ich wollte einfach mal wissen, wie das so ist, im ISS Dome. Beim Eishockey. Deswegen ging es am Ostersamstag in den Play-offs zur deutschen Meisterschaft zur DEG gegen die Eisbären. Die Plätze: im Block 214. Die Sicht: super. Die Stimmung: noch superer. Hätte niemals gedacht, dass ich das mag. Das? Nun ja. In diesem Dome herrschte eine Stimmung, die ich bei einem Fußballspiel oder irgendeiner anderen Sportveranstaltung bisher nie erlebt habe.

Das liegt sicherlich daran, dass dieses Event perfekt inszeniert wird. Zu Beginn die richtige Musik mit Lichtshow und so, dann die Aufstellung, die von den Fans mit dem Abbrennen von Wunderkerzen begleitet wird. Dann der Einlauf der Mannschaft, die Nationalhymne, der Beginn des Spiels. Zu Beginn hatte ich große Probleme, zu verfolgen, wo eigentlich gerade der Puck ist. Denn das Spiel ist schnell, verdammt schnell.

Das Ereignis Eishockey hat mich so beeindruckt und mir so viel Spaß gemacht, dass ich sogleich entschied: Da musste nochmal hin. Hab ich dann auch: am Mittwoch. Im vierten Spiel um die Meisterschaft. Dass die DEG verloren hat (siehe Foto oben).

Dieses zweite Spiel habe ich einen Block tiefer geschaut, also näher dran am Geschehen (dafür aber schlechterem Überblick über das Spielfeld), und näher an den echten Fans. Die auf den Stehplätzen.


Einerseits war es natürlich ein seltsames Gefühl, da in einem Stadion, in dem die meisten der Anwesenden für Düsseldorf waren. Und ich natürlich auch wegen des beruflich vorgegebenen Lokalpatriotismusses niemals auf die Idee kommen würde, gegen Düsseldorf zu sein. Andererseits aber auch ein tolles, weil man ja schon irgendwie dazu gehört. Und die Berliner Vergangenheit ja nun auch so lange zurückliegt, dass dieses Fremdgeh-Gefühl nicht mehr vorhanden ist.

Fazit also: Eishockey ist schon super, weil schnell und emotional. Und Düsseldorf ist auch nicht soo übel. Wenn auch nicht so erfolgreich. Am Sonntag geh ich zu Fortuna. Ebenfalls gegen Berlin. Bin mal gespannt.

Prater


Ich schreibe ja so wenig. Also hier und wahrscheinlich auch überhaupt. Eigentlich stimmt das nicht. Für den schnellen Satz nutze ich nur oft Twitter. Und morgens und abends, also zu der Zeit, zu der ich früher immer mal Zeit hatte, um hier ins Internet zu schreiben, schlafe ich jetzt. Oder mache andere Sachen. Und weil ich seit Berlin noch nicht dazu gekommen bin, mal meine Fotos alle von der Kamera zu laden, dies aber jetzt getan habe, gibt’s wenigstens ein Foto. Ein schönes, wie ich finde.

Der Poken-Hype

Alle, wirklich alle, haben in Berlin irgendwann über diese Poken gesprochen. Mittwoch, Donnerstag und auch den halben Freitag hatte ich meine Neugier im Griff. Am Abend dann wollte ich auch so ein kleines Bienchen haben. Und jetzt habe ich das Bienchen und ich habe es nun auch endlich geschafft, mein Bienchen auf der Webseite zu registrieren, mir ein hübsches Visitenkärtchen zu designen und mal zu schauen, mit welchen Leuten ich am Freitagabend meine Kontaktdaten ausgetauscht habe.
Und da sind wir auch schon bei dem Bekloppten: Ich habe mich mit Menschen kontaktet, dessen Namen ich nicht kannte, aber nun habe ich die Möglichkeit, mir das Xing-, Twitter- und Facebook-Profil der Leutchen anzuschauen. Das ist spannend, sicherlich, aber irgendwie wäre es auch spannend gewesen, einfach ein paar Worte zu wechseln und den Lebenslauf oder so durch Nachfragen zu erschließen.
Noch seltsamer: Man kann bei Poken seine ganzen Profile hinterlegen, Facebook, Xing, Twitter und all die anderen Netzwerke, die es da draußen so gibt. Aber nicht, indem man einen Link setzt, nein, man muss immer seine Login-Daten angeben. Das macht mir Angst, weil ich noch nicht so recht erkannt habe, warum die Poken-Menschen diese Daten haben müssen.
Übrigens: Seit meiner Abreise aus Berlin schlummert das Bienchen in meiner Tasche. Bin gespannt, wann ich es das nächste Mal zum Datenaustausch benötigen werde. Und ob daraus wirklich was Massenkompatibles entsteht. Wie das Internet und so.

