Fuck it

Sie haben ihren Schlüssel verlegt, stehen panisch vor der Haustür und haben bereits die Scheckkarte gezückt, um in die eigene Wohnung zu gelangen? Keine Panik. Alles findet sich wieder. Schauen Sie doch einfach noch mal in der Mülltonne nach, da könnte sich das Schlüsselbund verborgen haben.
Scheiß Tag, nicht nur dass mir die Panik im Gesicht stand, weil ich eben diesen Schlüssel nach dem Einkaufen arg vermisste (he, die pizza taut auf), nein, auch mein Computer zickt wieder einmal. Erst entdecke ich, dass sich eine gewisse bla.exe ins weite Internet aufmachen will (heldenhaft bekämpft), dann schaltet sich der liebe Rechner regelmäßig einfach aus. Dauer bis zum Abschalten: in der Mittagszeit 30 Minuten. In den Abendstunden 45 , danach 5 Minuten. (was bin ich meiner ganz persönlichen seelsorge dankbar.)
Hatte ich auch die nicht funktionierende EC-Karte erwähnt, die mir die Röte an der Supermarktkasse ins Gesicht trieb?

FILM: Der Stich des Skorpion

Wenn es ginge, dann würde ich deutsche Filme nur noch mit Martina Gedeck oder Jörg Schüttauf schauen. Die Gedeck, die zuletzt in Hunger auf Leben brillierte, der Schüttauf, in ‚Berlin is in Germany‘ schon genial. Und wenn dann auch noch der Matthias Brandt mitspielt, der zuletzt in einem Tatort als Bösewicht auftrat, ist die Besetzung auch schon komplett. Für einen richtig guten Film.
Wolfgang Stein (Schüttauf) saß jahrelang in Bautzen. Republikflüchtling. Bis er freigekauft wurde und abreiste, in den Westen. Im Auffanglager lernt er die Krankenschwester Anne (Gedeck) kennen. Die beiden verlieben sich, heiraten, bekommen ein Kind. Doch die Vergangenheit lässt Wolfgang nicht los. Er betätigt sich als Fluchthelfer und gerät so wieder ins Visier der Staatssicherheit, die vor nichts zurückschreckt. Bei einer Urlaubsreise nach Israel plant sie den Mord an Stein, der auch beinahe gelingt. Beinahe.

Stein überlebt, er sieht dem Fall der Mauer im Fernsehen, und fährt nach Berlin, um Einsicht in seine Akten zu erhalten. Die Akten lesen sich wie ein minutiös festgehaltenes Tagebuch – die Beobachter haben alles mitverfolgt: Vom Durchfall bis zum Orgasmus. Die Akten enthüllen aber auch ein anderes Geheimnis. Stein erhält Antwort auf die Frage, wer damals den Mordversuch an ihm verübte und wer dafür sorgte, dass die Stasi über seine Aktivitäten in Kenntnis gesetzt wurde.

Auch wenn das Thema nicht neu ist und auch auf einem Buch (Ich war Staatsfeind Nr. 1) basiert, ist dem Regisseur ein wahnsinnig berührender Film mit großartigen Schauspielern gelungen, den jeder gucken sollte.

Er läuft demnächst mit Sicherheit in der ARD. Auf jeden Fall kommt er aber am Sonntag nochmal auf Arte. Um 15:50 Uhr.

‚This is BFBS, the Forces Station…‘ – immer, wenn das aus meinem Radiowecker schallt, weiß ich: Zeit zum Aufstehen. Paul Bunker Breakfast Show, die The No.1 English speaking Breakfast Show in Germany. (is ja wohl auch nicht schwer, oder gibt es wirklich noch eine alternative?) Egal. Die Äuglein auf und was entdecke ich? Vorsichtige Sonnenstrahlen, die sich im Fenster spiegeln. ‚Endlich‘ denke ich noch, denn der Tag gestern war wirklich unerträglich. Trist und grau und ohne Regen ging nichts. Und dann, 20 Minuten später ist er wieder da. Der vertraute Klang, wenn Regentropfen an die Scheibe klopfen. Willkommen, Herbstdepression. Treten Sie ein.

Update 9:56: Es ist tatsächlich ein wenig heller als gestern. Selbst blauen Himmel habe ich gesichtet.
(so schlimm ist es schon: ein wettereintrag.)

Kulinarisches in D’Dorf

– Ich hätte es ja fast nicht geglaubt. Nach sieben Monaten (uups, schon so lange?) hier in dieser Stadt endlich mal einen Laden gefunden, in dem man eine ordentliche Pizza bekommt (also kein ekliger Boden und so). Dafür war allerdings der Salat scheiße (das dressing.)

