Kundenservice

– Ja…? – Mein Name ist Meyer.
– Was kann ich denn für Sie tun, Herr Meyer?
– Einmal Currywurst mit Pommes hätte ich gern. – äh… (ein Verrückter!)
– Nein, ich wollte nur mal wissen, ob Sie in ihrem Artikel da die Rendite vor oder nach Steuern meinten. (Der Kopf läuft rot an, Schweiß bricht aus, der erste Leser, der mich auf einen Artikel anspricht…)
– Äh, vor Steuern.
– (glücklich) Das war’s auch schon.
– Und an dem Lieferservice für Fast Food arbeiten wir noch.
– Ach, ich wollte heute sowieso lieber was Leichtes essen. Bei dem Wetter.
– Na, dann viel Spaß mit einem Salat…
– Ja, das ist eine gute Idee. Tschüß.

Name geändert, Verlauf des Gesprächs nicht.

Ausflug in der Pinkelpause

Bier auf der Wiese – nein, nicht verschüttet, sondern getrunken verursacht bei den Konsumenten sehr schnell einen enormen Druck auf der Blase. Schön, dass die Stadt für eben diese Bedürfnisse diese lustigen, kleinen Häuser bereitstellt, die man gegen das Entgelt von rund 30 Cent benutzen darf. Manchmal besteht der kleine Computer auch auf 5 Cent mehr, deshalb diese Ungenauigkeit.
Mit einem Zischen wie bei Raumschiff Enterprise öffnet sich die Tür, der Blick fällt auf feinstes Hightech. Nicht nur, dass der sich Entleerende während der Reise mit dem Raumschiff mit Dudel-Musik beschallt wird – was tut die Stadt nicht alles für die Entspannung seiner Anwohner – die Ausstattung ist wirklich bewundernswert. Welche öffentliche Toilette kann gerade abends mit Klopapier aufwarten? Ich kenne nur wenige.

Per Knopfdruck bediene ich die Spülung, schwebe hinüber zum Waschbecken. Wiederum auf Druck: Wasser, Seife, Wasser und weil es so viel Spaß macht auch noch der Knopf für die heiße Luft. Braucht man im Weltall wirklich heiße Luft?

Weiterschweben zur Tür? Beam mich raus, Scotti. Per Fußtritt zischt die Tür, zurück am Rhein.

Übers Schreiben

‚Ich (…) bin ein Autor, ein Gesetzloser. Ich schreibe, wie ich will. Das Wichtigste für mich ist, dass ich in Worte fasse, was ich fühle, und nicht in Kommas. Schreiben ist eine rumpelige Straße. Schreiben ist schwer. Ich weiß, dass ich Tage habe, wo ich elendig schreibe und nichts zu sagen habe. Aber das hat nichts mit der Rechtschreib-Reform zu tun. Ich bin leer, ich habe nicht geküsst, ich habe nichts gefühlt.
Ich hoffe auf morgen, auf den besseren Satz.‘
aus Wagners Worten

Bei schönem Sonnenuntergang darüber gesprochen, dass zu enge Hüfthosen Schäden verursachen können. Angeblich käme es zu einer Beckenfehlstellung. Dass die geilen Teile nicht gut für die Nieren sind, habe ich ja nun schon von der Großmutter gelernt, und den schlechten Gang durch Flipflops kenne ich auch zu gut, aber Fehlstellungen durch Hüfthosen? Ich weiß nicht.

Spannung

Es ist dunkel. Wie im Theater. Die Türen sind bereits zu. Der Vorhang ist geschlossen. Noch. Und lastet auf allem. Die Geschichte steht im Programm. Erst wenn der schwere Stoff sich langsam beiseite schiebt, geht es wirklich los. Diese leise Aufgeregtheit, bis sich der Vorhang öffnet. Warten, bis die Bühne erleuchtet ist. Erst dann weiß man, ob sich die im Kopf geformten Erwartungen erfüllen können.