Nerds

Ich mag ja den „Elektrischen Reporter“.

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Hihi

Ich bin ja seit der Re-publica den Literal-Version-Videos verfallen. Aus gutem Grund!

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Berlin (5)

Auch in Berlin ist nach dem kurzen Ausflug in den Sommer der Frühling zurückgekehrt. Hatte morgens optimistischerweise meine Jacke schon in die Tasche gepackt. Ansonsten war der letzte Tag kurz. Lange schlafen, auschecken, Fahrkarte besorgen, frühstücken, noch ein bisschen Berlin tanken (Rumlaufen, Flohmarkt, sowas), fahren.

Hab was für jetzt.de geschrieben. (Ja, Name ist falsch geschrieben, ich weiß auch nicht, warum die meine E-Mail-Adresse nicht einfach abschreiben können.

Als ich zuhause ankam, hatte ich (Oh, Wunder) sogar Post. Von der FAS. Für meine langjährige Treue erhalte ich eine Flasche Crémant. Suche immer noch den Haken bei dieser Aktion.

Apropos Zeitungslesen. Wenn man den ganzen Tag mit Leuten redet, anderen zuhört, die Sonne da draußen genießt und nicht zum fernsehen kommt, dann ist Zeitungslesen gar nicht so übel. Dann lese ich nämlich sogar die Gipfelberichterstattung, die ich unter normalen Umständen (TV-Wirklichkeit! Internet-Wirklichkeit!) ignoriert hätte.

So. Und nun reicht’s auch erstmal wieder mit dem Tagebuchbloggen.

Berlin (4)

Ein Tag nach der Re-publica und ich denke immer noch darüber nach, was ich gelernt habe, wie ich alles so fand und was man (ich) hätte besser machen können. Ich bin immer noch der Meinung, dass Marcus und Johnny und Tanja und all die anderen, die dazu beigetragen haben, dass die Re-publica zu dem wurde, was sie war, einen wirklich tollen Job gemacht haben. Viel Abwechslung, viele so genannte Nischenthemen, bei vielen Panels auch mal jemand, der nicht unbedingt zu den üblichen Verdächtigen zählt – wirklich gut. Man merkte der Re-publica an, dass sie erwachsener geworden ist, aber dies stand und steht ihr gut.

So langsam füllt sich das Netz auch mit weiteren Resümees. Hinweisen möchte ich auf die Texte bei der Mädchenmannschaft und im Mädchenblog. Wirklich berührt hat mich allerdings der Text von Jette, die ja eigentlich auch bei der Re-publica dabei sein wollte, aber aus bestimmten Gründen (Read it!) doch verhindert war. Beinahe muss man sagen, zum Glück. Denn ich weiß nicht, ob sie sonst so toll darpber geschrieben hätte, warum sie bloggt.

Aber zum Glück ging’s heute ja nicht nur ums Internet. Ich war ganz froh den Tag mit ein bisschen Real Life zu verbringen. Zum Zoo, ins Kadewe und dann zurück in den Osten. Die Gegend rund um den Kollwitzplatz wirkte auf mich wie eine pinkfarbende Wolke – so viele Menschen, mit Kindern, hübschen Kleidern in Cafés und so – das kann doch nicht das wahre Leben sein.

Was ich nicht verstehe: Wenn Toiletten in Hotelzimmer nur in Milchglas gehüllt sind, Bionade Quitte und immer wieder nicht den Erfolg dieses Punk-Italieners auf der Schönhauser Allee.
Immer wieder gerne: Bircher Müsli bei Carras.
Größte Enttäuschung: der Besuch in meinem Lieblingsschuhladen.
Größte Entdeckung: ein Drykorn-Blazer.