– Wenn die Bar nicht so voll ist, haben es Barkeeper gern, wenn man ihnen für den Drink nur eine Richtung (was mit Gin und nicht so süß) vorgibt und sie sich dann so richtig kreativ betätigen können.
– Es ist eine Kunst, eine gute (gute!) Bloody Mary zu machen.

– Es muss eine rheinische Eigenart sein, dieses Möhren-Kartoffel-Gemüse, eine breiige Masse, ein bisschen kartoffelbreimäßig, nur in orange und mit Möhrenstücken drin. Hatte erst an eine Eigenkreation des Kantinenkochs geglaubt, aber als ich dann eine ‚Wurst‘ davon im Supermarkt sah, direkt neben der ‚Wurst‘ Grünkohl, da musste es etwas anderes sein.

– Der Caipirinha heißt übersetzt ‚Getränk des Bauerns‘. Aber das steht auch hier (ich wusste es einfach.)

– Mit Gin Tonic kann man nichts falsch machen.

Schlechte Gesten

Ich liebe ja Routinen. So wie ich jeden Morgen zur gleichen Zeit aufstehe, in die Küche husche, um mir Wasser warm zu machen, die Zwischenzeit nutze, um den ersten Badezimmergang zu vollziehen, und mich später mit Cerealien und Tee noch einmal in mein Bett kuschele (ich glaube, ich wiederhole mich, egal), genau so ist es mittlerweile zur Routine geworden, an meinem Kollegen diese Witze zu erproben. Und sie sind wirklich meistens richtig schlecht. So schlecht, dass bei dem letzten (der mit den pilzen) mein Kollege eine ebenso schlechte Geste ausgrub, mit der er zeigte, wie er den Witz fand: Er hob den Arm und deutete mit der anderen Hand ein Kitzeln an. Lange nicht gesehen und doch wiedererkannt.

I do it every (tues)day

Wenn man den ganzen Tag im Büro war, bis spät, und dann nach Hause kommt und den Fernseher anknipst, dann schaut man sich den dicken Calmund an, amüsiert sich über doofe BWLer, die man nun schon seit einigen Monaten nicht mehr treffen muss, zumindest nicht mehr geballt. Nicht mehr diese Blauhemden anschauen, nicht mehr dieses dumme Gelaber hören, diese Profilierungssucht ertragen – großartig. Im Fernsehen kann man sie ertragen, weil sie dort weit sind, weit genug. Dann schaltet man weiter, wie es sich gehört, rüber zu den neurotischen Mädels. Will, dass der blöde Russe endlich verschwindet, dass Mr. Big wiederkommt, dann wär die Welt wieder in Ordnung. Wundert sich nicht über vögelnde Hunde, alles schon gesehen. Was es aber auch alles für Perücken gibt. Und dann noch abendliche Gespräche. Postsexandthecity-Gespräche, wie wir sie immer führen, gleich wenn die Vorschau vorbei ist. Dieser interne Wettstreit, wer als erstes zum Hörer greift, die Nummer wählt. ‚Hallo‘ und man weiß gleich, wer dran ist. Plaudern über das Leben, die Arbeit, die Liebe und so, bis man sich tot müde gequatscht hat. So ist es an einem Dienstagabend.

Mein Weckmann Mein Weckmann

(zufrieden?)

Wochenendrückblick (persönlich)

Immer wieder vertigo von U2. Und Not-Unterwäsche und Not-Socken gekauft, weil die nicht von allein in die Reisetasche gehüpft waren. Festgestellt, dass der Brenner wohl seinen Geist aufgegeben hat (oder gibt es eine andere erklärung, wenn nero zwar anzeigt, dass alles erfolgreich verlaufen ist, aber dann auf der cd nüscht (hach, manchmal vermiss ich dich sehr, berlin) nix drauf ist. Nun endgültig den Thai bei Mandy’s in Heidelberg zum Lieblings-Thai erkoren. (zum nachmachen: die nr. 23 hat’s mir angetan.) Über Herrn Pocher gefreut (und immer wieder dieses Zappen und verharren, wenn er wieder die elektro-kunden verarscht, dieses grinsen und freuen, dass werbung mal wieder lustig sein kann.) Beschlossen, dass „Desperate Housewives“ meine neue Lieblingsserie ist. Wunderbar erzähltes Vorstadt-Drama um vier Hausfrauen und ihre Lebensgeschichten. Eigentlich waren sie zu fünft, doch die fünfte hat sich gleich in der ersten Folge umgebracht und erzählt nun das Leben der anderen aus ihrer Perspektive. (macht süchtig, aber was erzähl ich hier.) Und immer wieder vertigo von u2 (hello, hello..)