Der Hausdrache und das liebe Geld

Wenn man Glück hat und alles richtig plant, muss man in diesem Haus nur alle drei Monate bei ihr (1, 2) klingeln. Das ist dann der Fall, wenn wieder einmal das Putzgeld für den Flur ansteht und sie 24 Euro von jeder Mietpartei für das nächste Vierteljahr einsammelt. Geschickte Menschen kombinieren diese Zahlung auch gleich mit einer Erhöhung des Bestands an Münzen für die zum Haus gehörene Waschmaschine. Dachte ich mir und gehorchte aufs Wort, als ich heute meine vier Wände betrat und den Zettel entdeckte, den sie mir in meine Wohnung geschoben hatte.

Und weil gerade nicht mehr Geld übrig war, beschloss ich, mit 30 Euro meine Schuld zu begleichen und vom Restgeld Waschmünzen zu erstehen. Wer glaubt, dass 24+6=30 Euro eine einfache Rechnung ist, hat sich jedoch getäuscht.

Ich will nun wirklich nicht mit Details nerven, nein, das läge mir fern, doch hat die gute Frau es innerhalb der 20 Minuten (!!) wirklich geschafft, mich beinahe zum Ausrasten zu bringen. Denn, nein, einfach die 30 Euro hinlegen und die 12 Waschmünzen einstecken – geht nicht. Denn zunächst musste das Geld für die drei Monate auf drei verschiedene Umschläge verteilt, die Münzen aufgereiht und dann schließlich das Waschgeld in die Schatulle verstaut werden.

Da diese Sortierei eine erhebliche Menge an Kleingeld erfordert, ging es nach einigem Hin und Her sogar an die Ersparnisse der guten Frau. Denn merke: Damen jenseits der 60 (sach ich jetzt mal), sparen nicht wie andere Menschen bei der Bank, sondern in verschiedenen Behältern, die sich in der Küche befinden. Unten in der Vitrine die Schachtel für die 1-Euro-Münzen, die täglich durch eine weitere gefüllt wird. Oben auf dem Küchenschrank, die Dose für die 2-Euro-Münzen, die wöchentlich gefüllt wird. Und wozu das Ganze? Na klar, für den jährlichen Urlaub natürlich. Da wird ja die eine oder andere Münze fällig.

Jedenfalls werden sich die Spardöschen in den nächsten Wochen zusätzlich füllen. Dann nämlich, wenn die Gute die vielen Stickbilder ihrer Tochter auf dem Flohmarkt vertickt, die ich heute ausschlagen musste. Nein, natürlich nicht aus ästhetischen Gründen. Die Tatsache des Platzmangels an meinen Wänden war allein ausschlaggebend.

FILM: The Big Lebowski

Ich könnte mich immer wieder ärgern, dass ich so viele schöne und gute Filme einfach nicht schon im Kino gesehen habe. Dafür musste ich mich diesmal dann über die ewigen Werbeunterbrechungen ärgern. Die erste bereits nach einer Viertelstunde, es kribbelte so sehr, dass ich beinahe abgeschaltet hätte. Hab ich dann aber doch nicht. Und ich bereue es nicht.
Ein bisschen nervend fand ich einzig die Szenen, in denen der Dude ausgeknockt wurde und er dann die verschiedensten Dinge haluzinierte. Ein bisschen lang. Aber was sag ich: Schöner Film, kann man ja auch einfach mal so stehen lassen, ohne Wenn und Aber.

Seenot

Tausende Gedanken schossen in meinen Kopf, als ich heute am einzigen zum Baden freigegebenen See lag und mir die Sonne auf den nackten Bauch schien: Werden diese Bauchnabelpiercings nicht verdammt heiß?

Warum sind die Mädels hier sogar am See geschminkt (nein, nicht nur die Augen, sondern Make up) und warum kann ich jetzt nicht an meinem Da-war-ich-im-letzten-Sommer-ständig-See in Potsdam liegen.