Berlin (3)

Dritter und letzter Tag bei der Re-publica. Ein aufregender Tag. Mit ein paar Fehlentscheidungen. 1. Ich habe aufgrund doofer Frühstücksplanungen den Vortrag von Esra’a Al Shafei verpasst. Genauso wie die anschließende Podiumsdiskussion. Stattdessen habe ich darauf gewartet, dass mir Jimbo Wales noch einmal das Prinzip von Wikipedia erklärt. Ich verstehe ja wirklich nicht, warum jemand, der seinem Auditiorium zunächst die Fragen stellt, wer denn schon einmal Wikipedia genutzt und sogar selbst dort geschrieben hat, nur um dann, obwohl sich auf beide Fragen mehr als die Hälfte der Leute gemeldet haben, trotzdem einen Einführungsvortrag zu Wikipedia und Co. zu halten.

Wirklich, wirklich gerne hätte ich auch noch den Worten von Mary C. Joyce gelauscht, die über den Wahlkampf von Barack Obama referiert hatte, aber da war ich schon damit beschäftigt, meine eigene Nervosität zu bekämpfen und die der anderen. Denn wenig später sprachen wir ja in einem durchaus gut gefüllten Raum über „Babykotze und das Iphone“. Eigentlich mit Anke geplant, versuchte ich, zu zeigen, dass es da draußen eine große Zahl von hervorragenden Blogs gibt, die zufällig auch von Frauen geschrieben werden. Was wirklich toll war: Schnell entwickelte sich eine Diskussion im gesamten Raum, jeder hatte etwas zu sagen und die meisten taten dies auch. Wir hatten uns bewusst für den kleineren Raum entschieden, und ich glaube, dass es in einem größeren Raum vielleicht nicht eine solche Diskussion gegeben hätte, eine, die ohne Anfeindungen auskam und doch so viele Facetten aufzeigte. Was mir nicht so recht gelang: klarzumachen, dass es nicht darum geht, bei einer Veranstaltung wie der Re-publica auf allen Veranstaltungen eine Quotenfrau einzusetzen, nur um zu zeigen, dass es auch Frauen gibt, die da draußen im Netz schreiben, filmen, bloggen. Nein. Nur ein Plädoyer, dass es da draußen eben auch andere Themen gibt, die durchaus lesenswert sind. Das sind stellvertretend die überaus amüsanten Geschichten von dasnuf, die vielen vielen Shoppingtrips der Lesmads-Mädels, die ernsthaften Berichte im Mädchenblog und die fachkundigen Beiträge von Katti bei macnotes. Nun gut.

Beim Abschiedsbier erlag ich dann doch noch dem neuesten heißen Scheiß in der Webgemeinde, dem Poken. Obwohl ich mich an den vergangenen Tagen dagegen gewehrt hatte, bin ich nun doch im Besitz einer kleinen Biene.

Nach einem Besuch beim Inder („mit Farbstoff und Knocken“, Kritik folgt demnächst bei qype) ergab es sich (Ok, ich geb’s zu, ich followe halt @kesslermichael und habe seine Nummer gewählt), dass wir wenig später im TV-Taxi saßen und den Berliner Zuschauern erklärten, was Twitter ist, warum es Followerpartys gibt und ob wir sonst auch noch einen anderen Knall haben. @Kesslermichael begleitete uns dann auch noch mit der Kamera zu der Party und @tknuewer ließ es sich nicht nehmen, noch schnell seine Kamera zu zücken und den ganzen Quatsch zu filmen. Eine Geschichte, gut genug, sie irgendwann einmal seinen Enkeln zu erzählen. Mit Belächelgarantie.

Jetzt liege ich im Bett und blicke zufrieden auf eine Re-publica zurück, auf der ich unfassbar viele neue Menschen kennengelernt, tolle Gespräche geführt und jede Menge neue Eindrücke gewonnen habe. (Und sogar ne Idee für ne Klickstrecke. Aber das nur am Rande.)

In eigener Sache: re-publica

Wer am Freitag (heute) übrigens Lust hat, ein bisschen übers Bloggen zu plaudern, der sollte doch einfach zu „Wenn Frauen bloggen: Warum Babykotze genauso relevant ist wie das iPhone.“ kommen. Gemeinsam (und leider doch ohne Anke) wollen wir einen klitzekleinen Einblick in die mysteriöse Welt der Blogs werfen, die von Frauen geschrieben werden. Es gibt nämlich sehr viele davon.

(15 Uhr, Kalkscheune, Kleiner Saal)