Und sonst? Muss ja. War zu kurz schön.
(und dieser moment, wenn der zug aus köln fährt, dieser blick auf den rhein, die beleuchtete Promenade. dieses verharren auf der brücke. ich mag das.)

FILM: Sieben Zwerge

Und diese große Scheiße haben sich nun schon über 3,4 Millionen Menschen in Deutschland angesehen? Ich fass es nicht.

Sieg nach Punkten

Männer unter sich. Immer wieder fein. Besonders viel Spaß haben sie, wenn sie mal so richtig reden können. Nein, nicht über Frauen, Fußball oder Politik, nee, mal so richtig über technische Geräte. Da wird das Gespräch gleich zu einem Match. ‚Ich will mir ja zu Weihnachten eine Digitalkamera kaufen‘ meinte der eine und hatte dieses gewinnende Grinsen im Gesicht. 1:0. Ganz klar. Wer soviel Mut aufbringt und sich an ein derartiges Gerät heranwagt, hat den Punkt eigentlich schon sicher. Empörung im Gesicht des anderen. ‚Nix da, ich will mir meine Bilder immer noch im Fotoalbum anschauen‘, meinte er. Da half auch nicht der Hinweis, dass das ja auch mit der Digitalkamera geschossenen Bildern möglich und auch gar nicht so teuer ist. Den Punkt hatte er vergeigt.

‚Und warum alle Welt nun Filme nicht mehr auf VHS sondern DVD schauen muss, ist mir auch ein Rätsel‘. Huiuiui, ganz klare Abseitsposition, so kann man keine Punkte holen. Wie von Sinnen manövrierte er sich weiter ins Aus und fügte noch hinzu, dass er ja erst kürzlich, als die Videothek um die Ecke einen Ausverkauf machte, ganz groß zugeschlagen hat, bei den ganzen Videokassetten. Irgendwie schien er das Spiel nicht so richtig verstanden zu haben, ging es doch darum, hier mal so richtig technischen Sachverstand zu beweisen. Der eine hingegen sah seine Zeit gekommen, diese Vorlage so richtig auszunutzen. Denn er hatte sich schon vor einigen Jahren einen DVD-Player angeschafft, damals als der alte Fernseher seinen Geist aufgegeben hatte. ‚Da haben wir gleich das ganze Haus mit neuem technischen Equipment ausgestattet‘. Puh, der saß. 2:0. Vorsicht, dachte ich bei mir und befürchtete schon die ausschweifenden Details. Zu spät. ‚Wenn man die Boxen ganz aufdreht, dann können die Nachbarn aber auch nicht mehr schlafen‘. Ich hatte es kommen sehen.

Und er ließ nicht locker. Jetzt wollte er es wissen und zeigen, dass er noch mehr zu bieten hatte als einen Haushalt, der auf dem neuesten Stand war. ‚Und so ein Handheld-Ding, das fänd ich ja auch praktisch. Da könnte man dann all seine Termine und Adressen mal richtig verwalten.‘ Ob der andere sich mittlerweile aufgegeben hatte? Anders konnte ich mir seine Antwort auf diese Vorlage wirklich nicht erklären. ‚Ach, was. Das mach ich lieber alles noch auf Papier.‘ Oh Mann, so wird das aber wirklich nichts. Doch falsch gedacht. Der Ehrentreffer, der sollte es dann aber doch noch sein. ‚Hast du denn auch so einen MP3-Player?‘ Ha, er sah seine Chance gekommen, denn er wusste: Das war sein wunder Punkt. ‚Nee, das ist echt das einzige, was ich noch nicht durchblickt habe‘. Der saß also: 3:1. Und nun zückte er auch schon das schicke Gerät, welches schon die ganze Zeit auf seinem Tisch lag und nur darauf gewartet hatte, präsentiert zu werden. ‚Und hier passt meine gesamte Musiksammlung drauf‘, prahlte er mit glänzenden Augen. ‚Hey, mehr als einen Punkt gibt es dafür nicht‘, wollte ich gerade einwerfen, als sich das Blatt dann doch noch wendete. Denn dafür, dass der eine dann berichtete, vor einigen Jahren seine gesamte Plattensammlung an einen Händler verkauft zu haben, dafür gibt es keinen Punkt. ‚Die alten Beatles-Scheiben und so‘ fügte er hinzu. Nein, dafür gibt es höchstens Punkte abgezogen.