Tja. Und dann bin ich eingeschlafen. Das ging dort übrigens auch immer gut.

Premium Content: Herrenkleidung

Sobald die Sonne uns mit warmen Strahlen verwöhnt, drehen die meisten von uns durch. Reißen sich die Klamotten vom Leib, was mal hübsch, mal weniger schön anzusehen ist. Das ist nicht allzu schlimm, haben doch die meisten es nicht geschafft, während der langen Frühlingszeit die überflüssigen Pfunde abzutrainieren.

Schlimm ist es allerdings, wenn der eine oder andere seine Umwelt mit furchtbarem Stil belastet. Ja, Ihr lieben Männer, diesmal soll es wieder einmal um euch gehen. Nur noch mal vorneweg: Es ist völlig in Ordnung, wenn auch ihr uns mehr als einen Vorgeschmack auf euren stählernden Körper bieten wollt. Doch solltet ihr hierbei auch das richtige Maß wahren.

Fehler Nr. 1: die Hosen. Sind kurze Hosen drin? Ja, aber im Zweifel: Nein. Bedenkt, dass diese nie kürzer als bis zum Knie gehen sollten.

Fehler Nr. 2: Die Socken. Auch hier gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Zu kurzen Hosen niemals Socken, nein, auch schon gar nicht die sportlich weiße Variante, die sich irgendwie immer noch in euren Kleiderschränken herumtreibt. Geht einfach nicht! Umfragen im Bekanntenkreis kamen im Übrigen zu dem Ergebnis, dass Füßlinge bei Kerlen irgendwie schwul rüberkommen würden – eine Meinung, die ich nicht unbedingt teile, müssen eben diese halben Socken für die Umwelt nicht unbedingt sichtbar werden.

Fehler Nr. 3: Das Schuhwerk. Hier teilt sich die Meinung der Damenwelt. Es gibt Herren, die durchaus über die körperliche Ausstattung verfügen, Sandalen oder gar Flip Flops zu tragen. Und es gibt Frauen, die völlig darauf abfahren, genau wie es andere gibt, die jede Form von offenen Schuhen in der Männerwelt verurteilen. Wichtig ist nur eins: Wenn offene Schuhe, dann auf jeden Fall ohne Strümpfe!

So, und wenn ich morgen immer noch einen von Euch mit diesen verdammt kurzen Hosen in Kombination mit Tennissocken sehe, dann gibt’s was.

Wuschelig

Bereits im vergangenen Jahr empfingen mich die Kollegen jeden Morgen mit einem freundlichen Lächeln. Zunächst glaubte ich an ihre ganz hervorragende Laune, die Sonne schien, es war warm, keine Vorfälle also, warum man die Kollegen bei dem morgendlichen Gang durch die Gänge mit einem finsteren Gesicht begrüßen musste. Viele grinsten auch, als sie mich sahen. Darüber machte ich mir meist keine Gedanken, war ich doch auch viel zu sehr damit beschäftigt, den aufgeheizten Körper wieder einigermaßen auf Zimmertemperatur herunterzukühlen. Fahrrad am Morgen macht nun mal einen roten Kopf.

Eine sehr liebe Freundin begrüßte mich in ihrem morgendlichen Überschwang eines Morgens mit den Worten, wo ich mich denn rumgetrieben hätte. Sie zeigte auf meinen Kopf und wunderte sich über mein Haupthaar, welches ich meist – aus Mangel an Zeit – vom kühlen Fahrtwind auf dem Rad zu einem 1A-Wuschelkopf werden ließ.

Und nachdem mich heute die Sonne wieder einmal mit ihren warmen Strahlen begrüßte, schwang ich mich dynamisch auf mein Rad, was den Kollegen heute morgen dann zu einem ‚Na, Fahrrad gefahren?‘ hinreißen ließ. Wie es auf meinem Kopf aussah, erklärt sich von selbst.